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Rezensionen

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Cover Goddess Interrupted englisch

Enthält Spoiler für The Goddess Test / Das göttliche Mädchen.

Die letzten sechs Monate hat Kate mit James in Griechenland verbracht. Doch nun naht der Herbst und es wird endlich Zeit für sie, zu Henry und den anderen Göttern zurückzukehren. Seit dem Morgen nach ihrer Hochzeit hat Kate ihn nicht mehr gesehen und sie kann es kaum erwarten, wieder mit ihm zusammen zu sein. Doch die Wiedervereinigung ist alles andere als erhofft. Henry wirkt eher gleichgültig und nicht wirklich so, als ob er sich freuen würde, Kate wiederzuhaben. Schnell kommen alle ihre alten Ängste wieder hoch und sie fragt sich, ob er für sie jemals genug empfinden wird. Und solche Zweifel kann sie gerade überhaupt nicht gebrauchen, denn ihre Krönungszeremonie, in der sie zur Königin der Unterwelt gemacht werden soll, steht sofort nach ihrer Ankunft an.
Bevor Kate jedoch die bisher schwerste und endgültigste Entscheidung treffen muss, wird Henrys Palast angegriffen. Und das ausgerechnet von der einzigen Kreatur, die einen Gott töten kann: Einem Titan. Schnell wird klar, dass er nicht besiegt werden kann, doch für Henry ist es bereits zu spät. Er wird gefangen genommen. Kate ist wild entschlossen, ihn zu befreien. Allerdings weiß niemand, wo sich der Titan befindet. Die einzige Person, die vielleicht helfen kann, ist jemand, den Kate am liebsten niemals treffen würde. Ihre eigene Schwester und die Frau, die Henrys Herz gebrochen hat und die er immer noch liebt, Persephone.

Cover Das göttliche Mädchen deutsch

Goddess Interrupted / Die unsterbliche Braut von Aimée Carter gehört zu den Büchern, bei denen die Fortsetzung den ersten Band spielend übertrifft. Zwar gab es auch hier wieder ein paar kleinere Ungereimtheiten, die man eigentlich hätte verhindern können, dafür konnte mich die restliche Geschichte überzeugen. Zum Großteil ist das definitiv Kate zu verdanken. Die Fragen, die sie sich stellt und die darauffolgenden Entscheidungen waren nachvollziehbar und haben sie nur noch sympathischer gemacht, was viele ihrer Kolleginnen in anderen Büchern nicht schaffen. Denn obwohl auch sie die üblichen Zweifel plagen und manchmal dann doch eine Dummheit begeht, so ist sie dabei immer menschlich und geht einem nicht auf die Nerven. Henry ist in diesem zweiten Teil ein schwieriger Charakter. Die meiste Zeit konnte ich nicht wirklich begreifen, warum er sich so kühl verhält und es war fast wieder so, wie im ersten Buch; als ob Kate mit ihm wieder bei Null anfangen müsste. Es dauert eine Weile bis man hinter seine Beweggründe kommt. Mir blieb er glücklicherweise aber sympathisch und diese etwas aufbrausendere Seite an ihm hat mir gut gefallen. Auch über Persephone ist er immer noch nicht hinweg und das ist vermutlich auch das, was Kate am allermeisten zu schaffen macht. Und obwohl ich Dreiecksbeziehungen hasse (wie manche von euch mittlerweile vielleicht wissen ;) ), so fand ich es in diesem Fall erstaunlich gut gelungen. Auch wenn ich Henry ab und zu einfach nur gerne gepackt und geschüttelt hätte.
Zum Glück hat die Grundgeschichte um die Titanen aber genug hergegeben, um immer noch im Hauptaugenmerk zu stehen. Außerdem gibt es viele neue Charaktere und auch einige der anderen Götter lernt man endlich etwas näher kennen. Diesmal wird auch wesentlich deutlicher, dass es sich tatsächlich um die griechischen Gottheiten handelt, was im ersten Buch doch etwas untergegangen ist. Das alles hilft dabei, Kates Liebeskummer in einer guten Balance zu halten. Das ist auch eigentlich nicht so schwer, denn obwohl es schon viel um unerwiderte Liebe geht, ist es nicht zu kitschig. Im Gegenteil, die Grundstimmung ist einfach nur traurig und bedrückt.

Macht aber nichts, denn genau das macht Goddess Interrupted / Die unsterbliche Braut von Aimée Carter zu so einem schönen Buch. Besser als sein Vorgänger weiß es die griechische Mythologie in eine moderne Geschichte zu packen und bietet eine ausgewogene Mischung aus Romantik und Action, sowie eine sympathische Heldin, mit der ich mich gut identifizieren konnte.

Goddess Interrupted / Die unsterbliche Braut erscheint am 27. März 2012 in den USA. Der letzte Teil The Goddess Inheritence / Der Preis der Ewigkeit folgt im Frühjahr 2013. Auch bei uns werden die Bücher über kurz oder lang zu erhalten sein, denn im Juni 2012 kommt der erste Teil The Goddess Test / Das göttliche Mädchen in die Buchhandlungen.

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Der Koch

02.02.2012
Cover Der Koch deutsch

Maravan ist ein tamilischer Hilfskoch aus Sri Lanka, der in dem Züricher Sternelokal Huwyler als Tellerwäscher und Mädchen für alles eingestellt ist. Dass der leidenschaftliche und begnadete Koch Maravan mehr drauf hat als alle Köche im Huwyler zusammen, nimmt einzig die Servicekollegin Andrea wahr. Als Maravan sich den Rotationsverdampfer des Lokals ungefragt ausleiht, um Andrea mit einem aryuvedischen erotischen Essen nach dem Rezept seiner Großtante zu bezirzen, wird er tags darauf gefeuert.

Andrea, die wegen der Geschichte eigentlich ziemlich sauer auf Maravan ist, ist von der Wirkung des Menüs dennoch überrascht. Schließlich überredet sie Maravan, zusammen eine Catering-Firma für Liebesmenüs zu gründen. 'Love Food' kocht zunächst für Paare, die von einer Sexualtherapeutin vermittelt werden. Doch die anregende Wirkung des Menüs spricht sich rum und die Kundschaft wird immer wichtiger und einflussreicher, aber - zu Maravans Leidwesen - hat sie auch immer weniger Moral...

Die Geschichte, die Martin Suter in Der Koch erzählt, ist durchdacht und handwerklich toll geschrieben. Man kann sich genau vorstellen, wie es bei Maravan aussieht, wie gerne und inbrünstig er kocht und auch was Andrea, Makeda oder der unsägliche Dalmann für Persönlichkeiten sind. Auch der Bürgerkrieg in Sri Lanka, die Probleme, die Asylbewerbe in der Schweiz (und vermutlich nicht nur dort) haben, die finsteren Deals der Waffenschieber werden anschaulich und eindringlich erzählt. Dennoch konnte mich Der Koch nicht so packen, wie es Small World (keine Rezension) oder Die dunkle Seite des Mondes (keine Rezension) getan haben. Irgendwie waren mir die Charaktere diese Mal zu glatt und die Handlung erschien mir arg konstruiert: Als hätte der Autor sich gesagt, man nehme ein Handwerk, das polarisiert (= das Kochen), hübsche Frauen (= Andrea, Makeda und Sadana), finstere Gestalten (= Dalmann, seine halbseidenen Kontakte und Makedas Milieu), ein politisch brisantes Thema aus dem Inland (= Asyl und Asylpolitik in der Schweiz), ein weiteres politisch brisantes Thema, welches den westlichen Nationen ziemlich fern war (= der Bürgerkrieg in Sri Lanka) und einen Clou (= der wird natürlich nicht verraten) und schon ist der Erfolg des Buches gesichert.

Vielleicht tue ich Martin Suter ja Unrecht und das Buch ist ganz anders entstanden. Der oben geschilderte Eindruck blieb mir aber über das Lesen hinaus präsent. Einen sonstigen, eher positiven Nachhalleffekt hat das Buch leider nicht bewirken können. Aus diesem Grund bekommt Der Koch nur eine mäßige Bewertung. Diese fällt allerdings um einen halben Stern positiver aus, weil ich die Idee, die genannten Menüs zum Nachkochen abzudrucken, sehr schön finde - auch wenn ich sicher nicht anfangen werde, anregende Eislutscher aus Lakritz, Honig und Ghee zu zaubern...

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Cover Der Zauberhut deutsch

Etwas, was eigentlich nicht hätte geschehen sollen, geschah. Auf der Scheibenwelt wurde der achte Sohn eines achten Sohnes geboren. Jeder achte Sohn eines Mannes ist dazu auserkoren Zauberer zu werden und sich voll und ganz der Magie zu verschreiben. Für Liebesschwüre gibt es in der Welt der Zaubersprüche und Spitzhüte keinen Platz und so ist es schon sehr ungewöhnlich, dass ein Zauberer sich fortpflanzt. Die Zauberer haben Ipslore aus der Universität verstoßen und so lebt er fortan mit seiner Frau und den entzückenden Kindern außerhalb der Stadt. Als nun Tod persönlich an seine Tür klopft versucht er sich vor dem unvermeidlichen zu drücken und schafft es tatsächlich Tod zu überlisten. So fristet er sein weiteres Leben in seinem Zauberstab, welchen er an seinen Sohn Münze weitergibt. Erst wenn dieser ihn von sich wirft, will Ipslore sich dem Tod stellen. Und das kann bekanntlich lange auf sich warten lassen, sind doch Zauberer quasi mit ihrem Stab verwachsen.

Jahre später, am Tag der Ernennung eines neuen Erzkanzlers der Unsichtbaren Universität, geschieht das Unvermeidliche - Münze folgt seiner Bestimmung und fordert ein Duell. Natürlich nimmt ihn kein Zauberer für voll, bis er beweist, dass in ihm mehr steckt als in allen Zauberern zusammen. Wohl oder übel zollen sie ihm Respekt - oder auch Ehrfurcht.
Er verlangt Erzkanzler zu werden und nach einigem hin und her soll es geschehen. Doch um Oberhaupt der Zauberer zu werden, ist es von aller höchster Wichtigkeit in einer Zeremonie den Hut des Erzkanzlers überreicht zu kriegen. Dieser wird allerdings still und heimlich gestohlen, sehr zu seiner Zufriedenheit.

Cover Sourcery englisch

Natürlich muss sich der Dieb des Hutes ausgerechnet in der Kneipe nach einem Zauberer umschauen, in der Rincewind sich den Abend schön trinkt. So kommt es, dass er als erstes vom Diebstahl erfährt und unfreiwillig in ein Abenteuer mit ungenauem Ausgang gerät. Wie üblich also. Denn der Hut möchte nur eins - so weit weg von der Universität wie möglich.
Rincewind, der von der Ankunft Münzes nichts mitbekommen hat, ist schockiert und fühlt sich in seiner Ehre als Zauberer verletzt. Leider bleibt ihm keine andere Wahl, denn der Dieb hat mehr als nur ein überzeugendes Argument ihn voran zu treiben und so befinden sie sich wenig später auf der Reise nach Klatsch.

In Ankh-Morpork übernehmen derweil die Zauberer die Regierung und erhalten durch Münze das erste Mal die Chance wirklich zaubern zu können. Nach kurzer Zeit ist Ankh-Morpork kaum mehr zu erahnen, geschweige denn am Geruch zu erkennen.

Der fünfte Discworld / Scheibenwelt-Roman bringt uns wieder mit Rincewind und Truhe zusammen, denen wir schon in The Colour of Magic / Die Farben der Magie und The Light Fantastic / Das Licht der Phantasie durch die unmöglichsten Situationen folgen durften. Wir lernen Conina kennen, die auf Grund ihrer Herkunft in beinahe allen Situationen einen kühlen Kopf und auch Stahl bewahrt. Schließlich ist sie die Tochter des Barbaren Cohen.

Ich habe für dieses Buch des Autoren Terry Pratchett außergewöhnlich lange gebraucht, da mich die Geschichte nicht wirklich mitreißen konnte. Leider lässt Sourcery / Der Zauberhut an Witz zu wünschen übrig und kann es meines Erachtens nach nicht mit seinen Vorgängern aufnehmen. Zwar erhält man nun mehr Einsicht in die Hierarchie der Zauberer und lernt auch andere Kontinente und Völker kennen, aber so richtig spannungsgeladen ist es leider nicht.

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Cover Warm Bodies englisch

R hat so gut wie alles aus seinem alten Leben vergessen. Er trägt einen Anzug und Krawatte, vielleicht war er ein Geschäftsmann. Vielleicht, vielleicht aber auch nicht hat sein Name mit einem R angefangen. Er weiß nicht einmal mehr, wie alt er ist.
Seit er ein Zombie ist, hat R quasi keine Identität mehr. Doch im Gegensatz zu den meisten seiner Artgenossen, deren Gedanken sich in der Regel hauptsächlich um Fressen und Stöhnen zu drehen scheinen, ist R sehr unzufrieden mit seinem Dasein. Er ist traurig, nichts mehr fühlen zu können, alles vergessen zu haben, nicht mehr lesen und kaum noch sprechen zu können. R ist ein sehr deprimierter Zombie und selbst unter Monstern ein Außenseiter.
Doch wenn es ums Fressen geht, sind alle Zombies gleich. Auch R. Der Hunger ist einfach unbezwingbar und kann nur mit Menschenfleisch gestillt werden. Besonders beliebt sind dabei die Gehirne, denn so können die Zombies für ein paar Sekunden die Gedanken ihrer Opfer erleben. Echte Erinnerungen. Bei einem solchen Beutezug passiert R aber etwas Merkwürdiges: Als er sich gerade das Gehirn eines jungen Mannes einverleibt, erlebt er die klarsten und realsten Visionen, die er jemals gesehen hat. Und fast alle drehen sich um eine schöne junge Frau. Julie. Irgendetwas in R verändert sich und als er Julie ebenfalls im Raum entdeckt, weiß er sofort, dass er sie vor den anderen Zombies beschützen muss.
Damit setzt er Entwicklungen in Gang, die die heruntergekommene Welt vielleicht für immer verändern können, sowohl für die Menschen, als auch für die Zombies.

Mit Sicherheit war Warm Bodies / Mein fahler Freund von Isaac Marion eines der merkwürdigsten Bücher, die ich jemals gelesen habe. Zum einen liegt das natürlich an der ungewöhnlichen Perspektive. Die Sicht eines Zombies sorgt automatisch für ein etwas anderes Leseerlebnis. Trotz seiner blutrünstigen Seite kann man fast gar nicht anders, als R zu mögen. Er ist sehr sensibel, nachdenklich und schrecklich unglücklich. Außerdem hat er auch jede Menge sarkastischen Humor, so dass ich die meiste Zeit nicht wusste, ob mir zum lachen oder zum weinen zumute war. Ganz besonders dann, wenn er trotz seiner feingeschliffenen Gedanken einfach keinen anständigen Satz formulieren konnte. Er ist fremdartig und gleichzeitig aber auch so vertraut, dass man sich leicht mit R identifizieren konnte.
An sich ist die Geschichte von der Handlung her relativ knapp. Sehr viel spielt sich in Rs Kopf ab, was zwar jede Menge Monologe bedeutet, zum Glück wurden sie aber nie langweilig. Dafür ist R als Charakter einfach zu interessant und unterhaltsam. Der Schreibstil ist elegant und poetisch, schlägt aber auch ab und zu rüdere Töne an, vor allem wenn es an die doch eher ekligeren Zombieaktivitäten geht. Der Kontrast wird noch durch die anatomischen Illustrationen aus dem Lehrbuch Gray's Anatomy unterstrichen, die immer wieder eingefügt sind.

Cover Mein fahler Freund deutsch

Auch die Richtung, in die sich das Buch entwickelt, ist nicht unbedingt das, was man bei einem Roman über Zombies erwartet. Denn es ist nunmal auch eine Liebesgeschichte (wer genau hinschaut wird sogar Anlehnungen an einen bekannten Klassiker entdecken), bei der man allerdings bis zum Ende nicht so genau weiß, wohin das eigentlich führen soll. Da liegt auch eines meiner zwei Probleme mit Warm Bodies / Mein fahler Freund. Denn das Ende ist doch sehr schnell und knapp geraten. Es blieben ein paar kleinere (und größere) Fragen offen, auf die ich gerne noch Antworten bekommen hätte, um das Buch komplett zufrieden zuschlagen zu können. Ob das jetzt absichtlich so ist, oder ob sich der Autor noch ein Türchen für eine potenzielle Fortsetzung offen lassen wollte, weiß ich nicht. Zum Glück ist es aber auch nicht so schlimm, dass man als Leser vollkommen ahnungslos zurückgelassen wird, wenn auch ein paar Details mehr schön gewesen wären.
Mein anderes Problem waren die etwas zu häufigen Ausflüge in Perrys (Julies Freund) Kopf. An sich haben auch sie mir gut gefallen; man erfährt viel über ihn selbst, Julie, die Menschheit und ein paar wirklich intensive Szenen werden dadurch ermöglicht. Dennoch hätten es nicht so viele sein müssen. Stattdessen hätte ich lieber noch mehr von R und auch Julie gehört.

Trotzdem ist Warm Bodies / Mein fahler Freund von Isaac Marion ein ungewöhnliches und sehr empfehlenswertes Buch für jeden, der mal eine etwas andere Seite auf Zombies erleben möchte. Es ist traurig und melancholisch, regt zum Nachdenken an, unterhält aber auch mit einer gehörigen Portion schwarzen Humors und einem sehr ungewöhnlichen Helden. Auch wenn das Ende etwas ausführlicher sein könnte, ist Warm Bodies / Mein fahler Freund kein Buch, das ich so schnell vergessen werde.

Übrigens wird Warm Bodies / Mein fahler Freund auch bald auf der Leinwand zu sehen sein. Im Frühjahr 2013 soll die Verfilmung mit Nicholas Hoult (About a Boy, X-Men), John Malkovich (Burn after Reading, Transformers 3) und Teresa Palmer (I Am Number Four) in die Kinos kommen.

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