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Cover Ashfall englisch

Alles hat an einem Freitag begonnen. Alex hat sich auf ein ruhiges Wochenende ohne Eltern und kleine Schwester in seiner Heimatstadt Cedar Falls irgendwo in Iowa gefreut. Seine Familie hat sich auf den Weg gemacht, um Alex Onkel in Warren, Illinois, zu besuchen und Alex hat sich glücklicherweise aus diesem Pflichtbesuch herausreden können.
Doch schon bald wünscht er sich, dass er seine Familie begleitet hätte. Wie aus heiterem Himmel bricht sein Haus über ihm zusammen und Alex kann sich nur mit Mühe aus den Trümmern befreien. Schnell wird klar, dass nicht nur sein Haus, sondern die ganze Stadt betroffen ist, denn weder das Strom- noch das Telefonnetz funktionieren, auch wenn noch niemand weiß, was eigentlich genau passiert ist. Aus Mangel an Alternativen kommt er vorübergehend erst einmal bei seinen Nachbarn Joe und Darren unter.
Doch dann bricht die erst die wirkliche Hölle los. Explosionen erschüttern die ganze Gegend und Alex und seinen Gefährten bleibt nichts übrig, als sich tagelang zu verschanzen. Als sie schließlich wieder aus ihrem Versteck kommen, ist die Welt nicht mehr die gleiche.
Es schneit Asche und kein Sonnenstrahl kann durch die dicken Wolken am Himmel dringen. Durch die wenigen Informationen, die sie sammeln können, erfährt Alex, dass der Supervulkan Yellowstone ausgebrochen ist - und dass er trotz fast 1000 Meilen Entfernung auch hier solch schreckliche Auswirkungen hat. Schnell wird klar, dass auch die Menschen nicht mehr so sind, wie Alex sie aus seiner Heimstadt kennt; jeder kämpft für sich selbst und schon bald muss auch er sich alleine durchschlagen. Denn Alex gibt sich ein versprechen: Er muss sich bis zu seinen Eltern nach Warren vorkämpfen. Doch durch Berge von giftiger Asche und in einer fremden Welt voll von neuen Gefahren kann die 140 Meilen weite Reise nur allzu leicht Alex Tod bedeuten.

Eines muss ich gleich von Anfang an loswerden: Mike Mullins Debüt Ashfall ist ein phantastisches Buch, das mich absolut gefesselt hat.
Die Ausgangssituation ist eigentlich recht einfach, gleichzeitig aber gar nicht so abwegig. Denn der Yellowstone ist in der Tat ein ziemlich reger Supervulkan, der durch kleine Beben und ständige Aktivität auf sich aufmerksam macht. Und das hat der Autor in eine wirklich sehr anschauliche und erschreckende Realität umgewandelt. Die Welt, die dadurch erschaffen wurde, hat Mike Mullin sehr detailliert beschrieben, wurde dabei aber nie langweilig oder ausschweifend. Viel wichtiger sind aber eigentlich sowieso die Veränderungen, die die Gesellschaft durch die Katastrophe durchgangen hat. Denn die Situation bringt wirklich das Schlimmste in den Menschen hervor. Gewalt, Missbrauch und Kannibalismus sind alles sehr reale Probleme, denen sich Alex stellen muss, genauso wie Hunger oder einfach nur pure Angst. Dadurch wird eine Atmosphäre geschaffen, die, zusammen mit dem Tempo, das irgendwie immer den richtigen Ton getroffen hat, ein sehr beeindruckendes Leseerlebnis erzielt.
Alex selbst ist ein interessanter Charakter. Zu Beginn konnte ich nicht unbedingt sagen, dass er mir sympathisch war. Er war ein eher launischer, ängstlicher Junge. Aber mit der Zeit und all den Strapazen, die er durchleiden musste, wurde er zu einem jungen Mann, der mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Denn vor allem am Anfang ist man als Leser ziemlich lange alleine mit Alex auf seiner Reise, was aber wie gesagt nie langweilig wurde (und das will was heißen, da ich i.d.R. kein Fan von langen Passagen ohne Dialoge bin). Mit der Zeit begegnet er aber doch einer ganzen Reihe von anderen Charakteren, von denen alle auf die eine oder andere Art einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Am Wichtigsten ist aber sicher Darla, der er relativ früh in die Arme läuft und die ihm mehr als einmal das Leben rettet. Selten habe ich einen Charakter so schnell ins Herz geschlossen. Sie ist bissig, stark, durchsetzungsfähig und eine echte Überlebenskünstlerin. Trotzdem hat sie auch ihre weichen Seiten und die Freundschaft, die sich zwischen ihr und Alex entwickelt, ist etwas ganz Besonderes.

Ashfall von Mike Mullin war für mich ein rundum perfektes Buch, das fast alles hat: Eine realistische Geschichte, tolle Charaktere, eine dichte Atmosphäre mit einem sehr kritischen Blick auf den Menschen und auch ein bisschen Romantik. Das Erzähltempo wechselt eigentlich ständig, was aber perfekt abgestimmt war und niemals zu übertrieben oder langweilig wurde.

Ashfall ist einigermaßen abgeschlossen und hat keinen (allzu schlimmen) Cliffhanger. Trotzdem kann ich es kaum erwarten, bis im Oktober 2012 der zweite Teil der Trilogie Ashen Winter in den USA erscheint.
Erst einmal muss aber Ashfall selbst am 11. Oktober 2011 in die Buchläden kommen. Zu einem deutschen Erscheinungstermin konnte ich bisher leider noch nichts in Erfahrung bringen, über die Rechte wird aber bereits verhandelt. Da Ashfall aber schon vor seinem eigentlichen Erscheinen mit Auszeichnungen überhäuft wurde, stehen die Chancen für eine schnelle deutsche Veröffentlichung eigentlich ziemlich gut.

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Der Berg des Unheils

Tags: Jugendbuch
17.09.2011
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Der Berh des Unheils deutsch

Der Berg des Unheils von Jürgen Gadow erzählt die mittelalterliche Geschichte des 13-jährigen Deutschen Liuthar von Sahlecks, der seit seinem 10. Lebensjahr dem Ritter Liudolf von Wettin als Schildknappe dient. Sein Dienst hat ihn in den drei Jahren durch halb Europa geführt. Nun will der Ritter den christlichen Glauben verteidigen, indem er im Süden Spaniens gegen die Moslems in Al-Andalus kämpft. Bei der Schlacht von Alarcos im Juli 1195 treffen das christliche und das muslimische Heer aufeinander. Liudolf von Wettin kommt bei den Kämpfen um und Liuthar, der seinen Herrn auf ungeweihter Erde nicht zurücklassen will, gerät in muslimische Gefangenschaft.

Auf dem Sklavenmarkt von Cordoba soll Liuthar verkauft werden, doch niemand will den blonden blauäugigen Jungen haben. Erst als es Nacht wird und Liuthar zu einem Schleuderpreis verkauft werden soll, erbarmt sich der Kaufmann Ahmad Al-Quasim, weil Liuthar ihn an seinen eigenen Sohn erinnert. Er erwirbt den Jungen und bewahrt ihn so vor einem schrecklichen Schicksal. Al-Quasim nimmt Liuthar mit nach Fes, einer Stadt in Marokko. Liuthar, der glücklich ist, wenigstens von einem Mann mit gütigem Blick gekauft worden zu sein, findet sich in einer völlig neuen Welt wieder. Zwar misstraut er den 'Ungläubigen', kann sich aber ihrer geistigen und weltlichen Errungenschaften nicht verschließen - besonders, als sein Wortschatz der arabischen Sprache zunimmt und er begreift, wie fortschrittlich die arabische Welt im Vergleich zur europäischen ist.

Doch im Haus Al-Quasim ist auch nicht alles Gold und Liuthar steht bald vor einer Menge Probleme. Da ist Zaid, der 13-jährige Sohn von Ahmad, mit dem er sich eigentlich gerne anfreunden möchte, dies aber über den Graben der unterschiedlichen Glaubensrichtungen fast unüberwindlich scheint. Dann ist da Omar, ein weiterer Sohn Al-Quasims, der einer seltsamen Organisation anzugehören scheint und der Liuthar mit Drohungen in Angst und Schrecken versetzt. Und plötzlich verschwindet Ahmad Al-Quasim mitsamt seiner Karawane auf dem Weg in Sudan. Zuletzt wurde er an der Grenze der unwirtliche Hammada (einer Felswüste) am Wasserloch Bir Asli gesehen. Als immer mehr Karawanen bei diesem Wasserloch verschwinden und der Name Daschabal Scharr, Berg des Unheils, immer wieder verstohlen ausgesprochen wird, machen sich Liuthar und Zaid auf in die Wüste, um der letzten Spur Ahmad Al-Quasims nachzugehen. Dabei erleben sie unter glühender Wüstensonne ein Abenteuer, dass sich besonders Liuthar nie hätte vorstellen können.

Als Teenager habe ich Jürgen Gadows Buch immer und immer wieder gelesen. Die Freundschaft zwischen einem jungen Christen und einem arabischen Jungen, die sich trotz aller Unterschiede eben auch sehr ähnlich sind, wird wunderschön und eindringlich beschrieben. Dazu wird in Der Berg des Unheils die orientalische Atmosphäre des späten Mittelalters im muslimischen Al-Andalus und dem Stammland der Al-Muwahiddun im norden Afrikas faszinierend dargestellt. Die Botschaft ist einfach, aber immer noch gültig: Toleranz, Freundschaft und Liebe zwischen den Menschen sind viel wichtiger als unterschiedlicher Glaube, andere Hautfarbe oder die Fremdheit anderer Kulturen.

Nachdem ich den Titel dummerweise vergessen hatte und die Bibliothek, in der ich das Buch immer ausgeliehen hatte, längst aufgelöst ist, habe ich das Buch über Lovelybooks wiedergefunden. Natürlich musste ich gleich die mir bekannte Hardcoverausgabe kaufen (beide Ausgaben gibt es nur noch gebraucht): Es war, als hätte ich einen alten Freund wiedergefunden. Auch wenn die Sprache oder die Abfolge der Ereignisse für einen Erwachsenen manchmal etwas kindlich daher kommen, ist und bleibt das Buch spannend, unterhaltsam und faszinierend. Dazu diese eindringliche Botschaft, die wohl niemals ihre Aktualität verlieren wird.

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Cover Die Alchemie der Unsterblichkeit deutsch

Karlsruhe, 1771. Der junge Icherios Ceihn wünscht sich nichts sehnlicher als endlich zum Medizinstudium zugelassen zu werden, doch er erhält eine weitere Absage. Bis er es doch endlich geschafft hat eine Zusage zu erhalten, arbeitet er für Raban von Helmstatt als Inspektor und Gelehrter. Dieser schickt ihn eines Tages zum Chronist der Kanzlei zur Inspektion unnatürlicher Begebenheiten, Anselm von Freyberg. Dieser ist über den Anblick des schlaksigen Mannes alles andere als begeistert, muss aber wohl auf das Urteilsvermögen seines Freundes Raban vertrauen. Wie sich gleich darauf herausstellt, weiß Icherios überhaupt nicht warum er hier ist. Nur, dass es um einen neuen Auftrag geht. Anselm klärt ihn ohne Umschweife auf, stattet ihn mit den nötigen Mitteln aus und setzt ihn wieder vor die Tür - sein Weg wird ihn nach Dornfelde im Schwarzwald führen. Dort hat es zwei bestialische Morde gegeben und Icherios soll diese aufklären. Ohne recht zu wissen ob er das wirklich möchte, macht er sich auf den Weg in seine Behausung. Hier trifft er auf seinen Vater, der ihn für einen Versager hält, jedoch seiner Mutter zu liebe den Jungen bittet nach Hause zu kommen um im Handel zu helfen. Icherios Familie gehört zu den reicheren in dieser Zeit des Elends und Hungers, doch Icherios ist angeekelt vom Geschäftssinn seines Vaters. Er packt in Windeseile und macht sich auf den Weg zur Kutsche, die ihn seiner ungewissen Aufgabe entgegen bringen soll. In einem abgelegenen Ort, nahe an der Grenze zum Dunklen Territorium. Dort hausen neben einigen Menschen auch Vampire und Werwölfe. Da Icherios ein Mann der Wissenschaft ist, glaubt er nicht an derlei Unsinn, wird aber in den Wäldern vor Dornfelde eines Besseren belehrt. Nicht nur Untote bevölkern diese Gegend - auch Irrlichter machen den Bewohnern das Leben schwer.
Als man ihm berichtet, dass es bereits weitere Leichen gegeben hat wird er unruhig. Die Umstände des Todes, der inzwischen vier Leichen, erscheinen es unmöglich zu machen den Mörder zu finden, handelt es sich doch um zwei Vampire und zwei Werwölfe. Wer kann solche Wesen schon töten, wenn nicht gerade diese untereinander? Doch würde er es sich wagen einen Vampir oder Werwolf als Mörder zu bezichtigen?

Dieser Debütroman von Kerstin Pflieger ist endlich mal wieder eine richtige kleine Schauergeschichte mit Vampiren, Werwölfen, Irrlichtern und allerlei anderen untoten Wesen. Hier werden noch Menschen ihres Blutes befreit und nachts der Mond angeheult. Zu den derzeitig den Büchermarkt überschwemmenden Romantasy-Geschichten eine willkommene Abwechslung.

Der Schreibstil ist einfach gehalten, passt dennoch gut in die Zeit des 17. Jahrhunderts. Icherios ist eine sympathische Figur mit kleinen Fehlern und einem pelzigen kleinen Gefährten. Die Autorin hat selbst gesagt, dass sie sich von 'Sleepy Hollow' hat inspirieren lassen und so findet sich hier und da auch eine Stelle zum Schmunzeln. Zartbesaitet sollte man dennoch nicht sein, die menschliche Vorstellungskraft entfaltet sich gern bei Obduktionsszenen oder der Beschreibung verwesender Leichen. Einige Kapitel werden hier aus Sicht des Mörders geschrieben, doch man kommt ihm nicht wirklich auf die Spur bis alles in einem Showdown endet.
Dieses Buch ist spannend bis zum Schluss und eine echte Bereicherung fürs Bücherregal. Ich muss einen halben Stern abziehen, weil ich mir eine Sache anders gewünscht hätte, aber nun ja. Auch sind zwei kleine Logikfehler im Buch versteckt.
Im Dezember dieses Jahres erscheint ihr zweiter Roman mit dem Titel Der Krähenturm.

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Cover Anna and the French Kiss englisch

Anna wäre vollkommen damit zufrieden gewesen, ihr letztes Schuljahr mit ihren Freunden in ihrer Heimatstadt Atlanta zu verbringen. Doch ihr Vater hat andere Pläne für sie: Er schickt sie auf eine amerikanische Schule nach Paris. Eigentlich wäre das ja eine tolle Sache, wenn Anna nicht das Gefühl hätte, dass alles über ihren Kopf hinweg entschieden wird und sie keinerlei Mitspracherecht hat. Und dann ist da noch ihr Arbeitskollege Toph, den sie ebenfalls zurück lassen muss. Seit Ewigkeiten flirten die beiden miteinander und ausgerechnet kurz vor ihrer Abreise scheint sich daraus mehr zu entwickeln.
Kurzum, Anna ist nicht gerade glücklich, als sie in einem Land ankommt, in dem sie niemanden kennt, von dessen Sprache sie gerade mal 3 Wörter versteht und bei dem sie noch nicht weiß, wie die hygienischen Zustände sind (Anna ist ein wenig ... neurotisch). Zu allem Überfluss ist ihre Schule auch noch winzig und hat gerade mal 100 Schüler, weshalb Anna natürlich extrem auffällt.
Doch sie findet bald Freunde. Ihre Nachbarin Mer nimmt sie sofort in ihre Gruppe auf und auch das Pärchen Rashmi und Josh ist einigermaßen freundlich zu ihr. Komplettiert wird die Clique durch Étienne St. Clair. St. Clair ist der absolute Mädchenschwarm der Schule und Anna versteht auch schnell warum. Nicht nur, dass er phantastisch aussieht, er ist auch noch nett, intelligent und britisch (und amerikanisch und französisch - der Akzent lässt Annas Knie weich werden). Es gibt nur ein Problem: Seine Freundin Ellie. Also begnügt sich Anna mit der nächstbesten Option - sie werden die besten Freunde.
Je näher Anna St. Clair allerdings kennenlernt, umso mehr fühlt sie sich zu ihm hingezogen und daran kann auch nichts ändern, dass sie sich selbst ständig daran erinnert, dass er vergeben ist. Und auch Zuhause und mit Toph ist irgendetwas nicht in Ordnung. Langsam schwant Anna, dass ihr ein noch turbulenteres Jahr in Paris bevorsteht, als sie erwartet hat...

Wer ein nettes und leichtes (Spät-)Sommerbuch sucht, der könnte mit Anna and the French Kiss / Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins gut bedient sein.
Anna war mir von Anfang an unglaublich sympathisch. Obwohl sie mit ihrer Situation alles andere als zufrieden ist und schon das ein oder andere Mal jammert, ist sie mir nie auch nur eine Sekunde auf die Nerven gegangen. Durch sie wurde das Buch erst wirklich originell und ihre inneren Monologe haben mich mehr als einmal laut lachen lassen. Mit ihrem Ordnungsdrang und sonstigen Ticks macht es einfach Spaß, ihr bei ihrem Sprung in die Selbstständigkeit zuzusehen. Aber auch die anderen Charaktere sind auf wunderbare Weise alles andere als perfekt, allen voran St. Clair. Nicht nur ist er für den typischen Frauenschwarm etwas kurz geraten, er hat auch paar schlechte Angewohnheiten und eine etwas schwache Seite, bei der ich ihm am liebsten manchmal den Hals umgedreht hätte. Und trotzdem war er ein sympathischer und realistischer Charakter, der mir deutlich lieber war, als so manch anderer, perfekter Love Interest. Besonders als man seinen alles andere als rosigen familiären Hintergrund näher kennenlernt. Und auch Mer, Rashmi und Josh haben ihre eigenen kleinen Erzählstränge und sind definitiv keine 08/15 Charaktere.

Cover Herzklopfchen auf Französisch deutsch

Gemeinsam mit Anna lernt man auch die Stadt der Lichter und Liebe genauer kennen, und Paris wird fast so etwas wie der heimliche Hauptdarsteller dieses Buches. Sowohl bekannte Sehenswürdigkeiten, als auch echte kleine Juwelen werden besucht und so wird auch Leuten, die die Stadt selbst schon kennen, sicher nicht langweilig. Vor allem das Quartier Latin, in dem auch Annas Schule liegt, wird genauer unter die Lupe genommen.

Wer also leichte, originelle und romantische Unterhaltung sucht, dem kann ich Anna and the French Kiss / Herzklopfen auf Französisch von Stephanie Perkins nur wärmstens empfehlen. Der individuelle Humor und die ungewöhnliche Sicht auf Paris machen das Buch zu einem echten Lesevergnügen, das aber auch hier und da einen ernsteren Ton anschlagen kann.

In den USA ist das Buch bereits seit letztem Jahr zu haben. Die deutsche Ausgabe erscheint am 12. März 2012 (kleine Anmerkung: Lasst euch nicht von dem einfallslosen Cover abschrecken!).
Am 29. September 2011 erscheint der Begleitroman Lola and the Boy next Door (keine Rezension) in den USA, der wohl ein paar Cameo-Auftritte mit Bekannten aus Anna and the French Kiss bereit halten wird.

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Cover Das verbotene Eden deutsch

Vor 65 Jahren (im Jahr 2015) wollte eine Pharmafirma mit einem manipulierten Impfstoff ihren Gewinn steigern. Doch das Virus mutierte in einer Art und Weise, die das Schicksal der Menschen für immer verändert hat: Plötzlich empfanden Männer und Frauen keine Liebe, Freundschaft oder Verlangen füreinander sondern nur noch Hass und Abscheu voreinander. Innerhalb kürzester Zeit zerfiel die computer- und elektronikgestützte Zivilisation und nach wenigen Jahren war die Menschheit auf ein Zehntel geschrumpft.

Inzwischen herrscht ein brüchiger Frieden zwischen den Geschlechtern: basierend auf einem Pakt leben die Männer in der Stadt und die Frauen auf dem Land. Ein Zehntel der Ernte wird den Männern zur Verfügung gestellt, im Gegenzug kommen diese, um empfängnisbereite Frauen 'zu beglücken' und andere lebenswichtige Güter einzutauschen. Doch die ausgewählten Männer, die sogenannten Ritter der heiligen Lanze, werden von dem Kirchenoberhaupt der Stadt aufgewiegelt und für einen persönlichen Rachefeldzug gegen 'die Hexen' eingesetzt. Plötzlich überfallen sie Dörfer, stecken Tempel in Brand, vergewaltigen die Frauen und nehmen mehr Ware mit als ihnen zusteht.

Die 17-jährige Juna gehört zu den Brigantinnen, Kriegerinnen, die für den Schutz der Dörfer und Gemeinden der Frauen verantwortlich sind. Nach den ersten Zusammenstößen mit den Männern will der Rat der Frauen dem Treiben 'der Teufel' Einhalt gebieten und entwickeln einen Plan, der die Männer künftig an ihren Plünderungen hindern soll. Juna wird an dem Feldzug teilnehmen, obwohl ihre Mutter, die Oberpriesterin Arkana, sich deutlich gegen ein gewaltsames Vorgehen ausgesprochen hat.
Der 18-jährige David ist Mönch im Kloster. Er ist Lehrling beim Schreiber und Archivar und die Arbeit mit den Büchern ist ihm eine einzige Freude. Nur zu gerne liest er auch die verbotenen Liebesromane, besonders Shakespeares Romeo und Julia hat es ihm angetan. David ist ziemlich zufrieden mit seinem Leben, doch sein Freund Amon, ein Ritter der heiligen Lanze, hat andere Pläne für ihn. Und so kommt es, dass David sein geliebtes Kloster verlassen muss. Juna und David begegnen einander und plötzlich ist nichts mehr wie es war. Ihre jeweilige Weltanschauung wird durch den anderen auf den Kopf gestellt. Sie erkennen, dass Männer und Frauen einfach nur Menschen sind, die ziemlich viel gemeinsam haben. Und dann ist da noch eine gegenseitige Anziehungskraft, die sie so mit ihren bisherigen gleichgeschlechtlichen Partnern noch nie erlebt haben...

Thomas Thiemeyers Roman David und Juna ist der Beginn eines düsteren, dystopischen Zyklus, der mit einer ziemlich guten Idee daherkommt. Dass Männer und Frauen einander seit Jahren hassen und entsprechend wenig miteinander in Kontakt kommen, ist eine tolle Ausgangssituation für die Begegnung zwischen David und Juna. Interessant ist es auch, dass der in Stuttgart lebende Autor seinen dystopischen Roman in Deutschland spielen lässt und man so ein seltsames Gefühl von 'Heimat' beim Lesen hat. Man weiß auch relativ schnell, in welcher zerstörten Stadt sich die Männer befinden.
Ein ebenfalls gelungener Einfall ist die, durch die Trennung von Männern und Frauen ausgelöste naturgemäße Bildung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften: diese sind völlig normal und akzeptiert. Das gilt für aufkommende Verbindung von David und Juna überhaupt nicht. Diese wird vom ein oder anderen Charakter sogar als unnormal und pervers angesehen. Gerade für ein Jugendbuch ist das eine recht ungewöhnliche, tolle Idee.

Doch es gibt auch Kritik. Manchmal erschien mir die Handlung sehr gedrungen; das sorgt zwar für Spannung und Action, aber lässt mach wichtige Szene auch arg knapp erscheinen. Außerdem hatte ich manchmal den Eindruck, dass der Autor Szenen und Beschreibungen einfügt, um bestimmte Beziehungen deutlich zu machen oder gewissen Verflechtungen zu zeigen. Das ist eigentlich kein Manko, sondern schriftstellerisches Handwerk, dem Leser sollte es als solches aber nicht so deutlich auffallen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, aufgrund der nicht ganz unerheblichen Kritikpunkte vergebe ich aber 'nur' (gute) 4 Sterne.

Ganz herzlich danke ich dem PAN Verlag für das Rezensionsexemplar.

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