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Cover Stuck-Up Suit

Für Soraya hat es wie jeder andere Tag angefangen, als sie im Zug von Brooklyn zur ihrem Job bei einer Zeitungskolumnistin in Manhattan fuhr. Doch dieser Tag sollte ihr Leben verändern, denn als sie das Handy des gutaussehenden aber auch ziemlich arroganten Geschäftsmanns, der ihr gegenüber saß und den sie heimlich beobachtet hatte, findet, ist ihr noch nicht klar, dass sie dadurch dem wichtigsten Menschen in ihrem Leben begegnen wird.
Noch sieht es aber gar nicht danach aus, denn Graham Morgan, dessen Namen Soraya nach ein bisschen Schnüffelei in seinem Handy herausgefunden hat, scheint alles andere als ein netter Kerl zu sein. Deswegen hat Soraya auch überhaupt kein schlechtes gewissen Graham genau zu sagen, was sie von ihm hält.

Graham kann es nicht fassen, wie die junge Frau, die sein Handy gefunden hat mit ihm redet. Noch nie hat ihn jemand dermaßen herausgefordert und sein Verhalten in Frage gestellt. Schon bald ist er wie besessen von Soraya - und das, obwohl er noch nie ihr Gesicht gesehen hat. Doch wenn die schmutzigen Bilder, die sie auf seinem Telefon hinterlassen hat um ihn zu quälen, ein Hinweis sind, dann wird ihm das Gesamtpaket auch gefallen.

Soraya und Graham sind unterschiedlich wie Tag und Nacht - doch als sie sich nach einigen Textnachrichten endlich zum ersten Mal leibhaftig gegenüber stehen, wissen beide, dass da etwas zwischen ihnen ist. Ihre Begegnung war wie Schicksal. Doch nichts konnte die beiden darauf vorbereiten, was das Schicksal als nächstes für sie bereit hält...

Stuck-Up Suit von Vi Keeland und Penelope Ward ist ein Begleitroman zu dem ersten gemeinsamen Werk dieser beiden Autorinnen, Cocky Bastard, der mir wirklich gut gefallen hat. Merkwürdigerweise bin ich eigentlich kein sonderlich großer Fan ihrer Einzelarbeiten, aber ihre Kollaborationen sind einfach richtig gut. Denn auch Stuck-Up Suit hat mir ziemlich gut gefallen.
Besonders Soraya habe ich von Anfang an ins Herz geschlossen. Sie ist frech und selbstbewusst und absolut keiner dieser High Society Hungerhaken, sondern mit Leib und Seele Brooklynite. Sie hat Kurven dank ihrer italienischen Vofahren und ihren ganz eigenen Style - inklusive zu ihrer Stimmung passender Haarfarbe. Den Spaß, den sie sich am Anfang mit Graham erlaubt, nachdem er ihr nur seine doch sehr unfreundliche Seite gezeigt hat, hat das ganze nur noch verstärkt, denn sie lässt sich nicht so einfach wie Müll behandeln und hat überhaupt kein Problem damit, Graham in seine Schranken zu weisen. Kurzum, sie ist eine starke, sympathische Heldin, mit der man sich nur zu gern identifiziert.
Und so unsympathisch Graham am Anfang der Geschichte auch war - auch er ist mir in kürzester Zeit ans Herz gewachsen. Es hat seine Gründe, wieso er so barsch ist, wie er nunmal ist, und auch wenn das keine Entschuldigung sein soll, ist es doch eine Erklärung. Er will sich aber ändern und mit Sorayas Hilfe sind auch sehr schnell Fortschritte in seinem Verhalten zu erkennen. Ich fand ihn jedenfalls sehr sympathisch und einige der Dinge, die er für Soraya tut waren einfach unglaublich süß. Er hat zwar den ein oder anderen Moment, in dem er mir ein wenig zu nah an das Stalker-Klischee kommt, aber das sind Gott sei Dank nur sehr vereinzelte Szenen, die er schnell wieder wett macht.
Natürlich kann es aber nicht so einfach und problemlos klappen zwischen Graham und Soraya. Sind sind wie gesagt unterschiedlich wie Tag und Nacht. Soraya kommt aus Brooklyn und fällt mit ihrem schrillen Stil und ihrer frechen Art definitiv auf. Und Graham verkehrt in feineren Kreisen und dinniert mit der High Society New Yorks. Trotzdem funktioniert es zwischen den beiden irgendwie – zumindest bis Grahams Vergangenheit aus der Versenkung auftaucht und sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Graham und Soraya müssen für das kämpfen, was sie haben, auch wenn sich vor allem Soraya irgendwann nicht mehr sicher ist, ob ihre Beziehung wirklich richtig ist...Viel mehr will ich zur Handlung von Stuck-Up Suit eigentlich gar nicht sagen, denn auch wenn die Wendungen sicher nicht besonders einfallsreich sind, hat es das Buch dennoch spannend gehalten und die Geschichte ziemlich emotional gemacht.

Wie gesagt harmonieren die Schreibstile von Vi Keeland und Penelope Ward wirklich gut und im Grunde fand ich auch, dass sie ein sehr gutes Gefühl für Timing und ihre Dialoge hatten. Trotzdem gab es das ein oder andere Gespräch, dass stellenweise etwas gestelzt rüberkam - besonders wenn die Charaktere sich gegenseitig etwas Gefühlvolles oder Fundamentales vermitteln wollen. Das ist natürlich ziemlich schade, denn so kann ein Moment, der eigentlich sehr wichtig und bewegend ist, schnell mal etwas albern und abgedroschen wirken.

Trotzdem, unterm Strich fand ich Stuck-Up Suit von Vi Keeland und Penelope Ward einfach gut. Es war witzig, sympathisch und emotional und hat damit absolut genug Unterhaltung geboten, um die manchmal etwas dünne Handlung spielend über Wasser zu halten.

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Cover Seriously Funny - The Endlessy Quotable englisch

Das kleine Büchlein Seriously Funny - The Endlessy Quotable ist nun, über ein Jahr nach dem Tod des Autors erschienen. Jeder Leser seiner Bücher kennt sie, die vielen kleinen zitierwürdigen Anekdoten, die seinen Weg pflasterten. Egal ob er sein eigenes Leben bezeichnete oder in seinen vielen Romanen so machen Charakter eine untrübliche Weisheit in den Mund legte.

Hier sind nur einige wenige Zitate des Autors und seiner Charaktere aufgeführt, ein Gesamtwert würde wohl einer Enzeklopedie gleichkommen. Es gibt verschiedene Abschnitte, in denen die Zitate zusammengefasst sind und den Leser einstimmen.
Aus beinahe jedem Scheibenwelt-Roman findet sich wenigstens ein Zitat und lässt den leser schmunzeln.

Hier mein liebstes Zitat: 'A marriage is always made up of two people who are prepared to swear that only the other one snores.' aus The Fifth Elephant.

Für Pratchett-Fans ist es keine Frage - das Buch ist ein Muss, wenn auch recht dünn mit 128 Seiten und immer nur einem Zitat pro Seite.

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Cover Fooling Around Englisch

Julie ist an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen. Die letzten sechs Jahre hat sie damit verbracht, sich um ihre beiden schwerkranken Eltern zu kümmern. Dafür hat sie ihr Studium abgebrochen, ist zurück in ihr altes Kinderzimmer bei ihren Eltern gezogen und hat quasi jegliches Privatleben aufgegeben. Nun, da ihre Eltern beide verstorben sind, weiß Julie nicht so richtig, wie es mit ihr weiter gehen soll. Sie hat kaum Geld, einen vollkommen unterbezahlten Job und überhaupt keine Lust zu ihrer Schwester zu ziehen, bei der sie im Grunde wie ein besserer Babysitter und eine Haushaltshilfe behandelt wird.
Dann bekommt sie ein Angebot, dass nur sehr schwer abzulehnen ist: Der Geschäftsmann Eric Vincent braucht jemanden, der ihm während der nächsten drei Monate tatkräftig zur Seite steht, während er sich von einem Skiunfall erholt, bei dem er sich einen komplizierten Beinbruch zugezogen hat, der ihn vorübergehend an den Rollstuhl fesselt. Eric hatte mit seinen bisherigen Aushilfen absolut keine Geduld, die ihm schon nach kürzester Zeit furchtbar auf die Nerven gegangen sind. Doch irgendetwas an Julies ruhiger und unaufdringlicher Art lässt ihn hoffen, dass er mit ihr mehr Glück hat. Und das ist ihm immerhin eine Million Dollar wert – das ist die Summe, die Julie bekommt, sollte sie auf Erics Angebot eingehen und sich die nächsten drei Monate um ihn kümmern.
Julie weiß, dass es verrückt ist. Sie kennt Eric nicht und sollte eigentlich erst mal ihr Leben auf die Reihe bekommen. Doch wie sie bald lernen muss, ist es sehr schwer nein zu Eric zu sagen...

Fooling Around von Noelle Adams ist das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe und es war eigentlich gleich mal ein sehr vielversprechender Einstieg, denn diese kleine Geschichte hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Julie ist eine ganz normale, durchschnittliche Frau, bei der es leicht fällt sich mit ihr zu identifizieren. Sie ist sympathisch, gleichzeitig aber eher ruhig und relativ zurückhaltend. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass sie sich herumschubsen lässt...zumindest nicht bei Dingen, die ihr wichtig sind. Eric gegenüber weiß sie sich z.B. immer wieder zu behaupten und das ist jedes Mal wieder ziemlich unterhaltsam. Denn Eric kann ein echtes Ekelpaket sein. Er ist ein Kontrollfreak, weiß genau was er will und hat sehr präzise Vorstellungen. Wenn jemand nicht seinen Ansprüchen gemäß handelt kann er schon mal ausflippen und ganz schön gemein werden. Trotzdem mochte ich ihn einfach. Zum Teil lag das daran, dass er zu Julie einfach anders war. Auch ihr hat er regelmäßig seine ungeduldige und sardonische Seite gezeigt, gleichzeitig ist er aber auch immer human und sein Verhalten blieb vor allen Dingen immer glaubhaft.
Ansonsten gibt es nur relativ wenige Charaktere in dieser Geschichte. Das hat mir aber erstaunlich wenig ausgemacht, denn die wenigen, die es zusätzlich gibt, waren mir sehr sympathisch und haben viel zur Geschichte beigetragen. Vor allem Erics "kleines Geheimnis" hat es mir hierbei besonders angetan.
Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, dass Fooling Around dem ein oder anderen Leser zu ruhig ist. Tatsächlich passiert relativ wenig und auch Julies ruhige Art kann eventuell ein wenig zu einseitig sein. Mir hat das wie gesagt nichts ausgemacht, aber es ist doch eine echte Gefahr. Wer lieber Geschichten mit viel Drama und rasanten Wendungen will, dem kann ich fast garantieren, dass Fooling Around keine gute Wahl für ihn ist.

Allen anderen könnte Fooling Around von Noelle Adams schon gefallen. Es ist zwar von der Geschichte her absolut nichts Besonderes, allerdings mochte ich Julie und Eric einfach sehr gerne. Sie sich vielschichtige und interessante Charaktere, die nicht übertrieben, gleichzeitig aber auch alles andere als perfekt sind.
Übrigens ist das übertrieben sommerliche Cover vollkommen unpassend für die Stimmung in diesem Buch, die oft doch sehr ernste Töne anschlägt – mal ganz abgesehen davon, dass ich Julie kein bisschen in der Frau auf dem Bild wiedererkenne.

Fooling Around erscheint am 17. Mai 2016.

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Cover The Rule Book Englisch

Die 24-jährige Lainey ist frisch von der Uni und hatte das große Glück, sofort einen Job in ihrer Traumbranche zu ergattern. Sie arbeitet ab jetzt als zweiter Assistent in einer Marketingfirma in Seattle namens Starr Media, die gerade ganz groß im Kommen ist und einige berühmte Persönlichkeiten zu ihren Klienten zählt.
Lainey braucht diesen Job. Nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Mutter, die gerade mit einer schweren Krankheit zu kämpfen hat und jeden zusätzlichen Cent gebrauchen kann, um die stetig wachsenden Krankehausrechnungen zu begleichen. Deshalb hat sich Lainey ein paar Regeln zurecht gelegt - allerdings erst in dem Moment, in dem sie zum ersten mal ihrem unglaublich attraktiven aber auch etwas steifen Chef Brogan Starr kennenlernt:
1. Nenne deinen Boss nicht Antichrist, wenn er dabei ist. Zumindest nicht nochmal.
2. Starr nicht auf das, was...ähm...dein Boss in der Hose hat, oder auf seine Tattoos.
3. Verscherze es dir niemals mit dem bösartigen ersten Assistenten.
4. Vergiss nicht, das 300 Seiten starke Regelwerk für Mitarbeiter auswendig zu lernen.
5. Halte dich fern vom Hund des Chefs, wenn dir dein Kaschmir Pulli etwas wert ist.
6. Egal wie sehr dich die Grübchen deines Boss auch in Versuchung führen - Gib. Niemals. Nach.
7. "Der Aufzug hat meine Kleidung gefressen" ist keine gültige Begründung zu einem wichtigen Meeting halb nackt zu erscheinen.
8. Breche nicht sieben der Regel im Zeitraum deiner ersten Woche, wenn du das Geld dringend brauchst, um deine kranke Mutter zu unterstützen.
9. Was auch immer du tust ? verliebe dich nicht in deinen Boss. Siehe auch Regel über kranke Mutter.
10. Vergiss niemals die Regeln.
Doch das ist für Lainey bald wesentlich leichter gesagt, als getan...

Natürlich schafft es Lainey in The Rule Book von Jennifer Blackwood nicht so einfach ihre guten Vorsätze einzuhalten. Es scheint so, als würde sie jedes einzelne Mal ins Fettnäpfchen treten, wenn Brogan auch nur in der Nähe ist. Da hilft es auch nicht, dass sie ständig in Tagträumereien verfällt, wenn sie an ihn denkt - und das hat oft ziemlich chaotische und manchmal auch peinliche Folgen. Lainey ist schon wirklich ein komischer Vogel, doch ich mochte sie richtig gern. Sie ist im Grunde eine ziemlich toughe und starke Persönlichkeit, was sie aber nicht davon abhält, sich manchmal ganz schön zum Affen zu machen. Gleichzeitig ist sie aber auch richtig lustig. Die Geschichte ist ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt und es hat richtig Spaß gemacht, sich in ihrem Kopf herumzutreiben. Und das, obwohl sie ständig Brogan, seinen Tattoos und seinem schönen Gesicht hinterhergeschmachtet hat. Das ist eigentlich etwas, das ich gar nicht leiden kann in Büchern. Lainey macht das allerdings auf so ungewöhnliche, lustige und einfach sympathsiche Art, das mir das überhaupt nichts ausgemacht hat - ganz im Gegenteil.
Deswegen hat es mich auch nicht wirklich gestört, dass die sonstige Geschichte im Grunde sehr simpel aufgebaut ist. Es geht um die Irrungen und Wirrungen an einem neuen Arbeitsplatz, zickige Kollegen und neue Freunde. Alles also eigentlich nichts besonderes. Durch Laineys erfrischende Art und die doch meist ziemlich skurrilen Situationen, in die sie sich manövriert, ist in The Rule Book dennoch immer etwas geboten und es wird nie langweilig.
Natürlich trägt aber auch Brogan ein wenig zu der Handlung bei. Er hat ebenfalls jede Menge Regeln (wovon einige im oben bereits erwähnten 300-seitigen Handbuch festgehalten sind) und es wird schon recht früh klar, dass er nicht so recht weiß, woran er bei Lainey ist. Denn auf der einen Seite würde er seine quirlige neue Angestellte gerne näher kennenlernen, auf der anderen sollte er aber eigentlich seine gesamte Kraft seiner neuen Firma widmen. Natürlich kann er aber doch nicht ganz von Lainey lassen und es gibt einige wirklich süße Szenen zwischen den beiden.

Trotzdem ist Brogan eines der beiden Dinge, mit denen ich mich in The Rule Book nicht so wirklich anfreunden konnte. Er ist einfach ein wenig farblos und hat keinen wirklich bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Klar, er ist sympathisch und hat so seine Eigenheiten, die ihm eigentlich dabei helfen sollten, sich von der üblichen Helden-Riege ein wenig abzuheben. Trotzdem ist er ein bisschen untergegangen bzw. war sein Verhalten oft etwas zu starr und nicht immer ganz nachvollziehbar.
Die zweite Sache, die mir hier und da negativ aufgefallen ist, ist dass viele Entwicklungen etwas arg vereinfacht dargestellt wurden. Z.B. passieren in der Arbeit das ein oder andere Mal Dinge, für die Lainey nichts kann, an denen ihr aber die Schuld gegeben wird. Die Reaktion, die v.a. Brogan in diesen Situationen an den Tag legt, empfand ich persönlich einfach nicht als sonderlich realistisch. Vor allem gegen Ende passieren einige Dinge, die einfach zu bequem gelöst worden sind und schon ziemlich große Zufälle sein müssten, um wirklich so geschehen zu können.

Trotzdem ist The Rule Book ein Buch, das ich sehr gern gelesen habe. Jennifer Blackwood hat mit Lainey eine sehr, sehr sympathische Heldin erschaffen, über die ich gerne gelesen habe und die mit ihrer wirklich individuellen inneren Stimme einfach richtig Spaß gemacht hat.

The Rule Book erscheint am 9. Mai 2016.

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Cover Tausche Ehegatten gegen Mann im Kilt

Louise Schulzinger hat die Nase voll. Seit Jahren macht sie brav das, was andere von ihr verlangen. Für ihre zwei Söhne ist sie zum Dienstboten geworden und für ihren Mann ein Schmuckstück bei Events. Louise aber will mehr vom Leben. An ihrem 40. Geburtstag reicht es ihr.
Natürlich hat ihr Mann eine teure und aufwendige Party für sie organisiert, dabei wollte sie das nicht. Sie wollte es noch nie. Die Urlaube der Familie gehen auf weit entfernte Inseln in der Karibik, während sie es viel lieber etwas kühler hätte. Ihre Freundinnen sind beinahe ausschließlich wie sie - Frauen von reichen Ehemännern. Und doch wird sie nur von ihrer Sandkastenfreundin Debbie verstanden.

Beim gemeinsamen Essen vor der Party lässt Louise dann die Bombe platzen - sie verreist, alleine. Und nicht auf die Malediven, sondern ins schottische Hochland. Da wollte sie schon immer mal hin und ihrer Familie wird es wohl auch mal gut tun, wenn sie ein Auszeit nimmt.
Nach 22 Ehejahren reicht es, Louise will endlich machen was ihr gefällt und ihr Freude bereitet. Und das ist bequeme Kleidung tragen, die Natur genießen und sich ihrer Leidenschaft, dem Malen widmen.

So landet sie samt Hund im verregneten Schottland. So hat sie sich ihren Urlaub nicht vorgestellt. Mit einem riesigen Jeep muss sie sich zurecht finden, ihr Telefon hat kaum Empfang, das Navi hat sich verabschiedet und sie ist völlig falsch gekleidet mit ihren High Heels und dem Kostüm. Es hilft alles nichts, sie wollte es so, jetzt bleibt sie auch da.
Als sie endlich das kleine Cottage gefunden hat, trifft sie auch gleich auf den Besitzer und ist enttäuscht. Als großer Fan der Highland-Saga von Diana Gabaldon hoffte sie natürlich in Schottland einen tollen Mann in Kilt zu treffen, aber Alsdair Munro entspricht gar nicht ihren Vorstellungen eines Jamie aus ihren geliebten Büchern.
Der große Schotte ist mürrisch, wortkarg und offenbar total unfreundlich. Einzig ihr Hund Doc scheint ihn zu lieben.

Das Cottage bietet ihr zwar ein Dach über dem Kopf, aber in der Anzeige klang das alles ein wenig besser. Zum Heizen hat sie einen Offen, es gibt nur einen Gasherd und nicht mal einen Wasserkocher. Von einem Internetanschluss kann sie nur träumen. So hatte sie sich das wirklich nicht vorgestellt.
Aber sie würde das Beste aus ihrem Dilemma machen und sich wenigstens den kleinen Ort anschauen. Das sie dort Alsdair ständig in die Arme laufen würde, hätte sie allerdings nicht gedacht. Zudem lernt sie seine Mutter kennen, die sie sofort unter ihre Fittiche nimmt. Endlich kann Louise aus ihrem Kokon herauskommen und ihre Einsamkeit genießen, bis sie ein kleines Mädchen kennen lernt, das sich als Alsdairs Tochter herausstellt. Die Kleine ist gehörlos und doch schaffen Louise und Grace es sich anzufreunden. Sehr zum Gefallen von Mama Munro und zum Missfallen ihres Sohnes.
Alsdair braucht niemanden, der sich in das Herz seiner Tochter schleicht um es dann nur wenige Wochen später zu brechen. Genauso wenig wie er jemanden braucht, von dem er schon nach kurzer Zeit viel zu lebendige Träume hat.

Der Titel Tausche Ehegatten gegen Mann in Kilt sagt eigentlich alles aus über dieses Buch. Louise hat eine ziemlich unglückliche Ehe, auch wenn ihr Mann meint, ihr geht es gut und fehle es an nichts. Das sie aber auch Liebe braucht, geht ihm völlig ab.
Da ist es nur verständlich, dass sie mal Zeit für sich braucht. Und wo könnte es schöner sein als in den schottischen Highlands? Dorthin würde ich auch flüchten, wenn ich es denn müsste.
In ihrer Heimat bricht unter den Männern leichte Panik und auch Wut aus, als Louise verschwindet. Man merkt gerade in der Zeit dann auch, wie ihr Mann Alexander eigentlich tickt. Seine abfällige Art gegenüber Louise ist in meinen Augen unentschuldbar und ich wundere mich ein wenig, wie sie es ganze 22 Jahre mit ihm ausgehalten hat, bevor sie ausgebüxt ist.

Ein wenig befremdlich finde ich es allerdings, dass sie offenbar mit dem Vorsatz nach Schottland gereist ist, dort einen anderen Mann zu finden. Vielleicht hätte sie daheim einfach mal reinen Tisch machen sollen.

Besonders gefallen hat mir hier eigentlich Marge, Alsdairs Mutter. Sie macht auf mich einen gemütlichen und stets gut gelaunten Eindruck. So jemanden braucht man in seiner Umgebung um das Schicksal zu meistern. Sie hilft wo sie kann und hält sich sonst zurück.
Louise ist eine Frau die eigentlich weiß was sie will, aber es nicht schafft das auch zu erreichen. So kann sie gegen einen Tyrann wie Alexander natürlich nicht bestehen und hat es bei zumindest einem ihrer Söhne verpasst gegen zu steuern.
Alsdair ist ein gebranntes Kind, was Frauen angeht und hat so eine Schutzmauer um sich und sein kaputtes Herz erreichtet. Natürlich ist er nicht so grummelig wie er sich gibt und eigentlich passen die zwei von ihren Wesenszügen prima zusammen. Das hin und her von Flirterei und spitzen Bemerkungen ist amüsant und lässt die Geschichte so zu einem kurzweiligen Leseurlaub werden.

Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen, lediglich das viele Gefluche ging mir dann doch etwas auf die Nerven. Auch sollte hier vielleicht noch mal drüber gelesen werden, es gibt einiges an Formationsfehlern, eine Namensverwechslung und ein paar ziemlich holprige Sätze.
Es gibt viele schottische Wörter im Text, die aber im Anhang erklärt werden, so dass man ziemlich gut mitkommt.

Vor ein paar Tagen ist der Folgeband Vom Umtausch ausgeschlossen Mann im Kilt (keine Rezension) erschienen, in dem es in Schottland weiter geht. Man darf gespannt sein.

Einen ganz lieben Dank an die Autorin Pia Guttenson für das Rezensionsexemplar und die Reise ins urige Schottland =o)

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