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Cover Wasted Words

Für Cam Emerson gehört jeder Mensch auf ein bestimmtes Regal: Die Erfolgreichen zu den Erfolgreichen, die Sportler zu den Sportlern, die Nerds zu den Nerds. Sie musste selbst schmerzhaft feststellen, dass es niemals gut gehen kann, wenn man versucht eine Beziehung mit einer Person über dem eigenen Status zu führen. Der Erfolg scheint ihr außerdem recht zu geben, denn sie liebt es Leute zu verkuppeln, was ihr auch jedes Mal wieder gelingt und dabei hält sie strickt an diesem Schema fest.
Manchmal muss Cam sich aber selbst an ihre Regeln erinnern, vor allem wenn es um ihren Mitbewohner und einen ihrer besten Freunde Tyler Knight geht. Der spielt nämlich definitiv außerhalb ihrer Liga. Nicht nur passen er und Cam äußerlich nicht zusammen, Tyler war auch noch auf dem besten Wege ein erfolgreicher Footballspieler zu werden, bevor eine schwere Verletzung seine Pläne zunichte machte. Nun erobert er gerade New York im Sturm, als einer der besten Nachwuchs-Sportagenten. Tyler ist so weit außerhalb von Cams Reichweite, dass es schon nicht mehr lustig ist und so war er immer fest in der Freundeszone verankert - zu ihrem eigenen Schutz.
Glücklicherweise hat Tyler nach einigen schlechten Erfahrungen kein wirkliches Interesse an Dates gezeigt, wodurch Cam noch nie ernsthaft mit ihren Gefühlen konfrontiert wurde. Doch als sie schließlich die perfekte Kandidatin für ihn findet, mit der Tyler sich auch noch blendend versteht, weiß Cam nicht mehr was sie fühlen soll. Sie hat allerdings gelernt, dass es im Zweifelsfall immer besser ist, an ihren Regeln festzuhalten und so beginnt sie zähneknirschend die beiden zu verkuppeln.
Doch Tyler sieht das insgeheim völlig anders. Wenn er ehrlich mit sich ist, ist die quirlige und außergewöhnliche Cam seine Traumfrau – wenn sie das nur auch einsehen könnte. Es dauert allerdings nicht lange, bis Cam lernen muss, dass sich nicht jeder einfach so in eine Schublade stecken lässt und dass man auch mal etwas riskieren muss, wenn man wirklich glücklich werden will...

Da ich schon seit ich denken kann ein großer Jane Austen Fan bin, freue ich mich immer wieder, wenn eine frische Neuerzählung einer ihrer Romane auftaucht - selbst wenn es auf meinem am wenigsten geliebten Buch Emma basiert. Wasted Words von Staci Hart ist nun so ein Buch und auch wenn mich Emma in jeder Inkarnation dieser Geschichte mit ihrer Einmischerei immer ein wenig nervt, konnte ich einfach nicht nein sagen. Leider erging es mir mit Wasted Words aber tausend mal schlimmer, als mit dem Original, was sehr schade ist, denn auf den ersten Blick wirkte diese Nacherzählung wirklich vielversprechend.
Cam ist hochintelligent, hat aber nie die Ambition verspürt in einem hochbezahlten Beruf zu arbeiten. Stattdessen hat sie ihren Traumjob gefunden: Sie managed gemeinsam mit ihrer guten Freunden Rose Wasted Words, eine Mischung aus Comicshop, Buchhandel und Bar, in dem sich jeder Nerd pudelwohl fühlt - und dank Emma vielleicht sogar den Partner fürs Leben findet kann. Dadurch kommt die Geschichte erst einmal ein bisschen schräg und ungewöhnlich und gleichzeitig unheimlich sympathisch rüber, was mir richtig gut gefallen hat. Auch Tyler ist ein wahnsinnig sympathischer Charakter, der einfach ein rundum guter Kerl ist, weswegen es auch kaum eine Frau gibt, die in Cams Augen gut genug für ihn ist - am allerwenigsten sie selbst. Auch die kleinen Anspielungen auf die Originalvorlage sind sehr niedlich und haben mir gut gefallen. Natürlich gibt es alleine bei den Namen schon jede Menge Ähnlichkeiten (Emma = Cam Emerson, George Knightley = Tyler Knight, Martin = Mr. Martin, Frank Churchill = Kyle Churchill, und so weiter und so fort), die mich immer wieder schmunzeln ließen. Außerdem hat Staci Hart regelmäßig Zitate einfließen lassen, die mehr oder weniger wortwörtlich aus dem Originaltext stammen (unter anderem auch eine meiner Lieblingsstellen, was mich natürlich sehr glücklich gemacht hat ;).

Erst mal sah es also eigentlich ganz gut für Wasted Words und mich aus. Leider kamen dann aber immer wieder Dinge auf, mit denen ich gar nicht zufrieden war. Zum einen wäre da natürlich die Einmischerei und Verkupplungsversuche, die ich weder bei Emma noch bei Cam sonderlich sympathisch fand. Cam ist so verbissen darauf, mit ihren Verkupplungen recht zu haben, dass sie manchmal wirklich nervig geworden ist. Das ist zwar die Quintessenz der Geschichte, trotzdem kann man das auch weniger penetrant gestalten.
Doch auch Tyler ist nicht unbedingt perfekt und setzt Cam auf eine Art und Weise unter Druck, die der Autorin vermutlich gar nicht so bewusst war, mir aber sehr sauer aufgestoßen ist, gerade weil er sonst so perfekt war und sein Fehlverhalten deshalb nur noch unnatürlicher war.
Das ist es aber gar nicht mal unbedingt, was mich an Wasted Words am meisten gestört hat. Vielmehr schweift es in der zweiten Hälfte einfach viel zu sehr ab. Cam hatte wie gesagt schlechte Erfahrungen bei einer früheren Beziehung, was sie sehr unsicher gemacht hat. Verständlicherweise ist sie sich daher nicht ganz sicher, ob sie sich 100% auf jemanden wie Tyler einlassen kann. Soweit so gut und auch absolut nachvollziehbar. Doch leider wird diese Problematik dermaßen ausgeschlachtet, dass sich viele Dinge ständig wiederholen und mich am Ende vollkommen entnervt zurück gelassen haben. Außerdem hat es irgendwann nichts mehr mit Emma zu tun, sondern schweift in eine typische New Adult Romanze ab, die weder denkwürdig, noch sonderlich schön war und teilweise ganz schön kitschig wurde.

Wirklich mein Ding war Wasted Words von Staci Hart also nicht unbedingt. Eigentlich sehr schade, denn die Ansätze waren wirklich prima gelungen und auch der Schreibstil hat mir sehr gefallen. Für Fans der Autorin ist das Buch aber sicher dennoch lesenswert, allein, weil es im selben Freundeskreis wie ihre Bad Habits Reihe spielt und dementsprechend einige alte Bekannte wieder auftauchen lässt.

Übrigens: Auch wenn ich wie gesagt kein sonderlich großer Emma Fan bin - die BBC Mini-Serie von 2009 mit Johnny Lee Miller hat es mir ordentlich angetan seit sie zum ersten Mal auf Netflix aufgetaucht ist. Schaut mal rein, es lohnt sich. ;)

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Cover Idol

Als Libby einen betrunkenen Motorradfahrer in ihrem Vorgarten findet, der dort offensichtlich die Nacht verbrachte, nachdem er ihren Zaun und Rasen ruiniert hat, ahnt sie ja noch nicht, wer sie da beehrt hat. Denn hinter dem Typen mit dem buschigen Bart und den stinkenden Klamotten versteckt sich niemand anderes, als Killian James, Sänger und Gitarrist der bekanntesten Rockband der USA, Kill John, deren Mitglieder nach einem tragischen Zwischenfall ein Jahr zuvor in alle Winde zerstreut wurde.
Obwohl Libby erst einmal keine Ahnung hat, wer er eigentlich ist, hilft sie Killian widerwillig, woraus sich eine Freundschaft entwickelt, bei der ihr gar nicht klar war, wie sehr sie sie gebraucht hat. Denn Libby ist einsam. Die beiden verbindet die Musik und obwohl Libby sehr schüchtern und zurückhaltend ist, was ihre Fähigkeiten angeht, verbringen die beiden ihre Abende bald beim gemeinsamen jammen - und schließlich auch gemeinsam in ihrem Bett.
Doch natürlich kann Killians Identität nicht auf ewig geheim bleiben und sein "echtes" Leben ruft, als sich die Band nun endlich wieder zusammen tun soll. Killian weiß allerdings, was er an Libby hat, und denkt gar nicht daran sie einfach so wieder aufzugeben. Und so kommt es, dass sich Libby kurz darauf im Rampenlicht wiederfindet...doch nicht an der Seite von Killian, sondern bald als eigener Star, denn ihr Talent bleibt nicht lange unentdeckt. Doch Libby ist sich nicht sicher, ob das das Leben ist, das sie führen möchte...

Ich habe mich lange Zeit auf und Idol von Kristen Callihan gefreut und hatte entsprechend hohe Erwartungen an dieses Buch. Und tatsächlich fand ich die erste Hälfte dieser Geschichte auch fantastisch. Das Buch beginnt gleich mit Libbys und Killians erstem kennenlernen, das wirklich alles andere als gut läuft. Als sie ihn zum ersten Mal sieht hält sie ihn mehr oder weniger für einen Penner und rückt ihm erst mal mit einem Wasserschlauch zu Leibe, wovon Killian natürlich alles andere als begeistert ist. Für den Leser ist das allerdings wirklich ziemlich lustig und unterhaltsam, da beide absolut nicht auf den Mund gefallen sind. Doch es ist auch von Anfang an klar, dass bei beiden einiges gehörig schief läuft. Libby lebt wie ein Einsiedler im alten Haus ihrer Großmutter und sieht und hört quasi nichts von der Außenwelt. Und auch Killian lebt momentan nicht umsonst wie ein herumlungernder Streuner. Seine Band stand kurz vor dem Zerbrechen und er weiß nicht so recht, wie er seinen Weg zurück zu seinen Bandkollegen und der Musik im allgemeinen finden soll. Doch je näher Libby und Killian sich kennenlernen, umso mehr erwecken sie die Leidenschaft ineinander wieder - sowohl musikalisch, als auch zwischenmenschlich.
In dieser Phase der Geschichte habe ich Killian und Libby wirklich lieben gelernt. Sie haben wie gesagt beide ein riesen Mundwerk und liefern sich die witzigsten Wortgefechte. Vor allem Libby hat es mir dabei angetan. Sie ist kein zurückhaltendes Mauerblümchen, sondern weiß sich durchzusetzen und lässt sich von Killian nicht einschüchtern. Sie ist zwar recht schüchtern was ihre Musik angeht, in ihrem restlichen Leben ist sie aber eine taffe und sympathische junge Frau.

Doch sobald das "echte" Leben gerufen hat, hat die Geschichte für mich etwas abgebaut. Killian musste an sich und seiner Band arbeiten, um wieder Fuß fassen zu können. Und Libby musste versuchen irgendwie einen Platz in seiner Welt zwischen Stars und Sternchen zu finden. Hier hat die Geschichte für mich leider ziemlich an Fahrt verloren. Es gab viele Szenen, die sich mehr oder weniger wie Wiederholungen angehört haben, als Libby eben in die verschiedensten Situationen gerät, die ihre Ängste herausfordert bzw. schürt.
Leider passiert sonst nicht wirklich viel was die Romantik angeht. Im Prolog wird auf eine Szene später im Buch angespielt und ich war sehr gespannt, was es damit auf sich hat und was wohl geschieht. Wie Kristen Callihan es im Buch aber gelöst hat war etwas enttäuschend und ziemlich langweilig. Da hätte man so viel draus machen können doch leider wurde ihr so ziemlich alles an Potenzial verschenkt. Überhaupt muss ich sagen, dass die Figuren in der zweiten Hälfte nicht wirklich ihren Charakteren gerecht gehandelt haben, was die ganze Geschichte teilweise ein bisschen wischiwaschi wirken ließ, vor allem wenn man bedenkt, wie klar und präzise die erste Hälfte des Buchs geschrieben und ausgearbeitet war.

So enttäuscht ich aber vom Finale war: Idol von Kristen Callihan war dennoch ein schönes und lesenswertes Buch, das ich allen Fans von Rockstar-Romanzen empfehlen kann, auch wenn mir hier ausgerechnet die Nicht-Rockstar-Phase am besten gefallen haben. Die Hauptcharaktere allein sind es aber schon wert und die bunten Nebencharaktere machen ebenfalls großen Spaß, so dass ich Idol trotz allem empfehlen kann.

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Cover Addicted to You Atemlos

Olivia genießt mit ihren Freundinnen den Junggesellinnenabschied ihrer Freundin Shawna im Club Dual. Natürlich darf bei solch einer Feier auch ein Stripper nicht fehlen und als ein umwerfend aussehender Typ in ihr Separee kommt, denken natürlich alle, dass es sich um besagte Abendunterhaltung handelt. Von ihren Freundinnen angeheizt und vom Alkohol enthemmt wirft sie sich dem Typen an den Hals.
Noch ahnt Olivia nicht, dass es sich bei dem Mann nicht um den gemieteten Stripper, sondern um den Clubbesitzer Cash handelt. Dieser lässt sie gewähren und weidet sich an ihrem Blick, als er oben ohne dasteht. Erst danach erklärt er den Damen, dass der Stripper dann gleich kommen würde. Olivia würde am liebsten im Boden versinken.
Da sie eigentlich keine Zeit hat für Partys, wird sie ihm hoffentlich nie wieder über den Weg laufen.

Natürlich kommt es anders. Schon am nächsten Morgen steht sie ihm wieder gegenüber - in der Küche ihrer Cousine. Marissa und Olivia verstehen sich überhaupt nicht, aber Marissas Vater hat ihr angeboten, dort mit zu wohnen, da sie sonst ihr Studium hätte abbrechen müssen. Nun steht der Clubbesitzer vertraut mit Marissa in der Wohnung und Olivia ist wie erstarrt. Kurz darauf weiß sie, dass sie Nash vor sich hat, den Zwillingsbruder von Cash. Beinahe könnte Olivia aufatmen, aber beide Männer sehen zum Anbeißen aus und lassen ihre Libido aufjauchzen.
Natürlich weiß sie, dass Nash tabu ist und auch Cash mit seinem Bad Boy Image, passt nicht in Olivias Leben. Ihre Gedanken beherrschen aber bereits beide nach der ersten Begegnung.

Als Olivia Nash zu einer Abendveranstaltung begleiten soll, lässt Marissa sie ins offene Messer laufen. Olivia macht sich zum Gespött der Leute in ihrem engen roten Kleid. Der Dresscode wäre schwarz gewesen. Nash ist betrübt und auch wütend. Sie verlassen gemeinsam die Gala und befinden sich kurz darauf auf dem Dach der Kanzlei wieder, für die Nash arbeitet und die zum Teil Marissas Vater gehört.
Zwischen den beiden knistert es gewaltig und nur Olivias Eingreifen kann Schlimmeres verhindern. Die Gedanken bleiben und auch Nash scheint verwirrt zu sein.

Olivias Wagen verlässt sie im ungünstigsten Augenblick - sie war auf dem Weg zur Arbeit nach Salt Springs. Das ist eine gute Autostunde und ihr Wagen springt nicht an. Sie braucht den Job um ihr Studium zu finanzieren und wie es der Zufall so will, trifft sie vor dem Haus auf Nash. Er hilft ihr aus der Klemme und versetzt sogar seine Freundin für sie. Olivia ist hin- und hergerissen.
Nash bietet ihr an mit seinem Bruder zu reden. Vielleicht könnte Olivia bei ihm an der Bar arbeiten und würde sich viele Stunden im Wagen sparen. Olivia denkt drüber nach und stimmt einem Gespräch zu.
Cash erinnert sich natürlich sofort an die Einlage im Separee und lässt es Olivia mit Blicken wissen. Aber er ist ebenso von ihr fasziniert und wild entschlossen sie in sein Bett zu kriegen. Bei einem Probeabend kommt es zu einem Einstiegstest und die beiden kommen sich gefährlich nahe. Olivia schwirrt der Kopf. Sie findet beide Brüder unglaublich sexy und weiß doch, dass sie keinen haben kann. Der Richtige ist vergeben, der andere für sie gefährlich. Was soll sie nur tun?
Eine heiße Begegnung in der Nacht rüttelt heftig an ihrem Weltbild und lässt die Schmetterlinge tanzen.

Nach The Wild Ones / The Wild Ones: Verführung wollte ich natürlich auch die andere Reihe der Autorin M. Leighton testen. Der erste Band versprach viel und hat mich dann leider doch enttäuscht - zumindest halb. Man muss gleich sagen, es ist hocherotisch und liest sich weg wie nichts. Olivia ist irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes. Auf der einen Seite ist sie das schüchterne Mädchen vom Land (ihr Vater hat eine Schafsfarm) auf der anderen Seite lodert sie bei der kleinsten Berührung wie Feuer. Das passt nicht so richtig zusammen. Wäre es eine Verwandlung innerhalb des Buches gewesen, hätte ich das noch nachvollziehen können, aber es läuft irgendwie parallel.

Cash ist natürlich ganz Bad Boy. Super sexy, super potent und super gefährlich. Ein Mann fürs Bett, aber fürs Leben?
Nash ist das genaue Gegenteil. Die beiden scheinen auch nicht viel voneinander zu halten, da sie aus ihrer Abneigung keinen Hehl machen. Warum das so ist, ergibt sich am Ende des Buches und hat mich tatsächlich überrascht. Respekt!

Diese Doppelbeziehung ist gut beschrieben und spitzt sich immer weiter zu, allerdings bleibt das Leben dahinter ein wenig auf der Strecke. Der Fokus in diesem Buch liegt einzig auf der Anziehungskraft der drei Akteure und der sexuellen Spannung. Das ist mal ganz nett, aber auf über 300 Seiten etwas wenig. Der Schluss lässt mich allerdings wieder hoffen. Natürlich kann ich euch nichts verraten davon, aber es lohnt sich bei dem Buch bis zum Schluss zu lesen und dann mit der Reihe weiter zu machen. Es verspricht Spannung.

Band zwei der Trilogie Up to Me / Schwerelos (keine Rezension) steht bereits im Schrank und wird dort nicht lange stehen. Ich will nun doch wissen wie es weiter geht.
Im Großen und Ganzen hat mich das Buch ganz gut unterhalten, ich hätte mir aber einfach mehr gewünscht. Weniger Sex, mehr Geschichte. Vielleicht zieht die Reihe ja im zweiten Band rasant an - ich hoffe es sehr.

Einen ganz lieben Dank an den Heyne-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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Cover Priceless

Enthält leichte Spoiler für die übrigen Bücher der Forbidden Men Reihe.

Seit sie 13 Jahre alt waren sind Sarah und Brandt die besten Freunde. Sie erzählen sich alles und ihr Leben wäre definitiv anders verlaufen, wenn sie sich nicht gefunden hätten. Vor allem für Sarah war Brandt immer ein kleines Stück Normalität. Durch ihre Zerebralparese ist sie die meiste Zeit an ihren Rollstull gebunden und dank der Passivität ihrer Mutter konnte sie nie wirklich ihr körperliches Potential ausschöpfen. In der Schule wurde sie von den meisten ignoriert oder sie haben sich hinter ihrem Rücken über sie lustig gemacht, denn den meisten Menschen ist nicht klar, dass Sarah mental absolut uneingeschränkt ist - im Gegenteil, sie ist wahrscheinlich intelligenter, als die meisten ihrer Mitschüler. Brandt ist einer der wenigen die das erkennen und über die Jahre lässt er es niemals zu, dass irgendjemand seiner besten Freundin Unrecht tut.
Nun besuchen die beiden sogar dieselbe Uni und sind kurz davor ihren Abschluss zu machen. Sarah hat sich eigentlich damit abgefunden, dass sie niemals Sex oder gar einen Freund haben wird. Wer will denn auch schon so offensichtlich beschädigte Ware wie sie? Wenn sie ehrlich mit sich ist, wäre der einzige Mann, den sie will, aber sowieso Brandt. Seit sie 18 ist und sich eingestehen musste, dass sie nicht nur Freundschaft für ihn empfindet, erduldet sie nun schon die ständigen Gerüchten um seine Promiskuität und da scheint es auch kein Ende in Sicht zu geben.
Doch dann geschieht etwas völlig unvorhergesehens für Sarah: Jemand bittet sie um ein Date. Sie kennt Seth aus ihren Tutorstunden und er scheint ein netter Kerl zu sein. Wieso also nicht? Es ist endlich eine Chance sich mal wie eine normale junge Frau zu fühlen.
Während sich alle anderen für Sarah freuen, ist Brandt allerdings alles andere als glücklich mit diesen Entwicklungen. Doch wenn Sarah wüsste, wie er seit er 16 ist für sie fühlt, könnte das ihre Freundschaft für immer zertsören und das kann er nicht riskieren...

Priceless von Linda Kage ist der mittlerweile schon 8. Teil dieser Reihe und wieder ein Buch, das mir ziemlich gut gefallen hat, nachdem der 7. Teil bei mir vollkommen durchgefallen ist. Ich muss aber auch sagen, dass ich Sarah schon seit dem ersten Buch geliebt habe und im Prinzip seit dem 2. Buch, als Brandt in der Reihe aufgetaucht ist, auf ihre Geschichte gewartet habe.
Seit diesem Kennenlernen als sie 13 waren sind mittlerweile 9 Jahre vergangen und in dieser Zeit ist eine Menge passiert. Vieles davon haben wir durch die Bücher der anderen Charaktere mitbekommen. Trotzdem hat sich Linda Kage die Zeit für einen sehr ausführlichen Prolog genommen, der noch einmal ein paar wichtige Punkte in ihrem Leben aufgenommen und gezeigt hat, wie die Freundschaft zwischen Brandt und Sarah geworden ist, wie sie ist - und in welchem Moment sie sich für beide verändert hat. Denn schon im Prolog wird klar, dass die beiden sich lieben (und zwar nicht nur platonisch) und zusammengehören. Das hat der Geschichte zwar viel vorweg genommen (obwohl bei den Büchern dieser Autorin ein Happy End ja sowieso immer inklusive ist), gleichzeitig hat es aber auch eine starke Ausgangssituation ergeben - schließlich steht Sarah kurz vor ihrem ersten Date und Brandt könnte seine Chance bei ihr für immer verlieren.
Gleichzeitig lernen wir aber natürlich auch jede Menge Neues über diese Figuren. Sarah hat sich eigentlich zu einer ziemlich coolen jungen Frau entwickelt. Ihr Selbstbewusstsein ist zwar immer noch recht fragil, aber sie hat gelernt mit sich zu leben und eigentlich überhaupt kein Problem mit ihrer Krankheit. Genau das hat mir an Sarah am allerbesten gefallen: Sie ist zwar natürlich nicht glücklich über ihre Zerebralparese, aber sie beklagt sich auch nie. Es ist nun mal wie es ist und sie macht das Beste aus ihrer Situation. Linda Kage hat das Buch aufgrund des Brief einer Frau geschrieben, die ebenfalls an dieser Krankheit leidet, und man merkt, wie sehr sie sich bemüht hat, dieser Aufgabe gerecht zu werden. Sie beschönigt nichts, lässt ihre Figuren aber auch nicht jammern - und es kommt wirklich einiges auf Sarah zu, sowohl emotional als auch körperlich.
Auch über Brandt erfährt man einige Dinge, die bisher im Dunkeln lagen. Durch Noah und Caroline wissen wir ja bereits, dass ihre Mutter alles andere als liebevoll und fürsorglich war. Doch das Geheimnis über seine Mutter, das Brandt mit sich herumschleppt, ist noch einmal ein ganz anderes Kaliber. Es hat ihn gezeichnet und war ein spannender und bewegender Zusatz zu der Geschichte.

Wie immer neigt Linda Kage zwar ein wenig zur Übertreibung mit ihren Alpha-Männchen, aber das ist einfach etwas, mit dem man in ihren Büchern rechnen muss. Das stört mich auch eigentlich überhaupt nicht (mehr) und ich erwarte es fast schon. Trotzdem sollte man sich darüber im klaren sein, wenn man sich an ihre Bücher macht.
Eigentlich gibt es nur ein winziges Detail, das mich an Priceless von Linda Kage ein wenig gestört hat und das war der Epilog, der lag nämlich im Vergleich zu den anderen Büchern in sehr naher Zukunft, anstatt Jahre später wie in den anderen Geschichten. Gerade bei Sarah und ihrer gesundheitlichen Lage hatte ich mir einen etwas weiter ausgreifenden Ausblick gewünscht.

Aber Linda Kage ist ja glücklicherweise noch nicht fertig mit ihrer Forbidden Men Reihe. Zumindest eine Figur haben wir noch, die unter die Haube muss, nämlich Carolines, Noahs und Brandts Bruder Colton, der in Priceless ebenfalls eine große Rolle gespielt hat. Sein Buch wird sicher wieder eine Menge aus dem Leben all der anderen Charakteren dieser Reihe zeigen.

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Cover All the Wrong Places Englisch

Es ist ihm schon wieder passiert: Zum dritten Mal wurde der semiprofessionelle Skater Brennan nun schon von einer Freundin verlassen, da er sie anscheinend sexuell nicht befriedigen konnte. Zumindest scheint das der einzige gemeinsame Nenner zwischen seinen letzten drei Freundinnen zu sein. Brennan weiß nicht mehr wirklich weiter. Zugegeben, er hatte nie einen sonderlich ausgeprägten Sextrieb, doch er dachte eigentlich immer, dass er seinen Freundinnen alles geben konnte, was sie wollten.
Eines ist Brennan nun allerdings klar: Er braucht Hilfe. Das Internet gibt nicht besonders viel her, also besucht er die zweite Möglichkeit, die sich ihm bietet - den einzigen Sexshop in Bluewater Bay. Und tatsächlich findet er dort Antworten...allerdings auf Fragen, die er sich nie zuvor gestellt hat.

Zafir hat viele Eigenschaften, die ihn auszeichnen und über die er sich definiert: Moslem. Alleinerziehender Vater. Angestellter in einem Sexshop. Und asexuell. Er hat sich schon vor langer Zeit damit abgefunden, dass Lust und Sex einfach etwas sind, das er nicht empfindet und auch nicht unbedingt braucht. Als Zafir Brennan in seinem Laden begegnet und viele von dessen Beschreibungen Zafir an seine eigenen Erfahrungen erinnern, wird er den Verdacht nicht los, dass Brennan vielleicht ebenfalls asexuell sein könnte.

Für Brennan beginnt damit die schwerste, erschreckendste und gleichzeitig beste Zeit seines Lebens, denn nicht nur werden ihm einige Dinge plötzlich glasklar, er findet in Zafir und seinem Sohn Tariq auch noch die besten Freunde, die er jemals hatte. Doch Brennan plagen immer noch Zweifel, was seine Identität angeht - und wieso er mit niemandem lieber seine Zeit verbringt, als mit Zafir...

Mit All the Wrong Places von Ann Gallagher habe ich mich zum ersten Mal an ein Thema getraut, vor dem ich mich bisher immer ein wenig gedrückt hatte: Asexualität. In so vielen Büchern werden die Charaktere von Lust und Leidenschaft getrieben und oft werden ihre Emotionen auch auf diese Weise an den Leser vermittelt. Bei asexuellen Charakteren fällt das mehr oder weniger weg und ich hatte Angst, mich daher nicht auf die Figuren und ihre Beziehungen wirklich einlassen zu können.
In gewisser Hinsicht war das in All the Wrong Places auch der Fall - allerdings mit voller Absicht der Autorin. Denn genau das ist auch einer der Punkte, mit denen Brennan sich herumschlagen muss. Woher soll er wissen, was Liebe ist, wenn es keinen Sex und nur eingeschränkte körperliche Nähe gibt? Wo hört eine Freundschaft auf und fängt eine Beziehung an? Brennan und Zafir müssen das für sich selbst in All the Wrong Places herausfinden und ich muss sagen, mir hat ziemlich gut gefallen, wie Ann Gallagher das Alles gehandhabt hat. Ich habe nie an Brennans und vor allem Zafirs Gefühlen gezweifelt und fand es sehr schön, wie sie sich durch das Wirrwarr ihrer Emotionen gekämpft haben.
Ebenfalls viel Spaß hatte ich mit Zafirs Sohn Tariq, der wirklich ein sympathischer kleiner Kerl war. Er und Brennan knüpfen schnell Freundschaft über ihr gemeinsames Interesse am Skateboarden und auch zu seinem Vater hat Tariq eine wirklich schöne Beziehung. Er ist auch Zafirs wichtigste Motivation, schließlich ist alles was er tut für Tariq, inklusive der zwei Jobs, mit denen er sich abrackert. Zafir ist auch sehr vorsichtig, wen er in das Leben seines Sohnes lässt, denn er hat schon einige schlechte Erfahrungen mit früheren Partnern gemacht, was für einige sehr spannende und intensive Szenen sorgt.
Natürlich lernt man beim Lesen auch eine Menge über das Thema Asexualität. Mir zumindest war gar nicht bewusst, wie viele verschiedene Facetten diese Orientierung hat und wie schwierig es sein kann, sich selbst zu finden, wenn man als Betroffener damit konfrontiert wird. Das Spektrum ist wirklich groß, doch die Ansätze werden sehr schön und passend in diese Geschichte eingebaut.

Von diesem Aspekt der Geschichte war ich also sehr angenehm überrascht. Überhaupt gibt es nur sehr wenig, das mir an All the Wrong Places nicht gefallen hat. Leider ist eine Sache davon allerdings das Ende bzw. das letzte Kapitel vor dem Epilog. Hier gibt es natürlich die große Auflösung und die Dinge zwischen den Charakteren spitzen sich zu. Leider hat sich dieses Kapitel aber etwas gestelzt angefühlt und wirkte etwas arg eilig abgehandelt. Der Epilog macht das zwar etwas besser, allerdings wirkt er auch durch das knappe letzte Kapitel etwas übertrieben. Das Ende hat mir zwar dennoch sehr gut gefallen, trotzdem hätte ich dort gerne etwas mehr Ausführlichkeit und Natürlichkeit gesehen.

Auch ohne Sex ist All the Wrong Places von Ann Gallagher eine schöne unterhaltsame Geschichte, die gerade deswegen besonders stark von den Emotionen ihrer Figuren lebt. Wer mal über ein etwas anderes Thema lesen will, dem könnte All the Wrong Places sehr gut gefallen.

All the Wrong Places erscheint am 13. Juni 2016.

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