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Cover The Girl in the Clockwork Collar englisch

Enthält Spoiler für The Girl in the Steel Corset / Das Mädchen mit dem Stahlkorsett.

Nachdem ihr Freund Jasper von der amerikanischen Polizei wegen Mordes festgenommen und zurück in die Staaten gebracht wurde, ist für Griffin und seine Freunde klar, dass sie ihm helfen müssen. Keiner von ihnen glaubt daran, dass Jasper wirklich jemanden kaltblütig ermordet hat und so finden sich Finley, Griffin, Emily und Sam auf einem Flugschiff Richtung New York wieder. Dort angekommen müssen sie aber feststellen, dass die Männer, die Jasper festnahmen, vielleicht nicht so gesetzestreu sind, wie sie vorgaben, denn im New Yorker Gefängnis hat niemand jemals etwas von Jasper gehört.
Und tatsächlich finden die Freunde nach ein bisschen Detektivarbeit heraus, dass er sich in den Fängen von Reno Dalton befindet, einem Ganoven, der genauso bösartig wie charmant und gutaussehend ist. Er ist auf der Suche nach einem Apparat, den Jasper vor Jahren von ihm gestohlen und in seine Einzelteile zerlegt versteckt hat. Nun soll Jasper ihn für Dalton nun zurückholen. Und er hat das perfekte Druckmittel: Dalton hält Jaspers Freundin Mei gefangen in dem Wissen, dass dieser alles für sie tun würde. Und um ihm wirklich jede Hoffnung auf eine gemeinsame Flucht zu nehmen, hat sich Dalton etwas besonders Gemeinsames einfallen lassen, denn das Halsband, das Mei um den Hals trägt, wird sie erwürgen, sollte sie sich zu weit von ihm entfernen.
Die Freunde müssen sich etwas einfallen lassen und Finley hat - sehr zu Griffs Leidwesen - auch schon den perfekten Plan, wie sie Daltons Gang infiltrieren kann.

Wie am Ende von The Girl in the Steel Corset / Das Mädchen mit dem Stahlkorsett bereits angekündigt, entführt Kady Cross uns in The Girl in the Clockwork Collar also in das New York Ende des 19. Jahrhunderts. Auch dieses Mal verwebt sie jede Menge historischer Fakten, wie Gebäude, Ausstellungen, Bandenkriege und sogar einen berühmten Wissenschaftler, mit spannenden Steampunk-Elementen. Diese kommen selbstverständlich auch dieses Mal nicht zu kurz und es gibt viele Erfindungen zu entdecken.
Natürlich spielt Finleys innere Zerrissenheit wieder eine große Rolle. Ihre beiden Hälften beginnen langsam sich zu vereinen und nun ist es an ihr zu entscheiden, was für ein Mensch sie sein will. Da ist es nur verständlich, dass es sowohl Griffin als auch Finley selbst große Sorgen bereitet, dass sie sich in Daltons Gang so wohlfühlt und immer noch keiner Keilerei aus dem Weg gehen kann. Trotzdem konnte ich ihr Handeln und auch ihre Motivationen wesentlich besser nachvollziehen, als noch im ersten Band. Auch Griffs Tendenz immer für alles die Verantwortung übernehmen und den Helden spielen zu müssen wird aufgegriffen, allerdings nicht unbedingt als positive Eigenschaft. So kommt es zwischen den beiden öfter als einmal zu Auseinandersetzungen und all das hat großen Einfluss auf Finleys Charakterentwicklung, die in meinen Augen wesentlich verständlicher und anschaulicher gelungen ist, als im ersten Buch.
Auch Mei und die wesentlich stärkere Beteiligung von Jasper haben für frischen Wind gesorgt. Die beiden haben eine tragische gemeinsame Vergangenheit und jede Menge dunkle Geheimnisse, denen der Leser ganz langsam auf den Grund geht.
Insgesamt ist das Buch meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Allerdings fand ich es sehr schade, dass Jack Dandy komplett gefehlt hat. Zwar übernimmt Reno Dalton zu einem gewissen Maß seine Rolle (zumindest was die Versuchung für Finleys dunkle Seite angeht), mithalten kann er mit dem charmanten Briten aber lange nicht. Außerdem wurde eine weitere gewisse Entwicklung im Laufe der Geschichte komplett ignoriert, von der ich allerdings hoffe, dass sie im nächsten Band noch einmal aufgegriffen wird.

Dennoch ist The Girl in the Clockwork Collar etwas besser gelungen, als sein Vorgänger. Es ist nicht nur besser strukturiert und man kann dem Geschehen besser folgen. Auch wenn es nur einen kleinen Hinweis darauf gab, wie es weitergeht und das Buch einen recht runden Abschluss hatte, so können wir uns sicher auf wenigstens noch eine spannende Fortsetzung freuen.

In den USA erscheint The Girl in the Clockwork Collar von Kady Cross am 22. Mai 2012. Leider weiß ich bisher weder etwas über die deutsche Veröffentlichung, noch über die Fortsetzung.

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Cover Fifty Shades of Grey englisch

Anastasia (Ana) Steele steht kurz vor ihrem Studienabschluss an der Universität von Portland in Oregon. Um ihrer schnupfengeplagten Freundin und Mitbewohnerin Kate einen Gefallen zu tun, springt die 21-Jährige ein, um an Kates Stelle ein Interview für die Studentenzeitung zu führen. Interviewt werden soll der erfolgreiche Geschäftsmann, Firmenchef und Multi-millionär Christian Grey aus Seattle. Was Ana nicht weiß, als sie buchstäblich in sein Büro fällt: Christian ist selbst erst 27, sieht unverschämt gut aus und zwischen den beiden knistern gleich bei der ersten Berührung die Funken.

Ana laviert sich ziemlich unvorbereitet durch das Interview (eigentlich sollte sie eine Hausarbeit schreiben und für ihre Abschlussprüfungen lernen) und so stellt sie Christian auch die ziemlich unverblümten und privaten Fragen, die Kate notiert hat. Nach diesem, ihr ziemlich peinlichen Auftritt, ist Ana dann irgendwie sehr froh, dass sie den beeindruckenden und wichtigen Mr. Grey nicht wiedersehen wird. Doch da hat sie die Rechnung ohne Christian gemacht. Ana mit ihrer schmalen Figur und den langen braunen Haaren fällt genau in Christians 'Beuteschema'. Und ehe sie sich versieht, bekommt sie bei ihrem Nebenjob in einem Baumarkt Besuch von Christian Grey. Er will Ana zu seiner neuen Gespielin machen und so macht er ihr bei einem Abendessen ein ziemlich unmoralisches Angebot.

Was Christian nicht weiß, Ana ist noch Jungfrau. Sie hat, bis zu ihrer Begegnung mit ihm, einfach noch keinen Mann getroffen, der sie sexuell und emotional angesprochen hat. Aus diesem Grund, aber auch von ihrem Charakter her, passt Ana überhaupt nicht in die Rolle, die Christian ihr zugedacht hat. Als er das dann merkt, muss er sich eine andere Taktik zulegen, um Ana Steele zu der 'Seinen' zu machen. Doch Christian Grey ist nicht umsonst der Mann mit den fünfzig Schattierungen oder auch Gesichtern (Shades = Nuancen, Schatten oder Zwischentöne).

Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen von E. L. James war ursprünglich mal ein Twilight Saga / Biss-Reihe-FanFiction. Tatsächlich findet man manchmal einzelne Sätze oder kleinere Details, die an Stephenie Meyers Serie erinnern. Doch für uns war das Buch ziemlich schnell ein ganz eigenständiges Werk, das auf einer ganz anderen Ebene unterhält. Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen ist definitiv KEIN Jugendbuch. Zwischen Christian und Ana knistern zunächst nur die Funken, aber ziemlich schnell wird daraus ein monumentales Feuer. Die erotische Beziehung der Beiden wird noch dadurch gesteigert, dass Christian normalerweise ganz eigene sexuelle Bedürfnisse hat. Und so kann man sich auch als erwachsener Leser auf einige Szenen einstellen, die einem die Röte in die Wangen oder Ohren treibt. Wäre es nur bei Sex und Erotik geblieben, würde das Buch vermutlich doch schnell seinen Reiz verlieren - besonders wenn man bedenkt, dass es über 500 Seiten lang ist. Doch Christian ist nicht nur erfolgreich, sexy und gutaussehend; Er hat auch eine ziemlich dunkle Vergangenheit, die ihn zu dem gemacht hat, was er ist. Er ist arrogant, besitzergreifend, bestimmend und dominant, dahinter aber auch sehr unsicher, von Albträumen geplagt und verletzlich. Christian selbst bezeichnet sich als 'fifty shades of fucked-up' - was soviel wie 'total kaputt auf so vielen Ebenen' bedeutet.

Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen ist mal was anderes. Normalerweise wird erotische Literatur ziemlich schnell langweilig - denn die Männer sind immer sexy, immer willig und wollen sich eigentlich nicht verlieben. Die Frauen sind zwar oberflächlich hart im Nehmen, wollen aber eigentlich doch nur den Mann fürs Leben finden. Bei Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen ist das anders. Alleine Ana, die anfangs sexuell ein echtes Blümchen ist, aber eine ziemlich freche und große Klappe hat, entspricht nicht der typischen 'Nackenbeißer-Heldin'. Zumal sie sich selbst als ziemlich durchschnittlich ansieht, insbesondere im Vergleich zu ihrer heißen und blonden Freundin Kate. Christian ist zwar sexy und potent, aber er hat so vielschichtige Komplexe und Probleme, dass auch er nicht dem üblichen 'weißen Ritter' entspricht. Zudem ist das Buch bei aller Erotik auch romantisch und oft ziemlich witzig. Da sind beispielsweise die wirklich gelungenen E-Mail-Dialoge zwischen den Beiden oder Anas Selbstgespräche mit ihrem strengen und verknöchertem Unterbewusstsein und ihrem wagemutigen und lustvollen weiblichen alter Ego (ihrer 'inner goddess'/'inneren Göttin'). Doch bevor wir noch zu viel verraten, hier unser Tipp: Lest Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen selbst und schwelgt in einem spannenden, unterhaltsamen und erotischen Reigen.

Fifty Shades of Grey / Geheimes Verlangen von E. L. James ist der erste Teil einer Trilogie. Die beiden Folgebücher Fifty Shades Darker / Gefährliche Liebe und Fifty Shades Freed / Befreite Lust sind ebenfalls schon erschienen. Lange Zeit waren die Bücher nur als E-Books oder als extrem teure und seltene Taschenbuchversion zu haben. Ab April gibt es, Dank dem riesigen Erfolg dieser Reihe, aber eine neue und wesentlich günstiger Auflage. Übrigens erscheint der erste Band der Reihe am 9. Juli im Goldmann Verlag auch auf Deutsch - unter dem etwas gewöhnungsbedürftigen Titel Shades of Grey: Geheimes Verlangen.

~nia und ~ND

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Cover Dark Road deutsch

Zack und Clovis Jump leben zusammen mit ihrer Mutter Marietta oberhalb der entlegenen Küstenstadt Rockscar. Die Jumps verfügen über eine geheime Wasserquelle - ein absoluter Luxus in einer Stadt, in der Wasserquellen nur begrenzt zur Verfügung stehen. Die paar Quellen, die es gibt, werden zudem alle von der Familie Scarspring - den Feinden der Jumps - kontrolliert. 12 Jahre nachdem Balthasar Jump, der Vater der Familie, verschwunden ist, wollen Zack und Clovis in seine Fußstapfen treten: Mit dem Eis-Engel-Van, dem Bus von Balthasar, wollen die Zwei des Nachts in Rockscar Eis verkaufen und zudem allen, die Not leiden, Wasser schenken. Nicht nur, dass Beides streng verboten ist, Zack und Clovis wollen von den alten Freunden und Kunden ihres Vaters auch mehr über dessen Verschwinden herausbekommen.

Parallel muss der junge Ernesto Scarspring einsehen, dass seine heißgeliebte Katze Fischer von seinem Onkel Anselm und dessen unheimlichem Handlanger Steward Golightly entführt wurde. Anselm fordert von Ernesto, endlich aus seinem Schneckenhaus herauszukommen. Außerdem soll er für Anselm im Wald einen Troll finden. Seitdem vor 12 Jahren Ernestos Vater Zoran im Wald umgekommen ist, ist Anselm nahezu besessen: Von den Gedanken, dass es Trolle gibt und diese in den Wäldern um Rockscar Zuhause sind. Und tatsächlich passieren immer wieder in und um Rockscar seltsame Dinge, wenn es um den Schutz von einzelnen Bäumen, Quellen oder dem ganzen Wald geht.
Wie all diese Ereignisse zusammenhängen und ob es wirklich Trolle gibt, könnt ihr in Charlotte Hapties Roman Ice Angel / Dark Road selber lesen.

Cover Ice Angel englisch

Im Original heißt das Buch Ice Angel, was tatsächlich noch etwas besser zu der Story passt als Dark Road. Übrigens sind Zack und Clovis zwei ziemlich interessante Charaktere, die sich der Herausforderung des nächtlichen Eisauslieferns stellen: Der eine ist technisch und künstlerisch extrem begabt, und somit für die Funktion des Eis-Engel-Vans zuständig. Der andere ist ein ziemlich furchtloser Draufgänger, der unheimlich gerne backt und kocht und somit die komplette Eis- und Saucenproduktion übernimmt.

Das Buch erzählt seine Geschichte in einem lustigen und lockeren Tonfall. Anfangs fragt man sich, wie und ob die verschiedenen Ebenen und Geschehnisse wohl zusammenhängen. Doch Charlotte Haptie hat eine runde, logische und auch spannende Geschichte geschrieben, die einen mit einem Lächeln zurücklässt. Insgesamt muss man das Buch aber wohl eher als Kinder- denn als Jugendbuch einordnen. Jedenfalls sollte man sich an der Altersangabe der englischen Ausgabe orientieren, die das Buch für Kinder von 9 bis 11 Jahren empfiehlt. Wie die deutschen Empfehlungen zustande gekommen sind (das Buch wird vom Verlag ab 12 Jahren und bei Amazon für 12- bis 15-Jährige empfohlen), ist mir ein Rätsel. Das Buch ist nicht viel gruseliger als beispielsweise ein Charlie-Bone-Roman oder ein The Spiderwick Chronicles / Die Spiderwick-Geheimnisse-Buch.

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Cover Dampfnudel-Blues deutsch

Enthält Anspielungen auf den ersten Fall von Franz Eberhofer Winterkartoffelknödel.

Franz Eberhofer ist noch gar nicht richtig im Büro angekommen, schon klingelt das Diensttelefon. Das kann ja kein guter Tag werden. Der Höpfl ist dran, irgend so ein Depp hat an seine Hauswand 'STIRB, DU SAU!' geschmiert. Und da der Eberhofer nun mal der einzige Polizist im Nest Niederkaltenkirchen ist, muss er sich darum kümmern. Also nix wie hin, Fotos gemacht und versprochen, dass man sich darum kümmern werde. Der Höpfl ist völlig fertig, dem Franz ist es wurscht.

Am nächsten Tag wird er darüber informiert, dass der Höpfl, seines Zeichens Rektor der hiesigen Realschule, vermisst wird. Franz Eberhofer ahnt nichts Gutes, macht sich aber auf den Weg.
Am Haus angekommen ist nichts zu finden. Um aber die Tür öffnen zu lassen, ist die Abwesenheit noch zu kurz. Also wieder schön ins Büro fahren und warten. Als am nächsten Tag noch immer kein Rektor in der Schule auftaucht, lässt Franz die Tür vom wieder heimgekehrten Bruno Sieglechner öffnen und findet - nichts. Alles an Ort und Stelle, selbst der Reisepass. Im Garten findet Franz dann die neugierigen Nachbarn hinter der Hecke lungern und fragt sie aus. Eine Schwester hat der Höpfl, würden aber wohl keinen Kontakt haben. Aha. So richtig weiter bringt ihn das Ganze jetzt nicht, also lässt er sich von der Susi die Adresse geben und fährt bei der Frau Höpfl vorbei.
Eigentlich ist es ihr ziemlich egal, was mit ihrem Bruder ist. Der rote Faden der Antipathie zieht sich durch das Leben des Rektors. Weder die Schüler, noch seine Kollegen und schon gar nicht seine Schwester können ihn leiden. Muss was dran sein.

Am nächsten Tag hat sich der Fall Höpfl erst einmal wieder erledigt, er ist wieder da. Sofort macht sich der Ermittler auf den Weg und findet den Hausherren in der Badewanne liegend. Da Franz Angst hat, er könnte tot sein, will er seinen Puls fühlen und beide erschrecken sich beinahe zu Tode. Er lebt also, noch. Am ganzen Körper ist er allerdings mit Flecken übersät. Entweder hat da jemand seine Wut an ihm ausgelassen oder er hat eine Hautkrankheit. Beides unschön. Da nun aber der Rektor wieder da ist, kann der Franz heim zu der Oma und dem Papa. Fall abgeschlossen.
Daheim kommt dann das nächste Unheil auf ihn zu - sein Bruder Leopold samt Sippe. Franz kann so gar nicht mit Kindern und mit dem Leopold noch weniger. Als er dann erfährt, dass die Kleine zwei Wochen lang bei ihnen wohnen soll, weil die Thaifreundin vom Leopold einen Deutschkurs macht, vergeht ihm sogar der Appetit auf Omas Essen.

Da kommt ihm eine Bahnleiche gerade recht. Wie sich recht schnell herausstellt ist das Opfer dem Franz bekannt - der Höpfl. Na Servus. Da kaum mehr als Tartar von ihm übrig ist, stochert der Ermittler ziemlich im Dunkeln rum, kann sich aber nicht vorstellen, dass der Höpfl Selbstmord begangen hat. Als eine zweite Leiche auftaucht mit der DNA vom Höpfl dran ist alles glasklar - ein neuer spannender Fall für Franz Eberhofer hat begonnen.

Der zweite Krimi von Rita Falk um den Polizist Franz Eberhofer ist wie schon Winterkartoffelknödel einfach herrlich zu lesen. Rita Falk schreibt genau so, wie einem Urbayern der Schnabel gewachsen ist und unterhält damit allein schon durch alltägliche Dinge. Auch dieser Krimi ist jetzt nicht der Spannungsgeladene, aber definitiv jede Seite wert zu lesen. Franz Eberhofer ist nicht der sympathischste Mensch auf Erden, vor allem seinen Mitmenschen gegenüber, aber eigentlich hat er das Herz am rechten Fleck.
So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Tochter von seinem Bruder ihn recht schnell um den Finger wickelt. Denn aus unerfindlichen Gründen findet die ihn ganz toll. Da ist es vielleicht hilfreich, dass sie noch nicht richtig versteht, wieso der Franz sie jetzt Sushi nennt - und nicht Uschi, gemäß der Namensgebung.

Die Oma hat auch in diesem Buch wieder grandiose Auftritte und hinterlässt auf den letzten paar Seiten köstliche Rezepte. Ich musste schon sehr schmunzeln, als beschrieben wurde, wie sie 'vor der Kaffeemaschine lauert' und ihr Enkel sich nicht ran traut, weil sie ihm wieder mal die Leviten liest. Aber im Grunde lieben sich die Beiden halt doch.

Die Fallaufklärung kommt neben dem Kinderhüten und dem Hinterherrennen hinter der Susi nicht zu kurz und so treffen wir auch in diesem Buch wieder auf seinen alten Kollegen Rudi Birkenberger. Obwohl dieser nicht mehr bei der Polizei, sondern als Privatdetektiv arbeitet, mischt er sich gern in Franz Fälle ein und das ist nicht immer ein Nachteil.

Ich muss dieses Buch, genauso wie Winterkartoffelknödel unbedingt empfehlen. Es ist einfach zu lustig, um es nicht zu lesen. Wer dem Bayrischen so gar nichts abgewinnen kann, sollte hier natürlich die Finger von lassen. So manches Mal hat auch mich die grandiose Grammatik aus der Bahn geworfen.

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Cover The Calling englisch

Enthält Spoiler zu The Gathering.

Obwohl es Maya und ihren Freunden gerade noch gelungen ist per Helikopter vor dem Waldbrand zu fliehen, der Salmon Creek zu zerstören drohte, sind sie immer noch nicht in Sicherheit. Denn der Pilot stellt sich nur als weiterer Komplize der Angreifer auf die Stadt heraus. Zwar können die Freunde ihn überwältigen, verlieren dabei aber die Gewalt über den Hubschrauber. Bei dem Versuch Maya zu helfen stürzt Rafe in die Tiefe und ist für immer verloren.
Doch Maya bleibt keine Zeit zu trauern, denn nach ihrem Absturz mitten in den einsamen Wäldern Kanadas haben Corey, Hayley, Nicole und Sam ohne ihre und Daniels Hilfe kaum eine Möglichkeit in der Wildnis zu überleben. Nach und nach bekommen sie auch eine Ahnung, warum diese Männer hinter ihnen her sind, denn Maya scheint nicht die Einzige mit besonderen Fähigkeiten zu sein.
Das wissen wohl auch ihre Verfolger, die haben nämlich noch lange nicht aufgegeben und wissen viel zu viel über ihre Kräfte. Die Freunde müssen sich schnell etwas einfallen lassen, wissen allerdings nicht so recht wohin, denn bei St. Cloud, der Firma, der praktisch die ganze Stadt gehört, scheint etwas ganz und gar nicht zu stimmen. Wem können die Freunde also noch vertrauen, wenn alle Menschen, die sie ihr Leben lang kannten und vielleicht sogar ihre Eltern mit den Feinden unter einer Decke stecken?

So sehr ich mich auch auf den zweiten Teil von Kelley Armstrongs Darkness Rising-Reihe The Calling gefreut habe, so muss ich leider sagen, dass ich etwas enttäuscht wurde. Schuld daran sind mehrere Kleinigkeiten wie z.B. die Tatsache, dass in den ersten 200 Seiten eigentlich kaum etwas passiert. Nach dem Helikopterabsturz wiederholt sich eigentlich immer wieder das gleiche Muster: Wandern, Verstecken, beinahe geschnappt werden, Flucht. Das Ganze wurde irgendwann ein wenig frustrierend. Zwar gelang es dadurch ein paar Informationen aufgedeckt, aber auch diese wurden so häppchenweise serviert, dass auch das nicht genug war, um wirklich die Spannung zu erhalten.
Und auch sonst erfährt man sehr wenig Neues in diesem Band. Im Endeffekt fühlt es sich sehr stark wie eine Überbrückung zwischen dem ersten und letzten Buch an. Es passiert kaum etwas, dabei hätte die Geschichte wirklich mehr als genug Stoff hergegeben. Z.B. gibt es nur sehr wenige Szenen, in denen es um die übernatürlichen Fähigkeiten der Jugendlichen geht und sie dürfen ihre Kräfte nur sehr selten nutzen.
Zum Glück versteht Kelley Armstrong aber etwas von ihrem Handwerk und all das ist mir irgendwie erst so richtig im Nachhinein aufgefallen. Denn während des Lesens hat das Buch doch erstaunlich viel Spaß gemacht. Es ist flüssig und gewohnt elegant geschrieben. Außerdem liebe ich die Charaktere. Es gibt nicht einen unter ihnen der mir wirklich unsympathisch gewesen wäre und sogar die zwielichtigen Kandidaten hatten definitiv ihren Reiz. Maya ist nach wie vor eine tolle Heldin, die absolut nicht dem Jungfrau in Nöten Klischee entspricht und definitiv auf sich selbst aufpassen kann, sich gleichzeitig aber auch nicht für unbesiegbar hält. Und ihr bester Freund Daniel ist sowieso meine liebste Figur und hat ebenfalls die ein oder andere Szene, in der er glänzen darf, auch wenn mir Übles schwant, was seine Zukunft angeht.
So schmal die Informationen auch gesät waren, sie harmonieren mit dem, was wir sowohl aus dem ersten Buch erfahren haben, als auch mit den Fakten aus der Women of the Otherworld und The Darkest Powers / Die dunklen Mächte-Reihe. Zwar hängen diese nur indirekt zusammen, trotzdem kann man jetzt schon sagen, dass alles am Ende ein stimmiges Bild ergeben wird.

Eigentlich müsste ich The Calling von Kelley Armstrong vermutlich eine schlechtere Bewertung geben. Der Mittelteil ist recht schwach, es passiert nicht allzu viel und auch an neuen Erkenntnissen mangelt es doch sehr. Trotzdem sind die Charaktere so liebenswert und die Geschichte - wenn auch etwas unterentwickelt in diesem Teil - so gut gezeichnet, dass es mich vor allem gegen Ende doch wieder so richtig gepackt hat.

Deswegen werde ich mir auch den letzten Teil der Trilogie, Darkness Rising, nicht entgehen lassen, auch wenn dieser erst im Frühjahr 2013 in den USA erscheinen wird.
Zu einer deutschen Veröffentlichung liegen mir leider immer noch keine Informationen vor.

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