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Cover Nora und die Novemberrosen

Nora lebt mit ihrer kleinen Tochter Fanny in einem 4 Parteienhaus in Berlin und arbeitet in einem Baumarkt in der Blumenabteilung. Arbeitete, sollte man wohl sagen, denn ihr war fristlos gekündigt worden, weil sie bei einem eher befremdlichen Beratungsgespräch nicht das gewünschte Ergebnis lieferte. Aber Nora konnte mit diesen Banausen einfach nichts anfangen. Wer kommt denn bitte auf die Idee im Frühling einen Herbstblüher in die Balkonkästen pflanzen zu wollen? Da musste ihre Gärtnerseele rebellieren. Dumm nur, dass ihre Kundin nicht einfach irgendjemand war, sondern vom Chef auf sie angesetzt.
Da steht Nora nun, arbeitslos, alleinerziehend und vom Leben enttäuscht. Aber sie hat immerhin noch ihre guten Freunde und Nachbarn Udo, Margarete und Ellie. Allesamt bilden sie eine Gemeinschaft im Mehrgenerationenhaus, die vor allem der kleinen Fanny zu Gute kommt.

Nora traut sich kaum ihren Freunden von ihrer plötzlichen Arbeitslosigkeit zu erzählen, als auch noch ein Brief vom Hauseigentümer im Kasten landet. Er kündigt umfangreiche Veränderungen an und einige Einschränkungen. Schon gehen die Überlegungen los, was er wohl wollen könnte. Der erwähnte Ansprechpartner lässt auf einen Investor schließen, der alte Häuser aufkauft, abreißen lässt und auf dem vorhandenen Grund neue Luxusobjekte hoch zieht.
Verliert Nora jetzt etwa nicht nur ihren Job, sondern auch noch ihre Wohnung samt ihrer geliebten Freunde?

Um ein wenig abzuschalten und einfach mal raus zu kommen, schlägt Ellie ein Picknick in Brandenburg vor. Also machen sie sich zu fünft in Udos Auto auf den Weg. Durch Zufall landen sie in einem kleinen Ort und finden ein verwildertes Grundstück, dass es ihnen sofort angetan hat. Fanny allen voran nutzt ihren Entdeckergeist und findet im hinteren Eckchen eine kleine Höhle, in der sie fortan zu finden ist. Während Nora sich vor allem die Pflanzen und Beete anschaut, fangen die anderen schon einmal an die Terrasse nutzbar zu machen und Udo lässt es sich nicht nehmen und beschaut sich Haus und Nebengebäude.
Nora ist fasziniert. Sie stehen hier in den Resten einer alten Gärtnerei. Wem diese wohl mal gehört hat?
Fanny hat es sich zur Aufgabe gemacht verschiedene Dinge zu sammeln und findet einen Fetzen Papier mit einem Namen und einigen Zahlen darauf. Finden sie so vielleicht heraus wem die Gärtnerei gehört?
Die Liegenschaftsverwaltung soll ihnen helfen und dank Udo bekommen sie aus der Bearbeiterin auch einiges heraus.

Allen ist klar, das verlassene Grundstück könnte ihr kleines Stück Urlaub vom Stress der Stadt sein und vielleicht sogar eine Zukunft für die Gemeinschaft. Aber wird ihnen das Grundstück auch bleiben? Oder wird das Land Brandenburg jetzt seinen Finger drauf legen?

Nora und die Novemberrosen ist eigentlich eher ein Buch für den Frühling wie ich finde. Nora weckt mit ihrem Wissen über einfach jede Pflanze den Gärtnerwunsch auf dem kleinsten Balkon. Zwar kann ich mit den ganzen Namen nichts anfangen, aber es klingt schon toll.
Ihre Leidenschaft ist ansteckend. Leider hat sie die bei der Jobsuche nicht. Da scheint sie wie eine Blockade zu haben. Das liegt wohl auch mit am Grundstück. Alles was sie immer gesucht hat ist dort - und bald auch noch viel mehr.

Ihre Freunde haben jeder für sich eine eigene kleine Geschichte. Udo hat seine Frau an den Krebs verloren, Ellie vermisst ihren Stiefsohn, der sich nicht bei ihr meldet und Margarete ... Margarete ist eine Frau für sich. Sie fühlt sich eigentlich wohl wie sie ist. Sie braucht Strukturen, aber bald merkt auch sie, ohne geht es auch.
So nach und nach erblüht jeder der Freunde ein Stück mehr und mit ihnen der vergessene Garten in der Mark Brandenburg.

Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Ich konnte mich prima einfinden und habe mit allen für sich mitgefiebert. Am liebsten hatte ich natürlich Fanny, sie ist einfach Zucker.
Mit ihrer Neugier bringt sie Leben in die Gemeinschaft und hält sie auch zusammen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die mystischen Elemente. Die habe ich einfach nicht erwartet und so haben sie mich etwas dabei gestört der Geschichte zu folgen. Zwar verbinden sie Dinge und Gegebenheiten, aber das war mir dann doch etwas zu viel.

Ich möchte mich ganz herzlich beim Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

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Cover Illuminae

Auf dem winzigen Eis-Planeten Kerenza irgendwo in einem entlegenen Winkel des Alls hat der Megakonzern WUC eine illegale Mine, in dem er einen seltenen Rohstoff bergt. In der Kolonie, die dort aufgebaut wurde, leben mittlerweile tausende von Menschen. Es gibt Schulen, ein U-Bahn-Sytstem und viele verschiedene Geschäfte. Hier wachsen Kady und Ezra auf, die gerade ihr letztes Schuljahr abschließen und überlegen, wie es nach der Schule für sie weitergehen soll. Die beiden waren das letzte Jahr über ein glückliches Paar– doch heute morgen haben sie sich nach einem Streit getrennt.
Ansonsten hat der Tag angefangen wie jeder andere auch - zumindest bis die Kolonie von mehreren Raumschiffen angegriffen wird. Als die Leute langsam begreifen, was hier passiert, können sie nicht glauben, was sie da vor sich geht: Der rivalisierende Konzern BeiTech scheint die illegalen Minen übernehmen zu wollen und schreckt nicht davor zurück alles und jeden dem Erdboden gleich zu machen, um das durchzusetzen.
Einigen wenigen Glücklichen gelingt die Flucht zu drei Raumschiffen, die ein paar tausend Menschen exakuieren können und sich auf den Weg durchs All machen, um zumindest diese Leute zu retten und dem UTA (United Terran Authority - die Aufsichtsbehörde der Erdregierung) zu berichten, was BeiTech da gewagt hat. Doch BeiTech hat noch nicht aufgegeben und schickt ein Raumschiff hinterher, um auch die letzten Zeugen und Überlebenden zu beseitigen, so dass keine Spuren von der feindlichen Übernahme bleiben.
Ezra und Kady gehören zu den wenigen Überlebenden und befinden sich momentan auf zwei verschiedenen Schiffen. Je mehr sie allerdings über das Leben an Bord und die waren Zustände auf den Raumschiffen herausfinden, umso klarer wird ihnen, dass sie einander brauchen, um heil aus der Sache raus zu kommen und die Wahrheit ans Licht zu bringen. Denn die sieht alles andere als rosig aus: Ein furchtbarer Virus hat sich entwickelt, der zu einem großen Problem in diesen engen Lebensverhältnissen werden kann. Und dass die künstliche Intelligenz AIDAN, die das Hauptschiff Alexander leitet, nicht mehr so unter der menschlichen Kontrolle steht, wie sie eigentlich sein sollte, bedeutet noch ganz andere Gefahren...

Das waren jetzt jede Menge Informationen zu einer Geschichte, die man eigentlich gar nicht in Worte fassen kann. Illuminae von Amie Kaufman und Jay Kristoff ist ein Buch, wie ich es noch nie zuvor gelesen habe, allein schon, was das Format angeht. Nach allem, was mit und auf den Raumschiffen passiert ist, hat sich jemand die Arbeit gemacht, das gesamte Geschehen anhand von Bordberichten zu entschlüsseln und in Reihenfolge zu bringen und als eine große Akte zusammen zu stellen. Also lesen wir das gesamte Buch in Form von Berichten, Mitschriften, gehackten Chats, belauschten Telefonaten usw. Die Kreation dieses Buchs muss eine riesige Menge Arbeit gewesen sein, denn jede Seite ist anders; nicht nur von der Art und Weise der Berichterstattung, sondern auch ganz allgemein vom Seiten-Design. Die beiden Autoren haben hier wirklich einen riesigen Aufwand betrieben, der sich gelohnt hat (siehe z.B. Foto unten rechts).
Ich muss allerdings zugeben, dass ich am Anfang etwas besorgt war, ob bei dieser Vorgehensweise die persönliche Ebene nicht ein wenig zu sehr auf der Strecke bleiben könnte, falls das alles trockene Berichte sein würden - aber meine Sorge war glücklicherweise vollkommen unbegründet. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben diese Geschichte auf geniale Weise erzählt und auch auf emotionaler Ebene hat mir Illuminae richtig gut gefallen. Viele verschiedene Leute kommen hier auf die ein oder andere Art zu Wort und so springt der Stil zwischen nüchtern und sachlich, normalen Dialogen und fast schon poetischen Passagen hin und her, was zu einer einzigartigen Mischung geführt hat.
Auschnitt Illuminae Die Geschichte folgt allerdings hauptsächlich Ezra und vor allem Kady, die ihr Talent am Computer and als Hackerin bereits schon auf Kerenza unter Beweis gestellt hat und was ihr auch an Bord des Raumschiffs immer wieder gute Dienste erweist. Die beiden Autoren haben es wirklich sehr geschickt angestellt, dass man ihre Figuren ins Herz schließt, obwohl es kein klassischer Roman ist, bei dem man stets über die Gefühle der Figuren Bescheid weiß. Und trotzdem habe ich einige Tränen vergossen im Laufe dieses Buchs.
Ebenfalls phantastisch sind die Twists und Wendungen. Es gibt da eine spezielle Szene, bei der ich einfach nicht fassen konnte, was mir das Autoren-Duo da gerade angetan hat. Aber es war so ein genialer Schachzug, dass ich ab diesem Moment das Buch nicht mehr zur Seite legen konnte. In diesem Buch kann alles passieren und das haben Amie Kaufman und Jay Kristoff voll ausgenutzt.

Die Art und Weise wie diese beiden Autoren ihre Geschichte aufgebaut und umgesetzt haben kann man wirklich kaum beschreiben, man muss es einfach selbst lesen. Amie Kaufman und Jay Kristoff haben mit Illuminae ein geniales Buch erschaffen, das ich niemals vergessen werde und das sich selbst in meine All-Time-Top-10 katapultiert hat. Ich kann gar nicht oft genug sagen, dass dies ein Buch ist, das man selbst erleben muss. Wenn euch also die Geschichte auch nur ein kleines bisschen interessiert kann ich euch nur raten: Greift zu!
Ganz ist die Geschichte aber noch nicht vorbei. Auch wenn Illuminae im Grunde keinen Cliffhanger hat gibt es doch noch eine Menge Dinge, die zu klären wären - und einiges davon wird in Gemina (keine Rezension), dem zweiten Teil der The Illuminae Files Reihe, aufgegriffen. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten dieses Buch in Händen zu halten.

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Heat Wave

17.11.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Heat Wave

Zwei Jahre nach dem Tod ihrer Schwester Juliet nagt dieser Verlust immer noch sehr an der 29-jährigen Veronica „Ronnie“ Locke. Juliet war immer diejenige von den beiden, die von allen bewundert wurde und auf die alle stolz waren. Nichts was Veronica je getan hat konnte in den Augen ihrer politisch engagierten Familie mithalten - vor allem in denen ihrer Mutter, die stellvertretende Bürgermeisterin von Chicago ist - und so ungern es Veronica zugibt, sie hat niemals versucht die Bestätigung ihrer Eltern und Juliets zu bekommen.
Doch nun nach ihrem Tod scheint es zu spät dafür zu sein, denn Juliet wird für immer auf ihrem Podest erhoben bleiben, dafür sorgt ihre Mutter schon. Die Tatsache, dass Veronica gerade ihren Job als Köchin in einem renommierten Restaurant in Chicago verloren hat und vorübergehend wieder bei ihren Eltern einziehen musste, macht die ganze Sache nicht gerade besser.
Dann ergibt sich allerdings eine Gelegenheit, für die sie vermutlich jeder beneiden würde: Ronnie wird ein Job in einem Hotelrestaurant auf der hawaiianischen Insel Kauai angeboten. Der einzige Nachteil: Das Hotel gehört niemand anderem, als Logan Shephard, Juliets Witwer, mit dem sie das Hotel gemeinsam geleitet hat. Ronnies Beziehung zu ihm war niemals wirklich einfach, was zum großen Teil an Logans mürrischer Art liegt und den Geheimnissen, die seine und Juliets Ehe umgab und denen Veronica bis heute noch nicht auf den Grund gehen konnte. Ronnie ist absolut klar, dass Logan sie nicht hier haben möchte und sie plant auch nicht länger zu bleiben, als nötig.
Je mehr Zeit sie aber in diesem Paradies verbringt, umso klarer wird ihr, dass dies der Ort ist, an den sie gehört. Sie wurde von den Menschen mit offenen Armen empfangen und fühlt sich so sicher und aufgehoben und wertgeschätzt, wie es in ihrer eigenen Familie nie der Fall war. Und auch Logan beginnt sie in einem anderen Licht zu sehen je mehr sie über seine und Juliets nur scheinbar perfekte Beziehung erfährt und es dauert nicht lange, bis unterdrückte Gefühle wieder zum Vorschein kommen.
Doch diesen Gefühlen darf sie niemals nachgeben, denn es wäre ein Skandal für ihre Familie und sie könnte alles, was sie sich in Kauai aufgebaut hat verlieren...

Ich habe ja über die Jahre wirklich einige Karina Halle Bücher gelesen, doch irgendetwas an ihren Büchern zum Thema Reisen haben es mir schon immer besonders angetan. So ist es wahrscheinlich auch kein Wunder, dass mir auch Heat Wave extrem gut gefallen hat. Doch es ist nicht nur der wundervolle Schauplatz Kauai, der es zu so etwas Besonderem macht, in diesem Buch steckt noch einiges mehr.
Gleich im Prolog zeigt Karina Halle, dass sie wirklich schreiben kann. Es gibt da eine bestimmte Szene, die nur ein paar Zeilen umfasst, aber dermaßen gut geschrieben war, dass sie den Ton für das ganze Buch gesetzt hat und mich wirklich beeindruckt hat. Diese Szene ist für Ronnie wieder ein Beweis gewesen, wie wenig sie gegen Juliet ankommen kann und hat außerdem sofort dafür gesorgt, dass ich "auf ihrer Seite" war. Sie wurde mir dadurch sofort sympathisch und ich konnte mich nur allzu gut in ihre schwierigen Gefühle ihrer Schwester und Familie gegenüber einfühlen, ohne, dass sie dabei weinerlich wurde.
Bei Logan sah die Sache zunächst allerdings etwas schwieriger aus. Denn die ersten Dinge, die wir über ihn erfahren, sind alles andere als positiv. Er ist grantig und behandelt Veronica nicht immer freundlich und Juliet hat im Laufe der Zeit ein paar Dinge über ihn erzählt, die ihn nicht gerade in einem guten Licht stehen lassen. Doch nach einer Weile wird deutlich, dass die Sache nicht so einfach und klar sein kann, wie man versucht hat Veronica weis zu machen. Denn im Grunde ist Logan ein toller Kerl, der für sein Hotel und seine Freunde und Angestellten kämpft und auf den man sich verlassen kann.
Dass bei Veronica da auch bald Gefühle ins Spiel kommen ist da sicher nicht überraschend. Doch der Mann ihrer toten Schwester ist tabu...oder sollte es zumindest sein. Karina Halle hat auf sehr schmerzhafte und ehrliche Art beschrieben, wie sehr Veronica mit dieser Situation zu kämpfen hat und welche Folgen all das haben könnte. Das ist im Prinzip der Knackpunkt der Geschichte und mir hat die Aufarbeitung wirklich sehr gut gefallen.
Ebenfalls fantastisch fand ich Hawaii bzw. Kauai als Schauplatz. Die Autorin ist ja wie gesagt bekannt für ihre exotischen und vielfältigen Schauplätze und auch in diesem Fall hat sie ihr Talent diese Orte zum Leben zu erwecken wieder bewiesen. Es ist ein echtes Paradies, in dem Ronnie sich hier wiederfindet und Karina Halle beschreibt es mit all seinen kleinen und großen Attraktionen und auch einigem Insider-Wissen.

Das einzige, was Heat Wave von Karina Halle in meinen Augen noch besser gemacht hätte, wäre wenn etwas mehr Licht auf Juliets und Logans Ehe geworfen worden wäre. Doch das ist dann wirklich schon jammern auf hohem Niveau, denn Heat Wave funktioniert auch ganz wunderbar ohne diese Details.
Wer Lust auf eine exotische, wundervoll geschriebene verbotene Romanze hat, dem kann ich Heat Wave nur ans Herz legen. Ich werde definitiv wieder darauf zurückgreifen, wenn mich das Fernweh überfällt. ;)

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Managed

VIP #2
15.11.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Managed

Normalerweise kann Sophie nicht gerade sagen, dass sie vom Glück verfolgt ist. Die meisten ihrer Beziehungen sind schief gegangen, was rückblickend aber sicher kein Verlust war, wenn man bedenkt was für Loser diese Männer waren. Und auch was ihre Jobs anging hatte Sophie bisher immer nur Nieten gezogen.
Doch das könnte sich nun ändern, denn sie sitzt gerade im Flugzeug auf dem Weg nach London zu einem Bewerbungsgespräch. Vielleicht wird das ja endlich der Traumjob, nach dem sie immer gesucht hat? Außerdem wurde Sophie in die 1. Klasse hochgestuft und diesen Luxus konnte sie sich bisher noch nie leisten. Vielleicht steht das Glück nun doch endlich auf ihrer Seite. Leider stellt sich ihr Sitznachbar allerdings als ziemlicher Miesepeter heraus: Er ist arrogant, unterkühlt und sehr britisch - und Sophie kann es sich nicht verkneifen ihn auf ihre ganz eigene Art zu provozieren.

Gabriel hat für die meisten Menschen keine Geduld, besonders wenn sie ihm mit uninteressantem Small Talk in den Ohren liegen. Als er auf einem Flug nach London die Blondine, die ihn zugegebenermaßen sehr an Marilyn Monroe erinnert, im Sitz neben seinem kennenlernt und ihn von Anfang vollplappert, stellt er sich schon auf den schlimmsten Flug seines Lebens ein. Doch womit er nicht rechnet ist, dass er Sophie wirklich interessant findet. Sie ist nicht nur attraktiv, sondern auch sehr clever und so gelingt es ihr mehr als einmal Gabriel aus der Reserve zu locken - und das ist etwas, das sonst niemals vorkommt, schließlich ist er der Manager der momentan erfolgreichsten Rockband der Welt, Kill John, und bekannt dafür ein eiskalter Typ zu sein.

Am Ende dieses Fluges, den so schnell keiner von beiden vergessen wird, hatte Sophie eigentlich damit gerechnet, Gabriel nie wieder zu sehen. Deswegen hat sie sich auch nicht zurückgehalten und war einfach nur sie selbst. Doch dann kommen die Dinge ganz anders, als erwartet...

Nach Idol ist Managed nun der zweite Teil in Kristen Callihans VIP Reihe und es hat mir sogar noch besser gefallen, als das erste Buch. Schon von der ersten Seite an wusste ich, dass es eine Geschichte nach meinem Geschmack sein würde und das ist ganz allein Sophie zu verdanken. Sie ist einfach ein richtig cooler Charakter, von dem ich gar nicht genug lesen wollte. Sie ist witzig, schlagfertig und stark, hat dabei aber auch einige Fehler und Schwächen, die ihre Figur interessant abgerundet haben.
Bei Gabriel hatte ich am Anfang so meine Sorgen, wie ich mit ihm wohl klar kommen würde. Im ersten Buch fand ich ihn mit seiner kühlen und ernsten Art eher mäßig sympathisch. Doch das hat sich in Managed glücklicherweise ganz schnell geändert - spätestens als wir zum ersten Mal einen Blick in seinen Kopf werfen durften, denn das Buch ist sowohl aus Sophies als auch aus Gabriels Perspektive geschrieben. Es war sehr spannend ihn kennenzulernen und zu verstehen, wieso er so geworden ist, wie er eben ist und da gibt es wirklich einige Ebenen zu entdecken. Ich fand es wirklich toll, dass er zwar schon eher ein Alpha-Männchen ist, zumindest mit Sophie aber auch durchaus Gefühle zeigt.
Am besten aber fand ich die Momente, in denen Gabriel und Sophie aufeinander treffen - erst in wirklich lustigen und unterhaltsamen Wortgefechten und dann später als Partner. Sie passen einfach wunderbar zusammen und es hat riesen Spaß gemacht, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Entsprechend schön fand ich auch die Romantik insgesamt in Managed.
Natürlich spielen auch Kill John und die Bandmitglieder wieder eine große Rolle. Libby und Killian, deren Geschichte wir bereits in Idol lesen durften, sehen wir relativ oft und es war schön zu sehen, wie es mit ihnen weiterging. Doch auch die anderen Band- und Crewmitglieder haben ihren Platz und ihre Momente.

Eigentlich ist es Kristen Callihan das ganze Buch über gelungen, eine wirklich schöne Geschichte zu schreiben, die trotz des Rockstars und dem wildem Leben auf Tour ohne übertriebenes Drama auskommt. Leider gibt es aber am Ende doch die ein oder andere Szene, die dann etwas over the top war. Z.B. ergibt sich gegen Ende ein ziemlich albernes Missverständnis mit darauf folgender Überreaktion, die nicht hätte sein müssen. Das hätte man alles sicher anders lösen können und war mir als "großes Finale" ein bisschen zu windig.

Trotzdem hat mir Managed von Kristen Callihan richtig gut gefallen. Mit viel Charme, Romantik und einigen schrulligen Momenten führen Sophie und Gabriel uns durch ihre Geschichte, von der ich gerne noch mehr gelesen hätte.

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Cover Lodernde Schwingen

Enthält Spoiler für die übrigen Bücher der The Grisha / Grischa Reihe.

Nachdem Alina bei dem Versuch, den Darkling im Königspalast zu besiegen, beinahe gestorben wäre, blieb ihr und ihren Freunden erst einmal nicht anderes übrig, als sich zu zurückzuziehen. Ihre Möglichkeiten sind allerdings mehr als begrenzt, also müssen sie sich auf die Gruppe verlassen, mit der Alina sich immer am unwohlsten gefühlt hat: Ihren fast schon fantastischen religiösen Anhängern, die sie als Sankta Alina verehren und sich tief in den Tunneln unterhalb von Ravka versteckt halten - und deren Anführer, dem Apparat, der früher ein Berater des Königs war und dem sie noch nie über den Weg getraut hat.
Auch jetzt versucht er Alina für seine Zwecke zu nutzen und sie als Heilige dastehen zu lassen. Dazu gehört nicht nur, ihr jeglichen Kontakt zu ihren "unwürdigen" Freunden zu verweigern, allen voran Mal, sondern auch, die Wahrheit vor ihren Anhängern mit allen Mitteln zu verheimlichen: Denn Alina scheint ihre Kräfte verloren zu haben. Zumindest so weit unter der Erde hat sie keinen Zugang mehr zu ihrer Macht und das macht ihr nicht nur körperlich zu schaffen.
Der Drang den dritten und letzten Amplifier und damit das volle Potenzial ihrer Macht zu erlangen treiben Alina nach wie vor voran - nicht nur, um Ravka vor dem Darkling zu retten, sondern auch aus rein egoistischen Gründen. Doch die Zeit drängt, denn der Darkling sitzt mittlerweile auf dem Thron von Ravka und schreckt vor nichts zurück, um Alina und damit die Macht, hinter der er von Anfang an her war, zu sich zu locken...

In Ruin and Rising / Lodernde Schwingen, dem letzten Buch der The Grisha / Grischa Reihe, tobt sich Leigh Bardugo noch einmal so richtig aus, denn dieser Abeschlussband ist mit Abstand der, der einen emotional am meisten mitnimmt.
Alina ist über weite Teile der Geschichte sehr gebeutelt: Erst dauert es sehr lange, bis sie sich vom Kampf mit dem Darkling erholt, was der Verlust ihrer Kräfte und ihr Aufenthalt unter der Erde und weg von der Sonne nicht gerade besser macht. Außerdem lastet der Angriff auf den Palast und all die Menschen, die sie verloren haben, immer noch sehr auf ihr - besonders weil ihr absolut klar ist, dass sie nicht die letzten Opfer sein werden. Dazu kommen die Gier nach der Macht des dritten Amplifiers, ihre Sorge um Nikolai, der seit dem letzten Kampf verschwunden ist, ihre nach wie vor starke Verbindung zum Darkling und die ständig größer werdenede Kluft zwischen ihr und Mal.
Puh, das sind wirklich eine Menge Dinge, die auf Alina und damit auch auf dem Leser lasten. Ich muss sagen, dass es mir zwischen all dem Leid und den schweren Entscheidungen manchmal ein klein wenig zu viel und zu schwer geworden ist. Die Geschichte selbst und die Handlung waren nach wie vor fantastisch, aber es gab den ein oder anderen Moment, an dem mich die Stimmung so runtergezogen hat, dass ich fast ein bisschen den Spaß verloren habe und für ein paar Stunden pausieren musste.
Cover Ruin and Rising Zum Glück hat Leigh Bardugo aber jedes Mal wieder die Kurve gekriegt, vermutlich gerade weil ich die Charaktere so lieb gewonnen hat und mich jeder Rückschlag getroffen hat. Denn nicht nur Alina macht eine Menge in Ruin and Rising / Lodernde Schwingen durch. Genya, David, Nikolai, der Darkling, Mal...sie alle habe entscheidende Rollen und sie alle haben es nicht gerade einfach. Vor allem für Mal hält [Autor] einige gemeine Überrschungen bereit, mit denen ich mittlerweile zwar gerechnet habe, deren Bestätigung aber dennoch schwer zu schlucken waren.

Am Ende war ich aber dennoch sehr glücklich mit Ruin and Rising / Lodernde Schwingen und dem Abschluss der The Grisha / Grischa Reihe. Es war sicher kein einfaches Ende und hat eine eher bittersüße Stimmung hinterlassen, hat aber einfach wahnsinnig gut zu der Geschichte gepasst. Vor allem der Epilog hat mich dann doch noch einmal zu Tränen gerührt und das ist für mich immer das Zeichen, dass eine Geschichte Eindruck hinterlassen hat und mir die Figuren wirklich ans Herz gewachsen sind.
Die The Grisha / Grischa Reihe ist mir ihrem Schwermut und Alinas manchmal fragwürdigen Entscheidungen nicht perfekt. Doch durch Leigh Bardugos fantastievollen, cleveren und erfrischenden Stil, sowie die vielen wundervollen Charaktere machen die Reihe aber dennoch auf jeden Fall lesenswert und es werden sicher nicht die letzten Bücher sein, die ich von dieser Autorin lesen werde.

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