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Cover Tränen aus Feenstaub deutsch

Pina ist sechzehn. Sie hat Leukämie und weiß, dass sie bald sterben wird - denn ihre Form der Krankheit ist fast so gut wie unheilbar. Schon seit Monaten ist das Krankenhaus der Stadt ihr Zuhause. Doch Pina versucht, die Zeit, die ihr bleibt, zu genießen. Dazu gehört es auch, einfach mal abzuschalten. Immer, wenn die Untersuchungen oder Behandlungen schmerzvoll sind oder einfach wenn sie mal Ruhe braucht, zieht sie sich zurück. Zurück in ihre selbstgeschaffene Traumwelt: In der es Sommer ist, die Sonnen scheint, das Meer blau leuchtet und im Hafen lauter aufregende und wunderschöne Segelschiffe liegen. Und obwohl es in ihrer Traumwelt auch Menschen gibt, haben diese Pina bislang immer in Ruhe gelassen und einfach nicht beachtet.
Doch dann begegnet sie Finn. Der 21-jährige Biker taucht ganz plötzlich in Pinas Traumwelt auf. Griesgrämig und barsch reagiert Finn auf Pina. Denn Finn wird ziemlich schnell klar, dass er aus irgendeinem Grund in Pinas Traumwelt festhängt. Natürlich macht er sie dafür verantwortlich. Pina dagegen ist eher verwirrt. Ist Finn nur eine Einbildung ihres Geistes? Ist er real? Und wenn ja, warum kann er ihren Rückzugsort nicht mehr verlassen? Bei der Suche nach Antworten werden Pina und Finn Freunde. Und sie entdecken, was sie Beide gemeinsam haben...

Auf Tränen aus Feenstaub von Isabel Abedi bin ich zufällig bei Amazon gestoßen. Die Autorin hat das Ebook in Eigenregie veröffentlicht. Der günstige Preis und die gute Bewertung haben mich neugierig gemacht und dann auch spontan zugreifen lassen. Das Buch ist klein aber fein. Auf eine leichte und natürliche Weise beschäftigt sich Tränen aus Feenstaub mit dem Thema Krankheit und Tod. Dabei geht es nicht nur um Pinas Traumwelt, sondern auch um das bisschen Leben, dass Pina bleibt und das sie versucht, so gut wie möglich zu genießen. Pina hat eine liebevolle Familie, sehr gute Freunde und treue Schulkameraden, die sie alle abwechselnd besuchen und darüber hinaus liebt sie es, zu zeichen. Besonders Mangas sind ihre Spezialität.
Doch Pina wird auch schnell müde und auch die geballte Aufmerksamkeit so vieler Menschen ist manchmal schwer zu ertragen. Da ist ihre Traumwelt natürlich der ideale Rückzugsort. Doch mit dem Auftauchen von Finn und dem Erfassen seiner Geschichte wird Pina klar, dass noch mehr dahinter steckt.

Etwas unpassend fand ich eigentlich nur die Altersangaben der beiden Protagonisten. Sowohl Pina als auch Finn kamen mir mindestens zwei Jahre jünger vor als sie sind. Vielleicht liegt es an dem bewusst leichten Tonfall, der in dem Buch gewählt wurde, aber sie wirkten anfangs doch etwas unreif. Deutlich wird das besonders in den Dialogen zwischen den Zweien, in denen sie zwar viel denken, aber nur einen Bruchteil davon auch in Worte fassen. Das ist erst mal ein wenig gewöhnungsbedürftig. Doch insgesamt konnte mich Tränen aus Feenstaub sehr fesseln. Selbst wenn man das Ende recht bald erahnt, ist die Umsetzung so gut gelungen, dass es schwer fällt, das Buch mal beiseite zu legen.

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Cover Während ich schlief deutsch

Rose ist orientierungslos und geschwächt, als sie aus ihrem Stasis-Schlaf geweckt wird. Sie hat schon häufiger Zeit in der Stase-Röhre verbracht, doch nie hat es ihrem Körper so zugesetzt wie jetzt.
Was sie noch mehr verwirrt, ist allerdings die Stimme desjenigen, der sie erweckt hat, denn sie gehört weder zu ihrem geliebten Xavier noch zu ihrer Mutter. Stattdessen steht ein fremder Junge vor ihr und ist einigermaßen sprachlos.

Beim Herumstöbern im Keller des großen Gebäudekomplexes des UniCorp Imperiums ist er auf eine alte Stase-Röhre gestoßen und hat den Wiederbelebungsmechanismus in Gang gesetzt. Völlig panisch versucht er das Mädchen in der Röhre mit Mund-zu-Mund-Beatmung zu beleben, doch sie ist schon wach und reagiert prompt auf seine Lippen. Er kann gar nicht glauben, dass jemand in den letzten Jahren in diesem Keller in einer Röhre gelegen hat und fällt aus allen Wolken, als er erfährt, wenn er dort gefunden hat.
Es handelt sich um die Tochter der Firmengründer von UniCorp, die bereits seit über sechzig Jahren als tot gilt. Das alles ist jedoch nebensächlich, wenn Rose ist nicht einmal in der Lage aus ihrer Röhre zu steigen ohne einen Schwächeanfall zu erleiden. Kein Wunder, ihr Körper war die letzten Jahre wie tot. Kurzerhand bringt er sie zu seiner Mutter, die Ärztin ist.

Rose bekommt von all dem nur verschwommen etwas mit. Ihre Augen sind zu sehr geschwächt und sie kann nur Schemen erkennen, zudem fragt sie sich die ganze Zeit wo ihre Eltern sind, wo Xavier ist und warum sie in so schlechter Verfassung ist. Noch im Krankenhaus wird ihr mitgeteilt, dass ihre Eltern seit langer Zeit nicht mehr am Leben sind, denn sie hat viel Zeit in der Stase-Röhre verbracht, zu viel Zeit - genaugenommen 62 Jahre.
Rose ist geschockt und wird von Trauer überwältigt. Alles ist ihr fremd, es gibt nichts mehr, was sie an ihr altes Leben erinnern könnte. Doch am meisten trauert sie um ihre große Liebe Xavier.
Nur langsam kann sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen und auch ihr Körper braucht noch eine ganze Weile um sich auf seine Aufgabe wieder einzustellen. Und als wenn das noch nicht genug wäre, erfährt sie nun auch noch, dass sie Alleinerbin des gesamten Imperiums UniCorp ist. Da sie allerdings erst 16 ist, ist sie noch nicht mündig und so verwaltet der aalglatte Guillory ihr Vermögen bis sie volljährig ist. Doch sie traut ihm nicht.

Als sie der Öffentlichkeit präsentiert wird, ist sie gerade einmal eine Woche wieder in dieser Welt und hat noch lange nicht alles erfasst. Aber sie weiß schon jetzt, dass die Presse zukünftig ein großes Interesse an ihr haben wird.
Um ihr Leben so gewöhnlich wie möglich zu gestalten, wird sie an der Firmeneigenen Schule eingeschrieben und hat fortan einen geregelten Tagesablauf. Selbst ihre alte Wohnung kann sie wieder bewohnen, wenn auch mit ihr zugewiesenen Pflegeeltern, die sich in keiner Weise persönlich für sie interessieren. Rose ist für sie nur ein Job und das merkt sie auch ziemlich deutlich. Der einzige Lichtblick in ihrem Leben ist ihr neuer Hund. Ein Afgahne, den sie Zavier, nach ihrem verlorenen Freund, tauft. Außerdem hat sie nun ein eigenes Atelier, sie liebt das Malen und Zeichnen und doch kommt sie sich vor wie eine Außerirdische.
Als sie in der Schule in Brens Freundeskreis integriert wird, lernt sie allerdings einen wirklichen Außerirdischen kennen - Otto. Er ist ein Laborexperiment und im wahrsten Sinne des Wortes nicht von dieser Welt. Doch auf unerklärliche Weise fühlt sie sich zu ihm hingezogen, denn sie sind beide Freaks. Und auch Otto hat Interesse an Rose, sehr zum Missfallen seiner Freundin.

Cover A Long Long Sleep englisch

Als Rose eines Abends erneut von Alpträumen geweckt wird, begibt sie sich in ihr Atelier. Sie hat Angst vor dem Schlafen, denn jedes Mal suchen sie schreckliche Träume heim, die sich in ihr Gedächtnis brennen. Während sie an ihrem Tisch sitzt und an einer Zeichnung von Bren arbeitet, hört sie ein Geräusch hinter sich. Eine Art Menschenroboter hat sich Zutritt zur Wohnung verschafft, sämtliche Alarmsysteme umgangen und greift sie an. Nur ihrem Hund hat sie es zu verdanken, dass sie entkommen kann, denn dieser lenkt das Wesen lange genug ab, damit sie fliehen kann.
Völlig verstört geht sie am nächsten Tag zur Schule, sie weiß nicht warum sie sich niemanden anvertraut, bis sie selbst glaubt, es wäre nur ein Alptraum gewesen. Selbst ihr Atelier ist sauber aufgeräumt und keine Spuren eines Angriffes sind zu sehen.

Doch kurz darauf wird sie erneut angegriffen und dieses Mal ist Zavier nicht bei ihr. Sehr schnell erhält sie die Information, was dieses Wesen von ihr will - es hat den Auftrag sie zu töten. Doch wer steckt dahinter? Will sich Guillory vielleicht die Macht an der Führungsspitze nicht durch ein junges Ding wie sie nehmen lassen?

Ich weiß gar nicht wieso ich so lange gewartet habe, bis ich dieses Buch begonnen habe zu lesen. Es liest sich weg wie nichts und ist durchweg spannend. Man startet mit der Wiederbelebung von Rose nach 62 Jahren künstlichen Tod und erfährt dann stückchenweise wie ihr Leben vorher war. Rose ist keine Romanheldin im eigentlichen Stil. Sie ist in sich gekehrt, hat Angst und vor allem einen großen Selbstzweifel. Dieser rührt nicht wenig von ihren Eltern her und an manchen Stellen ist es schon etwas nervig. Aber sie macht während des Buches eine Wandlung durch und erhält einen anderen Blickwinkel auf ihr vergangenes Leben. Das macht sie dann auch zu einem sehr sympathischen Charakter.

Nun gibt es eine ganze Reihe an Romanen jener Art, doch ich fand es war wirklich mal etwas Neues. Die Zeitrechnung vor Rose Schlaf beginnt bereits gegen Ende des Zwanzigsten Jahrhunderts. Auf der Erde gab es eine große Dunkle Epoche, in der viele Krankheiten die Hälfte der Menschheit ausgelöscht haben. Nach dem Wiederaufbau ist die Firma von Roses Eltern das Wirtschaftsunternehmen schlecht hin. Es kommen Menschen von anderen Planeten um hier zu arbeiten und ihre Kinder zur Schule zu schicken. Die Technologie ist relativ weit entwickelt und ermöglicht ein angenehmes Leben.
Mein liebster Charakter in diesem Buch ist Otto und da das Ende des Buches definitiv Spielraum für eine Fortsetzung lässt, hoffe ich auf ein Wiedersehen mit ihm in einem weiteren Buch von Anna Sheehan.

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Croak

03.07.2012
Cover Croak Englisch

Lex Eltern wissen nicht mehr, was sie machen sollen. In den letzten zwei Jahren hat sich ihre 16jährige Tochter von einer einstigen Musterschülerin zu einer fast schon blutrünstigen Kratzbürste entwickelt. Ihre Wut, bei der sie oft nicht mal selbst, woher sie überhaupt kommt, macht vor nichts und niemandem halt. Es hat vom kleinsten Nerd, über muskulöse Sportler, bis hin zu Lehrern schon so ziemlich jeden an ihrer Schule erwischt. Doch nun hat sie einen Mitschüler zu viel gebissen. Ihre Eltern wissen nicht mehr, was sie mit ihr anfangen sollen und schicken sie deshalb zu ihrem Onkel Mort nach Croak, in der Hoffnung, dass ihr die harte Arbeit auf dem Land dort gut tut.
Doch in Croak angekommen muss Lex bald feststellen, dass dort irgendetwas nicht stimmt. Nicht nur ist ihr Onkel viel zu schräg um aus ihrer langweiligen Familie zu kommen, auch die Stadt ist mehr als seltsam. Zwar ist sie zugegebenermaßen etwas ländlich, doch sie findet keine einzige Farm, auf der sie arbeiten könnte. Als Mort ihr dann schließlich das ?Familiengeschäft? erklärt, wünscht sie, niemals gefragt zu haben. Sie sind Grim Reaper und Croak ist ein Portal zwischen unserer Welt und der nächsten. Ihre Aufgabe ist es gemeinsam mit ihrem Partner Driggs Seelen ins Jenseits zu geleiten.
Es passiert das Letzte, womit Lex gerechnet hat - sie beginnt tatsächlich sich in Croak wohl zu fühlen. Sie hat endlich Freunde, eine eindeutige Begabung als Grim Reaper und ist einfach glücklich. Doch sie hat noch ein großes Problem: Jedes Mal, wenn sie zu einem Mord geschickt wird, überkommt sie wieder diese unbändige Wut und sie möchte nichts anderes, als den Schuldigen finden und zur Strecke bringen ? doch das ist eines der größten Tabus in ihrem Job überhaupt und wird strengstens bestraft. Lex weiß, dass es allerdings nur eine Frage der Zeit ist, bis sie ihre Selbstkontrolle verliert. Vor allem dann, als ein anderer Grim aus ihren eigenen Reihen ähnliche Ideen zu haben scheint.

Irgendwie wusste ich zunächst so gar nicht, was ich von Gina Damicos Croak halten sollte. Von Anfang an merkt der Leser, dass dieses Buch ein bisschen anderes ist. Man lernt Lex kennen, als sie gerade von ihren Eltern an ihren Stuhl gefesselt (denn auch ihre Familie hat schon Bekanntschaft mit ihren Zähnen und Fäusten gemacht) eine Standpauke wegen ihres letzten Anfalls bekommt. Ihre Wutausbrüche haben es in sich und sie schreckt vor wirklich niemandem zurück (nicht mal Rollstuhlfahrern). So richtig sympathisch war sie mir von daher erst mal nicht. In Croak hat sich das aber schnell geändert, denn niemand benimmt sich dort so, wie Lex es erwartet und vor allem Mort und Driggs haben die furchtbar nervige Angewohnheit überhaupt nicht auf Lex Wutausbrüche zu reagieren und so ist sie es, die sich ändern muss. Glücklicherweise bleibt sie aber immer noch ein Großmaul und Klugscheißer, hat einen starken Gerechtigkeitssinn und es gibt jede Menge Lacher mit ihr. Auch die anderen Charaktere sind recht verschroben und sorgen für die schrägsten Situationen.
Die ganze Art und Weise wie die Welt in und um Croak aufgebaut ist, ist witzig und kreativ und hat trotzdem den nötigen Ernst, wenn es gerade gegen Ende etwas dramatischer zugeht. Insgesamt steht aber doch der Humor im Vordergrund und auch wenn er in manchen Momenten vielleicht ein bisschen albern ist, so sind gerade die schlagfertigen Dialoge meistens ziemlich komisch.
Allerdings hätte ich mir gerade bei den Nebencharakteren ein wenig mehr Tiefgang gewünscht. Sie sind sympathisch und amüsant, man erfährt aber kaum etwas über sie. Es gab auch jede Menge Szenen, die aufgebaut wurden, ohne dass dann wirklich etwas in ihnen passiert. Da verläuft sich das Potential gerne mal im Sand.
Natürlich gibt es auch eine klitzekleine Liebesgeschichte und auch wenn diese ähnlich knapp beschrieben ist, hat mir das in diesem Fall sehr gut gefallen. Denn dadurch wird absolut nicht von der eigentlichen Geschichte abgelenkt und trotzdem gab es dort die ein oder andere niedliche Szene.

Insgesamt ist Croak von Gina Damico wie gesagt ein etwas anderes Buch. Wer auf skurrile Charaktere, ein wenig schwarzen Humor und eine Heldin mit großer Klappe steht und über hier und da etwas deplatzierte Gewaltausbrüche und manchmal etwas oberflächliche Situationen hinwegsehen kann, wird mit diesem Roman großen Spaß haben.

Zwar hat das Buch keine Cliffhanger, trotzdem passiert gerade gegen Ende so viel, dass es richtig Lust auf die Fortsetzung macht. Diese erscheint in Form von Scorch (keine Rezension) am 25. September 2012 in den USA.
Leider ist auch die Croak-Reihe wieder eine der Serien, bei der ich noch nicht weiß, ob sie es jemals auf den deutschen Markt schaffen wird.

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Cover CRASH englisch

Vor fast fünf Jahren mussten Lucy und ihre Eltern einen Schicksalsschlag ertragen, der die ganze Familie für immer veränderte. Seitdem hat ihr Vater seine Firma und somit sein ganzes Geld verloren, ihre Mutter wurde zu einem eiskalten Workaholic und Lucy selbst hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt zu retten. Zumindest im soweit sie das kann und sei es nur mit kleinen guten Taten, wie einen Hund vorm Einschläfern zu retten.
Der Verlust ihres Vermögens bedeutet aber auch, dass die Familie umziehen musste und Lucy nun ihr letztes Jahr an einer neuen Schule verbringen wird. Das ist ihr aber eigentlich ziemlich egal, denn ihren großen Traum an der Juilliard Tanz zu studieren, lässt sie sich durch nichts und niemandem nehmen, auch nicht durch einen Schulwechsel - wenn denn nur der Brief mit der Aufnahmebestätigung endlich ankommen würde.
Doch als sie Jude Ryder kennenlernt, stellt sich alles auf den Kopf. Er ist der Inbegriff des Bad Boy, hat mehr Zeit im Jugendgefängnis als in der Schule verbracht, jedes Mädchen in der Stadt verführt, nur um sie dann fallen zu lassen und ist so ziemlich das Letzte, was Lucy gerade braucht. Trotzdem ist die Anziehung zwischen den beiden sofortig und unbestreitbar. Doch beide werden von ihrer Vergangenheit geplagt und das scheint eine gemeinsame Zukunft für die beiden schnell unmöglich zu machen.

Eigentlich war ich von CRASH von Nicole Williams zumindest in der Anfangsphase wirklich angenehm überrascht. Nachdem ich in letzter Zeit einige ziemlich schlecht geschriebene Jugendbücher bzw. E-Books gelesen habe, war dieser Roman zumindest in dieser Hinsicht wirklich eine Wohltat. Clever, anschaulich und mit viel Witz wird Lucys Geschichte erzählt. Allein dadurch war mir Lucy von Anfang an sehr sympathisch. In den meisten Fällen ist sie kein naives kleines Mädchen, sondern steht sozusagen ihren Mann und setzt sich durch. Jude ist da schon ein wenig schwieriger einzustufen. Gutaussehend, kräftig und charmant wie er ist, sticht er Lucy natürlich sofort ins Auge, doch schnell wird klar, dass mehr hinter ihm steckt, als nur eine hübsche Verpackung. Er macht kein Geheimnis daraus, dass er kein guter Umgang ist und auch, dass er eine Menge ungelöster (und potentiell gefährlicher) Probleme hat.
An sich war die Ausgangssituation von CRASH daher, wenn auch nicht sonderlich neu, wenigstens vielversprechend. Deswegen hat es mich auch besonders geärgert, dass Nicole Williams leider schon sehr früh in der Geschichte zu Übertreiben begonnen und mir dadurch das Buch ein wenig vermiest hat. Lucy gerät in ein paar Situationen, die einfach zu extrem sind und kaum einem Menschen einmal im Leben passieren, ganz zu Schweigen alle auf einmal im Laufe von nur ein paar Monaten. Ein Drama jagt das nächste und es fühlt sich ab einem gewissen Punkt einfach nur noch unrealistisch an.
Auch Lucys Charakter selbst baut ab. Sie hat für kaum jemanden an ihrer Schule ein gutes Wort übrig, am wenigsten für die, die ihre einzigen Freunde zu sein scheinen. Sie hat außerdem im Laufe der Geschichte eine Beziehung zu einem weiteren Jungen, den sie nicht mal sonderlich leiden kann und ich habe einfach nicht begreifen können, warum sie dann überhaupt mit ihm zusammen war. Leider hat sie dadurch vor allem in der zweiten Hälfte ein paar Sympathiepunkte eingebüßt.
Es gab noch einige andere Entwicklungen, die ich mir einfach nicht logisch erklären konnte. Z.B. wird dem Leser von Anfang an klar, dass etwas an Jude optisch (neben seinem guten Aussehen) besonders ist und Lucy braucht fast ein Jahr um dann ganz schockiert dahinter zu kommen, wenn es einfach unmöglich ist, dass sie nicht schon vorher darauf aufmerksam wurde, wenn man bedenkt wie nahe sie sich körperlich kamen.

Das klingt jetzt vermutlich alles sehr kryptisch, wenn ihr es aber selbst gelesen habt, macht es Sinn. Denn lesenswert ist es trotz allem. Alleine schon durch Nicole Williams erfrischenden Schreibstil CRASH. Nach wie vor hätte dem Buch zwar ein etwas mehr Bodenständigkeit und weniger Dramatik gut getan (oder wenigstens ein paar Seiten mehr, um alles etwas zu entzerren), der Vorteil daran war aber, dass es niemals langweilig wurde. Ob das jetzt für den Leser in der richtigen Balance war oder nicht, muss aber wohl jeder für sich selbst herausfinden.

Übrigens gibt es eine Fortsetzung von Lucys und Judes Geschichte, CLASH.

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Cover Smart Magic deutsch

Tom ist 15 und lebt in Berlin. Er ist bei einer Pflegefamilie aufgewachsen, in der alle sieben Kinder ausgenutzt und missbraucht werden, indem sie für den Pflegevater klauen müssen. Immer wenn eines der Kinder ohne Beute nach Hause kommt, hagelt es Schläge, egal ob klein oder groß. Tom erträgt sein Schicksal nur, weil der 17-jährige Alex und die 12-jährige Karo sein Leid teilen. Insbesondere Alex hat ihm schon mehr als einmal aus der Patsche geholfen.
In Toms Leben sieht es also alles andere als rosig aus. Doch plötzlich geschehen seltsame Dinge. Er sieht Raben, die ihn zu beobachten scheinen. Dann findet er im Garten eine altertümlich aussehende Münze, die sich warm in seiner Hand anfüllt. Und zu allem Überfluss hört er eine Stimme, die ihn drängt, eine zweite Münzen zu suchen - das passende Gegenstück zu seiner. Beide sollen ihm den Weg weisen. Wohin weiß Tom nicht, dennoch kann er nicht anders und fängt an die Münze zu suchen.

Matani ist eine Jägerin der Stämme im weiten Gräsermeer. Doch das freie Grasland wird immer knapper, weil die Magatai er erobern. Das sind furchterregende Krieger, die das Grasland roden, um für sich und die ihnen unterjochten Völker neue Städte zu bauen. Matani sieht keine Chance wie sich ihr Volk dieser Übermacht entgegenstellen kann. Doch dann purzelt Tom mehr oder weniger aus dem Nichts vor ihre Füße und das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Smart Magic ist das erste Buch, dass ich von Christoph Hardebusch gelesen habe. Der deutsche Autor ist bekannt geworden mit seinen Troll-Romanen. Normalerweise mache ich einen Bogen um all die Autoren, die sich eine der Arten von Mittelerde einverleibt haben und daraus eigene Geschichten stricken. Doch ich bin froh, für Christoph Hardebusch eine Ausnahme gemacht zu haben. Smart Magic ist ein richtig schönes Jugendfantasybuch und endlich mal kein Reihenauftakt. Außerdem ist die Geschichte um Tom, Matani, Alex und Resk sehr spannend geschrieben. Einzig zum Ende hin ging mir alles ein wenig schnell - sowohl der Showdown war sehr kurz als auch der versöhnliche Ausklang des Buches. Nach all den Mühen, die Welt von Matani zu präsentieren und die Verflechtungen der verschieden Charaktere miteinander aufzuzeigen, wären ein paar Seiten mehr einfach schön gewesen.
Dennoch freue ich mich, Christoph Hardebusch für mich entdeckt zu haben. Wer Lust auf eine abgeschlossene Geschichte hat, die die Themen Freundschaft und Selbstfindung beihaltet und darüber hinaus mit einer interessanten Fantasywelt aufwarten kann, kann mit Smart Magic nichts falsch machen.

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