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Cover Mord im Pfarrhaus deutsch

In dem kleinen Dorf St. Mary Mead weiß Jeder alles über Jeden. Das ist nun einmal so in kleinen Gemeinden und da sich die Klatschgesellschaft des Dorfes gerne bei der jungen Gattin des Pfarrers, Griselda, zum Kaffee trifft, weiß auch der Pfarrer immer bestens bescheid. Das ist natürlich für einen Geistlichen ein kniffliges Unterfangen, doch nicht immer von Nachteil. Sehr erstaunt ist er immer wieder über die ältliche Jane Marple, die direkt nebenan ihr Häuschen stehen hat und ihre Augen und Ohren überall zu haben scheint. Das ist bisweilen sehr unheimlich und irritierend.
Als der Pfarrer diesen anstrengenden Tag endlich hinter sich gebracht hat und der Meute der Klatschweiber entfliehen kann, ahnte er noch nicht, dass der nächste noch weit ungemütlicher werden würde. Er hatte verschiedene Gänge zu erledigen und zu allem Überfluss hat sich Colonel Protheroe zum Abend angekündigt. Um 18:15 Uhr wollte er ihm gerne etwas von äußerster Bedeutung mitteilen. Dem Pfarrer war nicht ganz wohl in Hinsicht des Gespräches mit dem Colonel, doch seine Stellung gebot ihm für alle Menschen gleichermaßen Ansprechperson zu sein.
Kurz bevor er Besuch erhalten sollte, wurde der Pfarrer zu einem Hof etwas außerhalb des Dorfes gerufen, Mr Abbott liege im Sterben und er solle doch bitte gleich kommen. Das passt ihm nun gar nicht in den Zeitplan, aber nun gut. Er versucht den Colonel zu erreichen, doch dieser ist bereits außer Haus und so wird er erst im Pfarrhaus informiert werden.
Der Anruf erweist sich als Finte, denn als der Pfarrer auf der Lower Farm ankommt, weiß niemand etwas von einem Anruf, dem alten Herrn gehe es seit Tagen so gut wie nie zuvor. Das gibt dem Pfarrer zu denken. Auf dem Heimweg trifft er auf den Maler Lawrence Redding, der etwas verstört aus dem Pfarrhaus tritt und in Richtung Atelier verschwindet.
Kurz darauf weiß der Pfarrer auch warum - Colonel Protheroe liegt tot vornübergebeugt am Schreibtisch. Er wurde mit einem Schuss durch den Kopf getötet und das ausgerechnet Mr Redding die Leiche als erstes findet riecht nach einer schnellen Auflösung. Doch die kleine Affäre zwischen dem Maler und Protheroes Frau verleiht der ganzen Sache noch ein wenig zusätzliche Würze.

Cover Murder at the Vicarage englisch

Wer kennt sie nicht - die Meisterin der englischen Kriminalgeschichten? Agatha Christie hat in Murder at the Vicarage / Mord im Pfarrhaus eine Person zum Leben erweckt, der solch großer Ruhm gar nicht angedacht war. Miss Marple wird zur zweiten großen Detektivpersönlichkeit neben Hercule Poirot und wird gerade durch ihre unauffällige Art oft unterschätzt. Wer vermutet schon in einer kleinen, ältlichen Dame eine gewitzte Spurenleserin?
Ich persönlich habe die Krimis mit Jane Marple lieber als jene mit Hercule Poirot, einfach weil sie weniger französisch enthalten und ich mich mit einem weiblichen Hauptcharakter besser identifizieren kann.
In diesem ersten Roman ist Miss Marple nur eine Randfigur. Im Mittelpunkt steht der Pfarrer Len, welcher aus seiner Sicht die Ereignisse schildert. Mit Witz und kleinen Seitenhieben führt er durch die Ermittlungen und gerade der Humor regt dazu an, immer weiterlesen zu wollen.

Natürlich wurde dieser Roman auch schon als Filmvorlage verwendet und nicht wenige Bühnenstücke befassen sich mit gerade dieser Geschichte. Ich selbst habe einmal eine Aufführung im Kriminal-Theater gesehen, doch an das Buch kam diese leider um Längen nicht heran.

Für alle Klassikerfreunde und Liebhaber der britischen Krimis, ohne bluttriefende Ausschweifungen, ist dieses Buch die beste Wahl um mit den Büchern von Agatha Christie anzufangen.

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Cover Dearly Departed englisch

Im Jahr 2195 ist von den USA nicht mehr viel übrig. Mehrere Naturkatastrophen, Eis und Hungersnöte haben die Menschen dazu gezwungen, in den Süden abzuwandern. Doch auch dort kamen sie nicht zur Ruhe und Kämpfe um Land und Führungsansprüche haben für konstante Spannungen gesorgt. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich dabei zwei Gruppen herausgebildet, die sich im mittel- und südamerikanischen Raum gegenseitig auflauern: Die Neuviktorianer und die Punks. Letztere haben sich von der Technologie abgewandt und versuchen die Menschen zu ihren Ursprüngen zurückzuführen.
Die Neuviktorianer auf der anderen Seite halten an ihrer Technologie fest, orientieren sich was ihre Gesellschaft angeht aber am Vorbild der viktorianischen Ära, wo Ordnung, Schönheit und Sicherheit vorrangig waren.
Die knapp 17jährige Nora Dearly ist eine von ihnen. Von ihrem Vater zu einer starken Persönlichkeit erzogen kommt sie nur schwer mit den strengen Regeln und der Rolle der Frau in dieser Gesellschaft klar. Denn Frauen bekommen kaum echte Bildung und sollen sich hauptsächlich darum kümmern, eine gute Partie zu heiraten. Unter normalen Umständen wäre Nora das schon zuwider, aber seit ihr Vater vor einem Jahr gestorben ist, kann sie das ganze Gehabe kaum noch ertragen, vor allem als sich ihre Tante Gene am Tag, an dem die Trauerzeit um ihren Vater endet, sofort wieder in das soziale Leben wirft und Nora zwingt mitzuziehen.
Doch dann wird Noras Alltag jäh unterbrochen. Erst wird sie beinahe von einem unheimlichen Unbekannten auf offener Straße entführt. Was danach kommt ist aber noch viel schrecklicher: Nachts wird ihr Haus von Männern überfallen, die allerdings mehr Monster als Mensch sind. Und sie sind eindeutig nicht mehr am Leben. In letzter Sekunde wird sie ausgerechnet von dem unheimlichen Mann gerettet, der sie schon einmal mitnehmen wollte.
Dieser stellt sie als der recht junge und gutaussehende Soldat Bram heraus ? der allerdings ebenfalls ein wandelnder Toter ist. Nora hat panische Angst und weiß nicht, was los ist, doch sie muss sich bald mit einer noch viel unbequemeren Wahrheit anfreunden: Ihr Vater hatte wesentlich mehr mit diesen untoten Monstern zu tun, als ihr lieb ist und er ist auch der Grund, warum sie sich nun in den Händen von Zombies befindet.

Cover Dark Love deutsch

Auf den ersten Blick (und auch auf den ersten paar Seiten) ist Dearly, Departed / Dark Love von Lia Habel zunächst einmal ein ziemliches Durcheinander und eine recht gewagte Mischung aus dystopischen, viktorianischen, post-apokalyptischen und ein paar Horror- und Steampunk-Elementen. Und zugegebenermaßen habe ich mich am Anfang auch ein wenig schwer damit getan. Komischerweise lag das hauptsächlich an der Anlehnung ans viktorianische Zeitalter, denn das wirkte in der Einleitungsphase etwas zu gewollt und ich wollte nicht so recht begreifen, wieso sich diese Menschen, die erstaunlich viel extrem moderne Technik besitzen, so sehr an ein veraltetes Gesellschaftsbild klammern. Das wird aber nach und nach sehr gut erklärt und hat sich irgendwann auch ziemlich natürlich für die Geschichte angefühlt und den Science Fiction Elementen so einen recht interessanten und neuen Anstrich verpasst.
Im Vordergrund stehen aber natürlich die Zombies, die in diesem Fall mal ein bisschen anders sind, als man sie normalerweise kennt. Zwar gibt es auch die komplett hirnlosen Fressmaschinen, die man aus Horrorfilmen kennt, viele sind aber doch mehr. Und einige Glückliche haben sich nach ihrem Tod kaum verändert. Die gesamte Geschichte und Krankheit der Zombies hat mir richtig gut gefallen und ich war ständig zwischen Faszination und Ekel hin und her gerissen. Auch die wissenschaftlichen bzw. biologischen Hintergründe fand ich ziemlich schlüssig und gut erklärt.
Deshalb haben mir auch besonders diese Charaktere so gut gefallen, denn vor allem die Zombies hat die Autorin erstaunlich feinfühlig beschrieben. Bram und seine Freunde haben alle ihre ganz eigenen Geschichten hinter sich und durch sie erfährt man hautnah, dass das Leben nach dem Tod alles andere als einfach ist. Daher haben sie sich auch alle eine gehörige Portion schwarzen Galgenhumors angewöhnt, der größtenteils wirklich lustig war. Aber auch Nora war ein wirklich toller und starker Charakter und es hat Spaß gemacht ihr dabei zuzusehen, wie sie sich endlich beweisen durfte.
Das Einzige, was mich neben dem etwas konfusen Anfang gestört hat, war, dass die Geschichte aus etwas zu vielen Perspektiven geschrieben wurde. Denn neben Nora und Bram berichten noch drei weitere Charaktere von ihren Erlebnissen. Das hat zwar den Vorteil, dass man überall vor Ort ist, manchmal musste ich mich aber ganz bewusst nochmal darauf hinweisen, wer denn nun eigentlich erzählt.

Alles in allem ist Dearly, Departed / Dark Love von Lia Habel aber ein gelungener Start für die Gone With the Respiration Reihe. Mit viel dunklem Humor, Steampunk und Science Fiction, ein paar gruseligen Momenten und natürlich einer Menge nicht ganz gewöhnlicher Zombies hat sie eine spannende und tolle Geschichte geschaffen, die noch viel Platz für eine gute Fortsetzung bietet. Auch eine zarte aber wirklich schöne Liebesgeschichte findet man natürlich in diesem Buch.

Mehr zu alldem werden wir sicher im zweiten Teil der Reihe erfahren, der voraussichtlich im Herbst 2012 unter dem Titel Dearly, Beloved (keine Rezension) in den USA erscheinen wird.
Die deutsche Ausgabe wird vermutlich zur gleichen Zeit bei uns erscheinen.

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Cover Delirium deutsch

Stellt euch eine Welt vor, in der Liebende als abscheulich, verachtenswert, gefährlich und krank gelten. Eine Welt, in der alle Erwachsenen keine tiefe Emotionen mehr haben, weil sie sich um ihren 18. Geburtstag herum einem neurologischen Eingriff unterzogen haben, der ihre Gefühlswelt zerstört. Eine Welt, in der die Erwachsenen vergessen haben, wie man Schmerz, Hass, Eifersucht und Angst empfindet, aber gleichzeitig auch keine tiefe Freude, inniges Glück, Wagemut oder Freundschaft mehr fühlen können. Eine Welt, in der man einen Lebenspartner zugewiesen bekommt und einem die Anzahl der Kinder, die man gebärt, vorgeschrieben wird. Eine Welt, die von Mauern und elektrischen Zäunen umschlossen ist. Eine Welt, in der die Liebe als Krankheit, als amor deliria nervosa bezeichnet wird. Eine Welt, in der Lena Ella Haloway Tibbles lebt...

Lena ist fast 18 und der Eingriff steht ihr bald bevor. Zu Beginn von Lauren Olivers Roman Delirium / Delirium kann Lena es nicht erwarten, endlich auch geheilt zu werden. Weil ihre Mutter sich aus Liebeskummer von einer Klippe gestürzt hat und ihre Cousine aus Liebeskummer einen tödlichen Herzanfall bekommen hat, ist ihre ganze noch lebende Familie in Verruf geraten. Aus diesem Grund möchte Lena einfach nur so normal und gefühlsarm wie alle anderen sein: keine großen Emotionen mehr, kein Drang mehr, auch mal verrückte Dinge zu tun, keine Ansteckungsgefahr mehr...

Doch dann begegnet Lena Alex: Alex mit Haaren, die wie Herbstlaub leuchten und hellen bernsteinfarbenen Augen. Alex, der Lena das Tanzen beibringt und der ihr zeigt, wie beengt, kleingeistig und fremdbestimmt ihr Leben bislang gewesen ist. Alex, der ihr eine Welt ohne Vorschriften zeigt. Der ihr aus verbotener Lyrik vorliest und der ihr Leben auf den Kopf stellt, weil er ihr zeigt, wie schön, aber gefährlich die Liebe ist...

Cover Delirium englisch

Lauren Oliver hat mit Delirium / Delirium den ersten Band einer dystopischen Trilogie geschrieben. Das Buch fängt mit leisen Tönen an: Der Leser lehnt Lena, ihre Lebensumstände und die gesell-schaftlichen Gegebenheiten kennen. Im Laufe der Zeit wird das Buch dann zunehmend spannender, was natürlich auch an Alex und dem Verbotensein ihrer Beziehung zueinander liegt. Ständig laufen die Beiden Gefahr, erwischt zu werden und der Leser hofft und bangt, dass genau das eben nicht passiert. Lena ist ein ziemlich interessanter Charakter: Auf den ersten Blick klein, unscheinbar und angepasst, hat ihr das Leben schon einiges zugemutet. Doch es braucht nur ein wenig Anregung von außen, um die Tiefe ihres Charakters und die Kraft und Power, die in ihr stecken, hervorzulocken.
Darüber hinaus schreibt Lauren Oliver mit der ihr eigenen Brillanz, die mir nicht nur Lenas Welt und ihre Empfindungen nahe gebracht haben, sondern die mich auch manchmal ganz atemlos vor Bewunderung gemacht hat. Ihre Bücher sind einfach ein Genuss und Delirium / Delirium ist da keine Ausnahme. Für Delirium / Delirium muss ich auch der Übersetzerin Katharina Diestelmeier ein Kompliment machen, da das Buch auf Deutsch ebenso wunderbar zu lesen war wie das Original.

Wenn euch diese Rezension gefallen hat und ihr mehr zum Buch wissen wollte, findet ihr hier die Rezension von ND zur englischsprachigen Ausgabe des Buches Delirium / Delirium. Band 2 der Trilogie Pandemonium / Pandemonium erscheint im Original am 28.02.2012.

Ganz herzlich bedanke ich mich beim Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar. Die deutsche Ausgabe des Buches besticht in Natura übrigens durch ein wirklich schönes Cover.

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Cover Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel deutsch

In einer stürmischen Nacht versucht das Rentier Sternschnuppe verzweifelt den Blitzen auszuweichen. Doch heute ist es viel schwieriger als sonst und so kommt es, dass Sternschnuppe sich fürchterlich erschreckt und sich vom Wohnwagen losreisst.
Wenig später gibt es einen fürchterlichen Aufprall und der Wohnwagen samt Bewohner landet neben dem Bürgersteig einer kleinen Straße. Drinnen ist alles, was nicht niet- und nagelfest ist durcheinandergepurzelt und auch den Eigentümer, Niklas Julebukk, hat es aus dem Bett geschleudert. Vorsichtig späht er nach draußen und sieht, dass sowohl sein Rentier geflüchtet ist, als auch die Räder seines Wagens kaputt sind. Es hilft alles nichts, das muss repariert werden.
In einer Kommode wird fürchterlich geschimpft und das ist auch gleich Niklas Stichwort. Also lässt er die Kobolde heraus, damit sie sich ans Werk machen. Ihm ist nicht ganz wohl auf der Erde, denn er befürchtet die Entdeckung durch Waldemar Wichteltods Helfer. Denn wie man es sich schon denkt, Niklas ist kein gewöhnlicher Mensch, nein, er ist der letzte richtige Weihnachtsmann. Auch wenn er weder kugelrund ist, noch einen weißen Rauschebart trägt.

Am nächsten Morgen entdecken Schulkinder den Wohnwagen, unter ihnen auch Ben. Da Ben weder ein Mathegenie ist, noch mit der Sprache gut umzugehen weiß, lässt er sich auf eine Wette mit Mike ein. Dieser würde ihn bei der nächsten Mathearbeit abschreiben lassen, wenn Ben an die Wohnwagentür klopft und wartet bis jemand öffnet. Gesagt - getan. Als Niklas die Tür öffnet, stammelt Ben nur ein paar Worte und flüchtet. Allerdings hat er merkwürdige Dinge im Wohnwagen hinter dem dünnen Mann entdeckt und das lässt ihn den ganzen Tag nicht los.
Am Nachmittag steht er also wieder vor der Tür und dieses Mal läuft er nicht weg. Niklas bittet ihn herein zu einer Tasse Kakao und was Ben im Wohnwagen alles erfährt und sieht, erstaunt ihn sehr.
Hilfsbereit erzogen wie Ben nun einmal ist, will er Niklas helfen und hält ebenfalls nach den Helfern des Schurken Waldemar Wichteltod Ausschau.

Etwas unerwartet, und nicht zur Freude Bens, gesellt sich ihnen noch Charlotte hinzu, eine Neue in der Straße. Doch schon bald raufen sich die Beiden zusammen und das ist auch bitter nötig - die Nussknacker sind Niklas auf den Fersen und schon verdammt nah.

Mein erstes Weihnachtsbuch in diesem Jahr ist also nun Als der Weihnachtsmann vom Himmel fiel von Cornelia Funke mit Illustrationen von Regina Kehn.
Da ich schon einige Bücher von ihr gelesen habe, wusste ich von vorneherein, dass es mir gefallen würde. Die Autorin hat meines Erachtens nach hier den richtigen Ton gefunden für junge und auch erwachsene Leser. Die Geschichte soll einem den wahren Sinn von Weihnachten offenbaren und etwas weggehen vom Konsumhype.

Für mich ein sehr gelungenes Buch für jung und alt und in jedem Fall eine Empfehlung für die Vorweihnachtszeit. Und wer sich lieber den Film anschauen möchte, der hat seit dem 24.11.2011 die Gelegenheit dazu im Kino.

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Cover Yelena und die verlorenen Seelen deutsch

Enthält Spoiler zu Poison Study / Yelena und die Magierin des Südens und Magic Study / Yelena und der Mörder von Sitia.

Zwar haben Yelena und Valek es in letzter Sekunde geschafft, Ferde davon abzuhalten sein Ritual zu vervollständigen und konnten ihn gefangen nehmen, doch die Freude darüber währt nicht lange. Ausgerechnet Cahil begeht Verrat und befreit Ferde aus seiner Zelle. Gemeinsam sind sie nun mit einer Gruppe Daviian Vermins auf der Flucht und keiner weiß, wo sie sich aufhalten.
Doch dann bekommt Yelena einen Tipp von Moon Man und zusammen mit Leif und Marrok, dem alten Anführer von Cahils Heer, machen sie sich auf die Verfolgung. Gleichzeitig plagen Yelena aber auch erste Zweifel, was sie mit ihren Mächten überhaupt anfangen soll, jetzt wo sie weiß, was sie alles tun kann. Die Leute begegnen ihr entweder mit Furcht oder sehen zu ihr als ihr Anführer auf, der alles stets im Griff haben soll. In Wirklichkeit hangelt sich Yelena aber nur von Situation zu Situation und ist meist heilfroh, mit dem Leben davon zu kommen. Langsam bekommt sie das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Jeder erwartet etwas von ihr und der Druck wächst ihr über den Kopf.
Als wäre das noch nicht genug, schickt ihr jemand Botschaften durch das Feuer und die erschrecken Yelena mehr, als sie zugeben möchte. Sie hat stark Roze im Verdacht, kann ihre Schuld aber nicht beweisen.
Schon bald ist das aber irrelevant, denn die Suche nach Ferde und Cahil hat absoluten Vorrang. Die Gefährten haben zwar nur wenige Anhaltspunkte, doch es ist klar, dass die Flüchtlinge nichts Gutes im Schilde führen. Das große Ganze können Yelena und ihre Freunde zwar noch nicht überblicken, allerdings säumen wieder Ritualmorde den Weg der Daviian und sie gewinnen immer mehr an Macht und Einfluss. Es dauert nicht lange und der Spieß ist umgedreht.
Wie sollen Yelena und ihre Freunde aber eine Chance gegen sie haben, wenn es so aussieht, als könnten sie niemandem mehr vertrauen und selbst zu Gejagten werden?

Cover Fire Study englisch

Der letzte Teil von Maria V. Snyders Study / Yelena-Reihe hat wieder absolut zu überzeugen gewusst. Trotzdem fällt es mir ziemlich schwer meine Meinung zu Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen zu fassen.
Von Anfang an hat es sich ein bisschen anders gelesen, als seine beiden Vorgänger. Es wirkte irgendwie ein bisschen unheilvoll, was sicher auch an Yelenas Laune und Einstellung lag, denn sie weiß wirklich nicht so recht, was sie mit sich anfangen soll. Sie ist zwar wie gewohnt stark und sarkastisch, dahinter verstecken sich aber jede Menge Zweifel, die ihr und ihren Freunden einiges abverlangen. Ich kann nicht sagen, dass ich immer einverstanden war, mit den Einstellungen, Taten und Launen der einzelnen Charaktere, allerdings hat es Gott sei Dank keinen Einfluss auf die Sympathien genommen.
Allerdings haben sich dadurch ein enormer Druck und eine entsprechend gedrückte Stimmung aufgebaut, die dem Buch eine recht melancholische Stimmung verliehen hat. Überhaupt wusste ich oft nicht, ob ich jetzt lachen oder weinen sollte und gerade gegen Ende haben sich die beiden Emotionen im Minutentakt abgewechselt. An Spannung und Wendungen mangelt es in diesem Buch wahrlich nicht.
Womit ich ein bisschen zu kämpfen hatte, was mir gleichzeitig aber irgendwie auch gefallen hat, war, dass die Geschichte nicht mehr so direkt und greifbar war, wie in den anderen beiden Büchern. Die Magie und ihre Auswirkungen haben keine geordneten Bahnen und es ist alles möglich, gerade was Yelenas Kräfte und ihren Platz als Seelenfinder angeht. Das war teilweise fast ein bisschen viel und überfordernd, hat andererseits aber prima zur erdrückenden Stimmung gepasst.
Einziger echter Kritikpunkt ist, dass einzelne Elemente gerade im Mittelteil sehr an die Geschehnisse vom zweiten Band erinnert haben, vor allem was die Rolle der Daviian und ihrer Riten angeht. Zwar hat das alles seinen Sinn und wird am Ende logisch zusammengesetzt, allerdings hat es zu dem Zeitpunkt etwas aufgewärmt gewirkt. Das hätte man cleverer und frischer hinkriegen können.

Trotzdem ist Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen von Maria V. Snyder ein gelungener Abschluss für die Study / Yelena-Trilogie. Zwar hat mich das Ende mit einem melancholischen Gefühl zurück gelassen, eigentlich bin ich aber sehr zufrieden damit. Es lässt einiges offen, die wichtigen Stränge wurden aber zu einem schlüssige und befriedigendem Ende versponnen.

Eine Art Companion-Reihe gibt es in Form der Glass-Trilogie. Diese handelt von Opal und ihren Fähigkeiten, denen wir zum ersten mal in Magic Study / Yelena und der Mörder von Sitia begegnet sind und die auch in Fire Study / Yelena und die verlorenen Seelen wieder eine Rolle spielen. Auch einige andere bekannte Charaktere sieht man dort wieder.

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