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Cover Die Tränen des Drachen deutsch

Wenn es draußen stürmt und schneit sitzt Krallenfinger in einer Hütte und scharrt seine junge Zuhörerschaft um sich. Während ihn die Erwachsenen nicht ganz ernst nehmen, aber dulden, sind die Kinder von ihm und seinen Geschichten angetan. Denn der Krallenmann ist anders als das Volk, welches Felsenburg bewohnt - eigentlich sogar anders als jeder Mensch auf der Welt. In seinen Geschichten lernen die jungen Bewohner der Feste aber nicht nur bekannte Völker und Feinde kennen, sondern auch solche, von denen sie glauben, dass es sie gar nicht gibt. Wie die Waldgeister zum Beispiel. Aber wir wollen vorn anfangen und der Reihe nach erzählen.

In der Hafenstadt Krugant lebt Karain als ältester Sohn des Böttchers. Seine zwei jüngeren Brüder und er arbeiten schon bei seinem Vater in der Werkstatt und helfen wo immer sie können. Oft vergisst Karain, dass er anders ist als seine Familie, doch der Bäckerssohn und seine Freunde erinnern ihn nur allzu gern daran. Denn Karain hat keine normalen Hände sondern drei Finger, die in Krallen enden und sein Gesicht ist auf Stirn und Wangen mit feinen Haaren bedeckt. Die meisten Dorfbewohner behandeln ihn wie einen normalen Jungen, denn jeder mag den Böttcher und seine Familie, nur hier und dort muss sich Karain Gemeinheiten sagen lassen oder Schläge einstecken.
Als eines Tages Gerüchte unter den Händlern die Runde machen, ändert sich sein Leben total. Ein Kretter, zumeist Sklavenhändler, erzählt es würden Dämonen umgehen und sie benützten Kinder als Tarnung, doch ihre Art verändert und entstelle die Körper. Gerade in diesem Augenblick erblickt er Karain und beschimpft ihn sofort als Dämon.
Noch am gleichen Abend kommt das städtische Söldnerheer und will Karain hängen. Außer sich vor Zorn und Verzweiflung schickt der Böttcher die Söldner weg, sagt aber zu, sich selbst um diese Angelegenheit zu kümmern. Das tut er dann auch - auf seine Weise. In den nächsten Tagen und Wochen verbringt Karain den Tag schlafend im Keller um des Nachts bei seiner Familie zu sein. Doch die Nachbarn bemerken das Licht in der Nacht und es wird bereits gemutmaßt, Karain lebe noch. So bringt der Vater seinen Sohn eines Nachts in den Wald und schickt ihn fort. Karain weiß, dass sein Vater nicht anders kann und macht sich auf den Weg ins Unbekannte.

In der Gegend Erste Schneeflocke feiern zur gleichen Zeit die Waldgeister den ersten Schneefall. Jedes Jahr zelebrieren sie ein Fest, schmausen bis zum Umfallen und freuen sich über den Winter. Der Gamble, der Häuptling der kleinen Waldmänner, ist ein kugelrunder Geselle und um seine Ehre zu halten, isst er alles was er in die Finger bekommt. Doch die vielen Pilze bekommen ihm nicht und so liegt er jammernd und mit bösem Bauchgrimmen auf seinem Lager. Das Einzige was hier hilft ist eine kleine rote runde Wurzel. Doch die gibt es auf der anderen Seite des Meeres, in den Ebenen der Vokker. Der Häuptling der Waldgeister ist nicht nur ihr Anführer, nein, er ist auch derjenige, der den Frühling herbeirufen muss. Tut er das nicht mit der Kraft und Inbrunst seines ganzen Wesens, wird der Frühling nicht zurückkehren und der ewige Winter das Land regieren. Krank wie er ist kann er seine Aufgabe nicht übernehmen und so werden 4 Waldgeister ausgesandt um schnellstmöglich diese Wurzel zu finden.

Auf ihrem Weg treffen Loke, Bile, Vile und Bul durch Zufall auf Karain, der beinahe von einem Troll angegriffen wird und als Dank für ihre Hilfe, denn die Waldgeister sind erfahrene Trolljäger, bietet Karain sich an ihnen im Gegenzug bei der Suche zu helfen.
Als Erstes müssen sie sich ein Boot beschaffen, und das heißt für Karain wieder zurück nach Krugant, wo er als tot gilt. Doch wie das Schicksal es so will, schaffen sie es in ein Boot und befinden sich schon bald in der stürmischen See. Karain segelt zum ersten Mal in seinem Leben auf dem weiten Meer und als ein Schneesturm ihren Mast bricht ist dies nicht die einzige Situation in der die fünf Geschöpfe um Mut kämpfen müssen, Hoffnungslosigkeit besiegen lernen und voller Ungewissheit voran schreiten.

Der erste Band der Horngudens tale / Nordland-Saga ist ein wenig verwirrend aus sowohl der Erzählerperspektive als auch als Ich-Erzählersicht geschrieben. Das hat mich das eine oder andere Mal aus der Geschichte gerissen, doch der Wiedereinstieg war mehr als einfach. Die Geschichte um Karain und die vier Waldgeister ist wirklich sehr liebevoll geschrieben. Man lernt als erstes den jungen Mann kennen, der sich in seiner Welt angepasst, aber nicht eingefunden hat. Erst auf seiner Reise lernt er sich selbst und seine Abstammung kennen und kehrt an dem Ort ein, der ihm ein Heim sein soll.
Die kleinen Waldgeister sind sehr lustig. Man kann sie sich richtig vorstellen, wenn sie sich die Bärte raufen aus Verzweiflung oder sich liebevoll um andere Leute kümmern.
Im Nachhinein frage ich mich, warum ich dieses Buch so lange ungelesen im Schrank stehen hatte, denn es ist wirklich gut.
Ein wenig stört mich die Titelwahl, denn dieser ist mehr als irreführend. Auch hatte ich gehofft, dass es in der sechsbändigen Reihe ausschließlich um die gleichen Personen geht, doch zumindest der erste Band ist komplett ins ich abgeschlossen. Was andererseits natürlich auch ein Vorteil sein kann.

Warum ziehe ich trotzdem einen Stern ab? Nun, mich hat die Erzählweise dann doch zu sehr gestört. Während man sich durch die Erzählung direkt in die Geschichte ziehen lässt, vergisst man den Erzähler vor seinem Feuerchen. Aber mitten drin, wird dann plötzlich ein lauschendes Kind angesprochen und man wird aus der eigentlichen Story katapultiert. Vielleicht muss ich mich aber auch erst an den Stil gewöhnen und noch weiß ich ja auch nicht, ob der zweite Teil Brans reise / Brans Reise (keine Rezension) die gleiche Erzählweise hat.

Die Götter und Mythenwelt in diesem Buch ist ein wenig an die nordische Mythologie gelehnt - was wiederum vollkommen logisch ist, da es ja eine Horngudens tale / Nordland-Saga ist und die Originalsprache norwegisch ist. Ein wenig habe ich mich mit den Namen der Personen schwer getan, da die meisten sehr kurz gehalten sind und sich mir so immer wieder entzogen haben. Dennoch kann ich das Buch empfehlen und bin schon gespannt wie es weiter geht.

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Cover Die wilde Geschichte vom Wassertrinker deutsch

Fred "Bogus" Trumper ist chronisch abgebrannt, ein Schwindler und einfach ein Loser. Er belügt nicht nur seine Familie und Freunde, sondern besonders sich selbst. Konfliktsituationen geht er mit allen Mitteln aus dem Weg, was ihm ein schlechtes Verhältnis zu seinem dominanten Vater und eine gescheiterte Ehe eingebracht hat.

Außerdem hatte Bogus Zeit seines Lebens Probleme mit dem Pinkeln. Als sich herausstellt, dass eine zu enge und schmale Harnröhre des Rätsels Lösung ist, stellt sein Arzt ihn vor die Wahl:
- Er kann bei den regelmäßig auftretenden Entzündungen weiterhin auf Medikamente zurückgreifen. Irgendeines wird ihm sicher helfen.
- Er kann zölibatär Leben und seine Hand zum besten Freund werden lassen.
- Er kann die Wassermethode probieren. Indem er Unmengen an Wasser trinkt und somit auch viel Urin produziert, werden alle Keime aus der Problemzone beseitigt.
- Er kann sich operieren lassen. Damit wäre das Wasser lassen auch nach der Operation etwa zwei Tage lang sehr schmerzhaft. Bis die Wunde abgeheilt ist, dauert es natürlich noch länger. Nach ein paar Wochen aber ist das Problem dauerhaft behoben.
Bogus entscheidet sich für die Wassermethode und kommt darüber ins Grübeln. Über sein ziemlich verpfuschtes Leben, das auch noch einem Freund als Inspiration dienen soll. Der Freund will Bogus Leben als Dokumentation eines Fehlschlags verfilmen...

Die Idee des Buches finde ich ziemlich interessant. Doch leider ist Bogus nicht nur ein ziemlicher Versager, sondern auch noch sehr unsympathisch. Als Leser merkt man recht schnell, dass die Probleme, die Bogus hat, einfach in ihm selbst begründet liegen. Bogus merkt das selbst aber ziemlich spät. Ändern tut er sich erst, als sein Leben - durch die Dreharbeiten und auch durch die Operation - völlig aus den Fugen gerät. Da ist der Kontakt zu seiner Exfrau, ihrem neuen Freund (und Bogus ehemals bestem Freund) und seinem Sohn nur noch sporadisch und seine schwangere Freundin lässt er dann auch noch sitzen.

John Irvings Romane sind so eine Sache: The World According to Garp / Garp und wie er die Welt sah (keine Rezension) und The Cider House Rules / Gottes Werk und Teufels Beitrag (keine Rezension) habe ich mit viel Freude gelesen. Im The Hotel New Hampshire / Das Hotel New Hampshire (keine Rezension) bin ich schon nach dem ersten Kapitel hängen geblieben, weil ich die Faszination des Autors für den obligatorischen Zirkusbären einfach nicht nachvollziehen kann. The Water-Method Man / Die wilde Geschichte vom Wassertrinker wollte ich im Rahmen der Lieblingsbuch-Challenge lesen. Leider bin ich nach fast der Hälfte des Buches und weiterem Querlesen gescheitert. Ich konnte mich einfach nicht dazu aufraffen, auch noch die letzte Hälfte komplett durchzulesen. Am Ende ist Bogus für seine Verhältnisse geradezu einsichtig, charmant und tatkräftig. Aber bis dahin war mir der Weg zu weit und mühselig und der Protagonist einfach zu nervig. Vielleicht hätte das Buch zu einem anderen Zeitpunkt besser gepasst? Doch das wird wohl Spekulation bleiben, weil es erst einmal ins Regal wandert. Sicher kann John Irving schreiben. Doch mir müssen die Personen eines Buches wenigstens teilweise sympathisch sein. Die einzige Person, die mir in The Water-Method Man / Die wilde Geschichte vom Wassertrinker überhaupt gefallen hat, war Tulpen, Bogus neue Freundin. Das ist für ein Buch mit fast 500 Seiten (meine Sonderausgabe umfasst nur knapp 450) doch zu wenig...

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Cover Spiegelkind deutsch

Julis Mutter Laura ist spurlos verschwunden. Die 15-Jährige kann nicht fassen, dass die Polizei kaum einen Finger rührt, um Laura zu finden. Stattdessen gehen sie davon aus, dass Julis Mutter einfach abgehauen ist und sich 'eine Auszeit' genommen hat. Auch ihr Vater reagiert anders, als Juli das erwartet. Zwar scheint er leicht beunruhigt, aber noch mehr liegt ihm daran, einen Mantel des Schweigens über das Geschehen auszubreiten. Um Juli und ihre beiden jüngeren Geschwister, Kassie und Jaro zu versorgen, holt er ihre Großeltern mit ins Haus. Auch diese scheinen mehr als froh zu sein, die unbequeme und skandalöse Schwiegertochter endlich los zu sein.
Denn Julis Mutter hat sich vor kurzem vom Vater scheiden lassen. Und das in einer Gesellschaft, in der Normalität und Gleichschaltung die höchsten Güter sind und von fast allen erstrebt werden. Eine Scheidung und ein geteiltes Sorgerecht sind aber andere als normal.

Juli versucht, auf eigene Faust mehr über Lauras verschwinden herauszufinden. Dabei entdeckt sie, dass ihre Familie längst nicht so normal ist, wie immer gedacht: Laura ist eine Phee. Den Pheen werden die unterschiedlichsten Kräfte zugesprochen: manche davon hören sich unglaublich und märchenhaft an, andere erscheinen einfach nur freakig, also abseits der Norm zu liegen. Juli hat überhaupt keine Ahnung, was es bedeutet, die Tochter einer Phee zu sein. Jeden, den sie um Informationen bittet, gerät völlig außer sich und wendet sich von ihr ab. Einzig Ksü, die neue Mitschülerin die Juli als Tutorin betreuen soll, versucht sie bei ihrer Recherche zu unterstützen. Ksü, die Juli anfangs Frucht einflößend fand, scheint tatsächlich eher freakig, mit ihren seltsamen Klamotten und ihrer Tätowierung auf dem Kopf. Doch Ksü ist für Juli da, als es die Erwachsenen und die anderen Mitschüler nicht sind. Dass auch Ksü ein Geheimnis hat und ihr großer Bruder Ivan mehr weiß, als er zugibt, muss Juli erst noch herausfinden. Genauso, was es mit den Quadrums, Lauras wunderschönen Bildern, auf sich hat.

Spiegelkind ist Alina Bronskys erstes reines Jugendbuch und Auftakt der Spiegel-Trilogie. Das Buch besticht gleich von Außen durch einen wunderschön gestalteten Schutzumschlag. Doch auch das Innere, die Geschichte um Juli und ihre Mutter, die Phee, ist sehr fesselnd. Das liegt an der tollen Idee, eine dystopische Gesellschaft mit einer märchenhaften Gattung wie den Pheen auszustatten. Eine Kombination, die sicher ungewöhnlich ist, aber in keiner Weise unnatürlich oder gewollt erscheint. Julis Welt wirkt oft sehr vertraut, um den Leser dann wieder mit Elementen zu konfrontieren, die hoffentlich - manchmal auch leider - so unmöglich sind. Alina Bronsky schreibt unterhaltsam, spannend und eindringlich.
Juli selbst fand ich allerdings ein bisschen unglaubwürdig. Dass sie 15 Jahre lang nicht mitbekommen haben will, wie restriktiv und engstirnig die Welt der 'Normalos' mit ihrem Abscheu vor den Pheen ist, fand ich, samt der Erklärung dafür, einfach nicht überzeugend. Spätestens ab einem Alter von 12 oder 13 will man doch die Welt entdecken und fängt an, das Bekannte und Alltägliche zu hinterfragen. Ein weiterer Kritikpunkt sind die manchmal etwas farblos wirkenden Charaktere. Sieht man von Juli, Ksü und bis zu einem gewissen Grad auch von Laura ab, bleiben alle anderen Personen entweder eindimensional oder unnahbar. Hier bleibt zu hoffen, dass sich dies im zweiten Band deutlich ändert. Sollten Ivan, Kassie und Jaro noch wichtiger werden oder das Pheenerbe deutlicher zu Tage treten, hätte ich nichts dagegen.
Alles in allem ist Spiegelkind ein gutes und spannendes Buch mit leichten Schwächen.

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Cover Pandemonium englisch

Enthält Spoiler zu Delirium / Delirium.

Lena hat es über den Zaun geschafft. Doch ihr geliebter Alex ist in Portland zurückgeblieben; angeschossen und von Soldaten überwältigt. Lena weiß nicht, ob er lebt oder gestorben ist. Und so klammert sich an ihre Hoffnungen und Träume - in denen Alex nicht nur lebendig, sondern bei ihr ist.

Pandemonium / Pandemonium, Lauren Olivers Nachfolger zu Delirium / Delirium, erzählt die Geschichte von Lena gleich in zwei Zeitsträngen:
In dem mit 'damals' (then) überschriebenen Kapiteln erleben wir Lenas Ankunft in der Wildnis und den harten Kampf, den sie dort führt: Mit sich selbst, um den Verlust von Alex irgendwie zu verkraften. Und mit der alles andere als zivilisierten Umgebung und deren Bewohnern. Da ist Raven, die schwarzhaarige Anführerin. Sie nimmt Lena in ihre Heimstätte auf und hält diese mit organisatorischem Geschick, Disziplin und einem ziemlich eisernen Regiment am Laufen. Dann ist da Tack, dessen Name so viel wie Stift oder Reiszwecke bedeutet und genauso unnahbar und gefährlich erscheint er Lena auch. Die kleine Blue versucht Lena zu meiden, weil sie Grace so ähnlich ist. Hunter ist ein schrecklich schlechter Jäger, aber eine Seele von Mensch. Sie alle kämpfen täglich um das Überleben.
In den mit 'heute' (now) bezeichneten Kapiteln begleiten wir Lena bei ihrem Leben in New York. Unter neuer Identität lebt sie dort und versucht, die DFA, das feindlichste aller Lager auszuspionieren. DFA steht für Deliria-freies Amerika und die Organisation arbeitet mit Hochdruck an diesem Ziel. Bei einem der großen Treffen begegnet Lena zufällig Julian Fineman, dem Sohn des DFA-Gründers und einer echten Ikone der Organisation.

Cover Pandemonium 2 englisch

Nach und nach ergibt sich durch das Puzzle von 'damals' und 'heute' ein Bild einer neuen, stärkeren und sehr viel energischeren Lena. Welche Wandlungen Lena durchmacht, wie sie dabei von ihren Gefährten aus der Wildnis unterstützt wird und warum Julian viel faszinierender ist, als gedacht - das müsst ihr wirklich selber lesen. Pandemonium / Pandemonium fängt ebenso wie Delirium / Delirium langsam an, die Spannung steigt aber schnell und nimmt dann auch nicht mehr ab. Und dann kommt das Ende.
So ein gemeines, fast schon grausames Ende habe ich selten gelesen. Wer das Ende von Delirium / Delirium schlimm fand, kann sich bei Pandemonium / Pandemonium noch mal auf eine Steigerung gefasst machen. Ihr glaubt, ich übertreibe? Ja, schön wäre es. Inzwischen sind über drei Wochen vergangen, seitdem ich das Buch beendet habe. Dennoch schwellt dieses Ende kontinuierlich in einem Winkel meines Hirns vor sich hin und vermutlich wird das noch länger so bleiben. Bestimmt solange, bis Ende Februar 2013 mit Requiem der Abschluss der Trilogie erscheint.

Versteht mich nicht falsch: Pandemonium / Pandemonium ist ein großartiges Buch und ein echtes Lesevergnügen. Lauren Oliver hat es wieder geschafft: sprachgewaltig, spannend und einfühlsam bringt sie den Leser dazu, sich in ihrer und Lenas Welt zu verlieren. In meinen Augen ist das Buch fast perfekt. Eine Sache fand ich zwar etwas knapp abgehandelt, aber das ist mir erst im Nachhinein aufgefallen. Da war es schon zu spät: Ich hatte mich aus vollem Herzen in Pandemonium / Pandemonium verliebt - ebenso wie damals in Delirium / Delirium. Somit muss ich es einfach weiterempfehlen.
Wenn ihr das Buch dann gelesen habt, können wir gemeinsam darüber jammern, dass es noch so lange dauert, bis die Fortsetzung erscheint...

Die deutsche Ausgabe erscheint am 1.11.2012 bei Carlsen.

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Cover The Immortal Rules englisch

Das Leben in New Covington ist nicht leicht. Die Stadt wird von Vampiren regiert und die Menschen, die am Stadtrand wohnen, sind eigentlich nichts anderes als lebende, laufende Blutkonserven. Zwar bekommen sie dafür Lebensmittel und Schutz vor der Außenwelt, nachts auf die Straßen traut sich trotzdem niemand.
Vor allem nicht, wenn man unregistriert ist und damit nicht in den Daten der Vampire auftaucht. So wie Allison Sekemoto. Die 17jährige lebt mit einer kleinen Gruppe Freunden auf der Straße und sammelt, tauscht und stielt sich zusammen, was sie zum überleben braucht. Doch eines Nachts kommt es zum Schlimmsten. Allie gerät in die Fänge eines Vampirs und muss wählen: Entweder gleich sterben oder eine von ihnen zu werden.
Allie ist das Überleben zu sehr einprogrammiert, um abzulehnen. Sie wird eine der Kreaturen, die sie über alles hasst. Doch auch das Leben als junger Vampir ist in der Stadt alles andere als sicher und schon bald muss sie aus dem einzigen Zuhause fliehen, das sie jemals kannte. Alleine, umgeben von blutrünstigen Rabids (Vampiren, die einer Krankheit erlegen sind) und ohne Blut hat sie aber kaum Chancen sich durchzuschlagen.
Bald schon findet sie aber eine Gruppe Menschen, die auf der Suche nach einem sicheren Ort sind. Sie schließt sich ihnen an, doch schnell wird es immer schwerer für Allie, sich vor ihnen als Mensch auszugeben. Vor allem wenn sie das Gefühl nicht loswird, dass einer ihrer neuen Gefährten geradewegs durch sie hindurchschauen kann...

Mit The Immortal Rules / Unsterblich - Tor der Dämmerung ist Julie Kagawa ein toller Start für ihre Blood of Eden / Unsterblich-Reihe gelungen. Alleine schon die Mischung zwischen Fantasy und Dystopie üben einen starken Reiz aus. Denn Allies Welt war offensichtlich unsere, bevor eine Seuche die meisten Menschen dahingerafft hat und die Vampire die wenigen Überlebenden als ihre persönliche "Blutbank" zusammengetrieben haben. Allie ist eine sehr ernste und erwachsene Heldin, die alles tut, um zu überleben. Deshalb wirkte sie am Anfang auch extrem kühl und fast grausam und es dauerte eine ganze Weile bis ich mich mit ihr anfreunden konnte.

Cover Unsterblich Deutsch

Daher fand ich es äußerst angenehm, wie viel Zeit sich Julie Kagawa genommen hat ihre Heldin, deren Welt und Geschichte zu erklären. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert und jede beschreibt eine Station aus Allies (neuem) Leben und so dauert es ein Weilchen, bis die eigentliche Geschichte wirklich in Fahrt kommt. Das macht aber nichts, denn in der Zwischenzeit lernt man einige phantastische Charaktere kennen und auch die Welt wirkt irgendwann sehr real. Wie Allie mit ihrer neuen Existenz zurechtkommt und versucht an ihrer Menschlichkeit festzuhalten wurde sehr feinfühlig beschrieben und sie wirkte dadurch als Vampir fast menschlicher als zuvor. Auch einige der anderen Charaktere konnten nach einiger Zeit erstaunlich viel Tiefe beweisen, auch wenn es am Anfang nicht so wirkte.
Einzig die Vampire selbst hätte man vielleicht ein bisschen kreativer gestalten können. Zwar ist die Geschichte mit jeder Menge eigener Ideen gespickt, insgesamt sind die Vampire aber doch eher so, wie man sie schon kennt. Ein klein wenig Individualität wäre schön gewesen, schlechter wird das Buch dadurch aber trotzdem nicht.

Denn The Immortal Rules / Unsterblich - Tor der Dämmerung von Julie Kagawa reißt einfach mit. Mit einer nicht ganz einfachen, aber dafür umso beeindruckenderen Heldin und einer grausamen Welt, in der alle Menschlichkeit verloren scheint, bleibt jede der immerhin 500 Seiten spannend und macht einfach Lust auf mehr. Außerdem ist diese Geschichte merklich erwachsener, als Julie Kagawa bisherige Bücher.

Am 24. April 2012 erscheint die amerikanische Ausgabe von The Immortal Rules / Unsterblich - Tor der Dämmerung von Julie Kagawa. Auf Deutsch erscheint das Buch am 10. Juni 2013.

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