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Cover Blackout deutsch

Stellt Euch vor, Ihr seit gerade mit dem Auto unterwegs und plötzlich fallen alle Lichter aus.
Stellt Euch vor, Ihr steht in einem Fahrstuhl und plötzlich steht alles still und Ihr seht die Hand vor Euren Augen nicht.
Stellt Euch vor, Ihr sitzt im Flugzeug und unter Euch wird alles schwarz.

Solch ein Szenario beschwört Marc Elsberg in seinem Buch BLACKOUT. Morgen ist es zu spät.. In beinahe ganz Europa, ausgehend von Italien im Süden und Schweden im Norden, bricht das komplette Stromnetz zusammen und die Menschen stehen ohne alles da. In der heutigen Gesellschaft beinahe undenkbar. Was machen wir ohne Licht? Ohne den öffentlichen Nahverkehr? Und ohne Wasserversorgung?
Richtig, wir brechen in Panik aus.

Die Geschichte beginnt damit, dass am Tag 0 in Europa das Licht ausgeht und der Leser aus verschiedenen Städten einen kleinen Einblick erhält. Das ist erst einmal etwas verwirrend, da nach 2-3 Seiten immer wieder gewechselt wird. Da kann man leicht den Überblick verlieren. Aber schon nach 100 Seiten weiß man mit welcher Figur man sich in welcher Stadt und in welcher Einrichtung bewegt.

Die Hauptfigur ist der Italiener Piero Manzano, der durch den Stromausfall einen leichten Autounfall erleidet. Sein Wagen ist Schrott, doch er selbst noch so weit okay, dass er anderen helfen kann, die weniger Glück haben.
Nachdem er aus dem Krankenwagen entlassen wird, führt ihn sein Weg nach Hause. In seiner Wohnung ist alles still. Kein Kühlschrank der leise brummt, kein Wasserrauschen und auch kein Radio das läuft. Kurz nach seiner Ankunft steht sein Nachbar bei ihm vor der Tür und gemeinsam versuchen sie das Beste aus der Situation zu machen. Doch Manzano findet keine Ruhe und will seinen Stromzähler überprüfen. Schließlich haben sie nun einen ganz neuen Smart Meeter im Flur hängen - einen intelligenten Stromzähler. Dieser weist einen Code aus, den er noch nie gesehen hat. Da er ein IT-Experte ist und weiß wie es geht, klingt er sich kurzerhand in das Netz ein und startet seinen Zähler neu. Der Strom ist wieder da. Das gleiche machen sie in der Wohnung von Bondoni, seinem Nachbarn. Auch hier wird der Code angezeigt und Manzano sucht im Internet nach einer Erklärung. Doch der Wein macht sich nun bemerkbar und schickt ihn ins Land der Träume.
Als er nach einigen unbequemen Stunden auf der Couch wieder erwacht, ist der Strom erneut weg. Sein Laptop ist fast leer, doch er hat genug in Reserve um eine erneute Suche im Internet zu starten. Doch auch dieses Mal gibt es keine Ergebnisse. Niemand scheint diesen Code zu kennen, also hinterlässt er einen kurzen Beitrag.
Das kann doch nicht richtig sein, denkt er sich und macht sich auf den Weg zur Polizei. Die glauben ihm kein Wort und sind mit der Situation selbst völlig überfordert. Also kehrt er zurück zu seiner Wohnung. Völlig durchgefroren kommt er an und hat gleich wieder seinen Nachbarn vor der Tür stehen - er hat den Code wieder auf dem Display gesehen. Da ist irgendwas faul - aber keiner will ihm zuhören.
Es muss noch eine andere Lösung geben! Da macht ihm Bondoni den ultimativen, wenn auch völlig absurden, Vorschlag, zu seiner Tochter zu fahren. Diese befindet sich mit Freundinnen auf dem Weg in die Schweiz zum Winterurlaub, doch das sind höchstens 4 Stunden mit dem Auto. Das Interessanteste ist aber, dass sie für die Europäische Union arbeitet - ob sie ihm glaubt? Und selbst wenn, wie soll sie es ihren Chefs mitteilen?
So beginnt eine Odyssee durch Europa, die ihn so manches Mal nahe an seine physischen wie psychischen Grenzen bringt.

Dieses Buch wirft mit vielen technischen Details um sich, wie die Stromversorgung im Land funktioniert und auch, wie es zu Ausfällen kommen kann. Wenn man in dieser Materie nicht drin steckt, kann es natürlich auch etwas viel sein, aber mich hat es nicht gestört. Im Gegenteil, für mich war es thematisch sehr interessant.
Man beginnt beim Lesen unwillkürlich darüber nachzudenken: Was würdest du machen? Bist du vorbereitet? Wie lange würdest du ohne Strom auskommen?
Die Geschichte zeigt nebenher auch auf, wie sich die Menschen in Notsituationen verhalten könnten und das meiner Meinung nach sehr anschaulich. Da kriegt man als Leser manches Mal wirklich das grauen.

BLACKOUT. Morgen ist es zu spät. ist ein ziemlich umfangreiches Buch mit seinen 800 Seiten, aber es wird nie langweilig. Zudem sind die verschiedenen Charaktere sehr anschaulich dargestellt und der ständige Wechsel hält die Spannung zusätzlich aufrecht. Grundsätzlich hat es die volle Punktzahl verdient - allein von der Geschichte her - doch manche Sätze sind derart verunstaltet, dass sie falsch wirken. Das hat mich im Lesefluss häufiger Mal gestört.

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung dieses Buches. Es ist wirklich jede Leseminute wert und eine uneingeschränkte Empfehlung. Vielleicht sogar eine Pflichtlektüre...

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Cover Kenny and the Dragon englisch

Der kleine Kenneth Rabbit wohnt zusammen mit seinen Eltern auf Shepard's Hill bei Roundbrook. Hier lebt die Familie schon seit vielen Generationen und geht ihrer Arbeit als Farmer nach.
Kenneth, von allen nur Kenny genannt, ist ein aufgeweckter kleiner Bücherwurm, der sich eigentlich nicht wirklich für das Leben auf der Farm interessiert. Viel lieber steckt er seine Nase in die vielen Bücher, die er sich bei seinem Freund George im Buchladen ausleiht. George ist Kennys einziger Freund und so verbringt er seine Freizeit in dessen Buchladen. Von George hat Kenny auch das Schachspielen gelernt und die Liebe zu den Büchern.

Gerade hat er sich 'Des Königs königliches Tierbuch' ausgeliehen um darin zu lesen, als sein Vater völlig außer Puste in der Küche steht. Er hat ein Ungeheuer gesehen, mit großen Augen, Schuppen am Kopf, langen Zähnen und auch irgendwie haarig. Das passt so zu gar keiner Tierart, aber sein Vater behauptet einen Drachen gesehen zu haben.
Kenny ist außer sich vor Tatendrang. Er will den Drachen unbedingt sehen, schließlich gibt es die sonst nur in Büchern, denn sie sind ja schon lange ausgestorben.
Nachdem er all seine Aufgaben erledigt hat, bewaffnet er sich mit Töpfen und Kellen als Rüstung und macht sich auf den Weg.

Da liegt er. Mitten auf der Schafsweide hinter den Steinen. Er scheint zu schlafen und sieht eigentlich auch sonst gar nicht gefährlich aus. Da öffnet sich ein Auge des Ungeheuers und Kenny bekommt es mit der Angst zu tun. Doch entgegen aller Erwartungen scheint der Drache ihn weder angreifen noch fressen zu wollen. Viel mehr glaubt er wohl, Kenny würde ihm etwas zu Essen kochen - hat er doch schließlich lauter Kochutensilien dabei.
Im Tierbuch stand nichts davon, dass man einem Drachen etwas mitbringen soll und so ist Kenny ein wenig verunsichert. Er hat das Buch mitgebracht und zu seinem Erstaunen ist der Drache ganz interessiert an dem Buch. So kommen die Beiden ins Gespräch und als es Dunkel wird hört Kenny seine Mutter nach ihm rufen. Der Drache, Grahame, und Kenny haben sich gut unterhalten und so verspricht der kleine Hase am nächsten Tag wieder zu kommen.

Cover The Reluctant Dragon englisch

Mit der Zeit freunden sich die beiden ungleichen Lebewesen an und auch Kennys Eltern werden in diese Freundschaft mit einbezogen.
Als Kenny bemerkt, dass er und Grahame beinahe jedes seiner Bücher gemeinsam gelesen haben, macht er sich auf in die Stadt zu seinem Freund George. Schließlich muss er ihm unbedingt von Grahame erzählen und will sie einander vorstellen. Doch in der Stadt angekommen hört er von überall Gemurmel über ein Ungeheuer auf dem Hügel und selbst die Zeitung weiß bereits über den Drachen bescheid. Kenny hat Angst. Die werden doch wohl seinem Freund nichts antun wollen? Er flüchtet wieder nach Hause und berichtet seinen Eltern und auch einem neuen Freund davon.
Nun ist es besonders eilig, dass Kenny mit George spricht, denn er glaubt nur sein alter Freund kann ihm noch helfen. Doch Kenny ahnt ja auch noch nicht, dass George seine ganz eigene Rolle in dem ganzen Drama spielen soll. George war nicht immer Buchhändler, er hat einmal für den König gearbeitet - als Drachenjäger.

Kenny and the Dragon / Kenny und der Drache von Tony DiTerlizzi ist ein unglaublich niedlich gestaltetes Kinder- und Jugendbuch. Wie schon in The Spiderwick Chronicles / Die Spiderwick-Geheimnisse gibt es auch hier viele liebevoll gezeichnete Bilder zur Geschichte. In Kennys Welt ist jedes Lebewesen ein Tier; er und seine Familie sind Hasen, während sein bester Freund George ein Dachs ist.
Ich habe durch The Spiderwick Chronicles / Die Spiderwick-Geheimnisse die Bücher von Tony DiTerlizzi lieben gelernt und kann auch dieses kleine Büchlein wärmsten empfehlen. Sicherlich ist es keine anspruchsvolle Fantasy-Lektüre, aber zwischendurch darf es doch gerne mal etwas märchenhaftes sein.

Das Buch ist eine Anlehnung an The Reluctant Dragon von Kenneth Grahame, was sich unschwer allein am Autor erkennen lässt, welches wiederum auf der Legende zu St. George, dem Drachentöter basiert.

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Cover Magisches Blut deutsch

Enthält Spoiler für Magic Bites / Die Nacht der Magie, Magic Burns / Die dunkle Flut und Magic Strikes / Duell der Schatten.

Kate dachte nicht, dass Curran es schaffen könnte, sie noch mehr in den Wahnsinn zu treiben. Doch das war bevor er sie bei ihrer alles entscheidenden Essensverabredung versetzt hat und bei dem daraus resultierenden Telefonat unmissverständlich klargemacht hat, dass er nichts mehr von ihr wissen will. Alles ohne Erklärung.
Kate leidet, würde aber lieber sterben, als sich das anmerken zu lassen. Also stürzt sie sich in ihre Arbeit und es dauert auch nicht lange, da kommt sie wieder einem mysteriösen Fall auf die Spur. Ein Gestaltwandler wurde in einer Bar von einer verhüllten Gestalt getötet und hat ein kleines Geschenk hinterlassen: Einen magischen und tödlichen Virus mit dessen Einschränkung Kate ihre liebe Not hat. Doch das bleibt nicht der einzige Zwischenfall. Immer wieder kommt es zu verschiedenen Meldungen und am Ende scheinen es immer Gestaltwandler zu sein, die das Ziel der Anschläge sind.
Das bedeutet für Kate, dass sie ausgerechnet mit Curran und dem Rudel zusammenarbeiten muss. Gemeinsam finden sie aber schnell heraus, dass Kate diesmal ein besonderer Gegner gegenüber steht: Nämlich jemand aus ihrer eigenen Familie.

Magic Bleeds / Magisches Blut, der vierte Teil der Kate Daniels / Stadt der Finsternis-Reihe von Ilona Andrews, steht seinen Vorgängern in nichts nach. Dennoch fühlt sich die Geschichte diesmal ein wenig anders an. Das liegt hauptsächlich daran, dass es mehr Romantik gibt, als in allen anderen Teilen. Kate und Curran haben jede Menge Probleme und Gepäck, sowohl aus der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart, die es aufzuarbeiten gilt. Einfach werden es die beiden wohl nie haben. Aber genau das macht sie und ihre Geschichte so unterhaltsam und lässt den Leser auf jede neue Entwicklung warten und hoffen. Die Kämpfe, Dialoge und Streitereien zwischen ihnen sind immer wieder ein Highlight.
Das soll aber nicht heißen, dass die eigentliche Geschichte in den Hintergrund rückt. Im Gegenteil, die beiden Aspekte fließen übergangslos ineinander und leben voneinander. Die Story bleibt glücklicherweise alles andere als kitschig, auch wenn sowohl Curran als auch Kate ungeahnte Seiten zeigen.

Cover Magic Bleeds englisch

Kates Gegner sind wieder Mythen und Sagen entsprungen, dieses Mal hauptsächlich aus der Bibel. Auch Kates Familiengeschichte nimmt immer mehr Form an und wir lernen viel über die Zusammenhänge. Auch die Figur ihres Vaters tritt ein bisschen mehr in Vorschein, was langsam auch höchste Zeit wurde. Es wird immer klarer für welche Ereignisse in der Geschichte der Welt die Verantwortlichen in Kates Stammbaum zu finden sind, denn kaum ein Begebnis (oder in den meisten Fällen Katastrophe) hängt nicht in irgendeiner Form mit ihrer Familie zusammen.

Insgesamt ist Magic Bleeds / Magisches Blut von Ilona Andrews deshalb auch mein bisher liebster Band in der Kate Daniels / Stadt der Finsternis-Reihe (ich weiß, das sage ich bei fast jedem Band - aber sie sind und bleiben einfach alle so gut! ;). Mit den schon lange fälligen Hintergründen zu Kates Familiengeschichte wird die ganze Serie auf eine neue Ebene gehoben. Auch die bisher nicht so ausgeprägte Liebesgeschichte bekommt diesmal mehr Gewicht, was die Dynamik zwischen den Hauptcharakteren zum Glück aber nicht verschlechtert. Ganz im Gegenteil.

Bleibt zu hoffen, dass es in Magic Slays / Ruf der Toten, der fünfte und aktuellste Band, da mithalten kann. Danach folgt nämlich eine relativ lange Wartezeit, bis der sechste Teil in die Buchläden kommt.

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Cover Red Fox Englisch

Enthält Spoiler für den 1. Teil der Reihe, Darkhouse.

Perry und Dex haben ihre Feuertaufe bestanden. Die erste Folge ihrer Show Experiment in Terror lief und auch wenn sie noch lange nicht perfekt war, bekommen sie die Chance eine weitere Episode zu drehen. Diesmal verschlägt es die beiden nach New Mexico, in eine winzige Stadt namens Red Fox, wo auf der Ranch eines Navajo Indianers allerhand merkwürdige Dinge passieren. Immer wieder wird Vieh tot und verstümmelt aufgefunden, es kommt zu Angriffen von Tieren und es regnet Steine.
Die beste Vermutung des Duos ist, dass es sich um einen Poltergeist handelt. Wirklich sicher sind sie sich allerdings nicht, denn eigentlich sind sie sich durchaus bewusst, dass sie nichts weiter als Amateure sind.
Nicht jeder ist froh, Dex, Perry und ihre Show in Red Fox zu haben und schnell müssen sie feststellen, dass es nicht nur Menschen sind, die da gegen sie arbeiten. Auch der Geist - bei dem sie sich langsam nicht mehr sicher sind, dass es sich wirklich um einen handelt - reagiert sehr aggressiv auf die Ankunft der Neuankömmlinge.
Mit der Hilfe von Maximus, einem alten Freund von Dex, beginnen sie ihre Ermittlungen ? und befinden sich bald im Fokus übernatürlicher Kreaturen, bei denen es sogar Perry schwerfällt, an deren Existenz zu glauben.

Ich habe den ersten Band dieser Reihe geliebt, auch wenn es, wenn ich ehrlich bin, ein paar Sachen gab, die nicht perfekt waren. Da wären z.B. die teils etwas vage Geschichte, ein etwas träger Anfang und schwer einzuschätzende Charaktere. In Red Fox, dem zweiten Teil ihrer Experiment in Terror-Reihe, hat Karina Halle allerdings wirklich alles richtig gemacht.
Von Anfang an weiß die Geschichte zu fesseln, denn es dauert nicht lange, bis sich unsere beiden Helden knietief in ihrem Fall befinden. Auch fühlt sich das ganze Buch diesmal ein kleines bisschen strukturierter an. Es ist zwar immer noch nicht vorhersehbar (Gott sei Dank), fühlt sich aber natürlicher an und die Spannung hält sich leichter.
Was die Charaktere angeht, so ist der Autorin ein riesiger Sprung gelungen. Ihre Abenteuer im Leuchtturm haben Spuren bei Perry hinterlassen und sie ist daran gewachsen. Gleichzeitig hat sie verständlicherweise aber so viel Angst wie noch nie vor dem, was sie sieht. Auch Zuhause und in ihrem eigentlichen Job häufen sich die Probleme, so dass ihr die Show und deren Erfolgt nur noch wichtiger wird. Auch ihre unangebrachten Gefühle für Dex sind etwas, mit dem sie sich auseinandersetzen muss. Und Dex - wenn ich ihn im ersten Buch geliebt habe, dann vergöttere ich ihn jetzt. Auch er hat mit einigen Problemen und Umstellungen zu kämpfen, besonders was seine Krankheit und Medikamente angeht. Dafür bekommen wir aber auch einen wesentlich tieferen Einblick in seine Vergangenheit und seinen Charakter. Er ist immer noch unberechenbar wie eh und je, trotzdem lernt man ihn langsam kennen und einschätzen. Außerdem ist er nicht mehr so sprunghaft und etwas menschlicher, was ihn nur noch sympathischer macht.
Die Kultur der Navajo Indianer und der Schauplatz in der Wüste sind die ideale Ausgangsposition für eine spannende Geschichte. Wie gewohnt mangelt es nicht an gruseligen Szenen und auch wenn es nicht direkt brutal ist, für schwache Nerven sind die Bücher auch nicht gerade und vor allem Perry hat schon eine Menge zu erleiden. Wie schon gesagt fällt es diesmal viel leichter dem übernatürlichen Teil der Geschichte zu folgen und als Leser tappt man genauso lange im Dunkeln, wie die Hauptcharaktere.

All das macht Red Fox von Karina Halle zu einem perfekten zweiten Band in der Experiment in Terror-Reihe, der seinen Vorgänger spielend übertrifft. Man merkte dem Buch an, dass die Autorin mittlerweile mehr Erfahrung hat und das hat der Geschichte sehr gut getan. Die Schauplätze sind spannend, genauso wie der indianische Hintergrund und die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren ist einfach immer wieder eine Wucht.

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Cover Welcome to Temptation englisch

Sophie Dempsey entstammt einer großen Familie von Betrügern, Gaunern, Hochstaplern und anderen Kleinkriminellen. Einzig sie und ihre jüngere Schwester Amy halten sich weitestgehend ans Gesetz und verdienen ihr Geld mit dem Filmen von Hochzeiten und Familienfeiern. Das ist nicht spannend, aber es ist wenigstens ehrliche Arbeit.
Doch als Amy Sophie nach Temptation, einem idyllischen Örtchen irgendwo in Ohio schleppt, um dort für die alternde Schauspielerin Clea ein Bewerbungsvideo zu drehen, weiß Sophie sofort, dass Ärger bevorsteht. Und kaum sind sie in Tempation angekommen, geht auch schon alles schief. Sie werden in einen Unfall verwickelt, das Haus in dem sie wohnen ist eine einzige Ruine und die Leute in Temptation stehen ihnen eher feindselig gegenüber. Denn hier werden Familienwerte groß geschrieben und eine Filmcrew um eine Schauspielerin mit eher fragwürdigen filmischen Erfolgen (=Pornos) kann nichts Gutes im Schilde führen.
Das bekommt auch schnell der Bürgermeister von Temptation, Phineas T. Tucker, zu Ohren. Ihm wird bald klar, dass mit dem Filmprojekt tatsächlich irgendwas nicht stimmt. Das ändert aber nichts daran, dass Sophie ihn wahnsinnig macht ? im positiven, wie im negativen Sinn. Und das obwohl er sich eigentlich auf sein Amt und die sich anbahnende Wahl konzentrieren sollte, denn die Konkurrenz schläft nicht und setzt alles daran, ihn als Bürgermeister zu ersetzen.
Doch als immer mehr Fremde in der Stadt auftauchen und am Ende einer von ihnen das Zeitliche segnet, stellt sich Phin und Sophie die Frage, was die guten Bürger von Tempation alles tun würden, um ihre Ziele zu erreichen...

Wer die Autorin kennt, wird beim Lesen schnell feststellen, dass Welcome to Temptation / Die Naschkatzen ein typischer Jennifer Crusie-Roman ist. Wie in den meisten ihrer Bücher findet man auch hier eine Situation vor, die von Außen völlig normal aussieht, je mehr man aber in das Geschehen eintaucht und die einzelnen Charaktere kennenlernt, umso verrückter wird die Geschichte auch. So ziemlich jeder in Temptation hat so seine Geheimnisse und Laster und viele davon kommen nach und nach ans Licht. Und das war nicht nur spannend sondern auch sehr unterhaltsam und witzig. Der Humor wird bei Jennifer Crusie wie gewohnt groß geschrieben, vor allem im Hinblick auf Situationskomik.
Was die Figuren angeht, so war ich diese Mal jedoch ein wenig unschlüssig. Sophie ist ein wirklich toller Charakter. Ihr ganzes Leben lang kam bei ihr die Familie zuerst, was auch okay für sie war, doch nun hat sie keine Ahnung was sie eigentlich will - außer auf keinen Fall auf die schiefe Bahn zu geraten. Amy ist mancher Hinsicht ihr Gegenteil. Eigentlich ist sie eine typische Demspey; sie verfolgt ihre Ziele ruchlos und nutzt dabei Sophies Gutmütigkeit schon mal aus. Der schwierigste Charakter für mich war aber Phin. Er ist nicht unbedingt das, was man von einem Bürgermeister erwartet, und seine Einstellung dazu ist auch nicht unbedingt typisch. Interessant war er also allemal. Wenn er und Sophie aneinandergeraten sind auch amüsante und schlagfertige Dialoge sicher, aber oft war er mir einfach zu flapsig und distanziert. Das wird zwar im Buch thematisiert und schützt abgesehen davon das Buch davor schnulzig zu werden, ändert aber auch nichts daran, dass er mir dadurch manchmal ein wenig zu arrogant und gleichgültig rüberkam.
Cover Naschkatzen deutsch Ein weiterer kleiner Schwachpunkt war die schiere Masse an Charakteren. Prinzipiell war das eine gute Sache. Es gibt viele kleine und größere Erzählstränge, die Spaß gemacht haben und die man auch leicht im Überblick behalten konnte. Und trotzdem waren es doch so viele, dass ich das Gefühl hatte, Jennifer Crusie bekommt sie nicht mehr alle unter einen Hut. Am Ende verlaufen sich nämlich Einiges ins Leere oder wird sehr schnell abgehandelt. Das war kein Beinbruch, wirkte aber ein wenig plump.

Wer allerdings einfach nur eine leichte und lustige Sommerlektüre sucht, der ist mit Welcome to Temptation / Die Naschkatzen von Jennifer Crusie bestens bedient. Mit viel Charme, Witz und überwiegend unterhaltsamen Charakteren sind ein paar nette Lesestunden garantiert.
Außerdem sollte man sich nicht von dem schrecklich lieblosen und grauen deutschen Cover abschrecken lassen. Auch der Titel hat eigentlich absolut gar nichts mit dem Buch zu tun (für ein Jennifer Crusie-Buch spielt Essen diesmal eine relativ kleine Rolle) und es ist doch etwas einfallsreicher, als der fade Name einem weismachen will.

Mit Faking It / Verliebt in eine Diebin gibt es übrigens ein Sequel zu Welcome to Temptation / Die Naschkatzen, das sich aber um eine völlig eigene Geschichte hat und sich um ein anderes Mitglied der Familie Dempsey dreht.

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