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Cover Ich heirate einen Arsch

Für Luisa soll es der schönste Tag ihrer bisher kurzen Journalisten-Karriere werden. Heute hat sie einen Termin bei ihrem Chef und in 2 Tagen endet ihr Praktikum. Zur Feier des Tages, denn wer würde denn denken, dass sie keine Festanstellung beim Frauenmagazin 'Marion' erhält, hat sie heute ein kanariengelbes Kleid an. Ganz gegensätzlich zu ihrem sonstigen Mäuschenlook, aber sie wollte schließlich Eindruck machen.
Das tut sie auch, nur leider nicht so wie sie es sich gewünscht hat. Das Gespräch verlief überhaupt nicht so, wie sie es sich vorgestellt hat. Den Tränen nahe stöckelt sie durch das Verlagsgebäude und spürt die Blicke der anderen. Nur nicht weinen!
Auf dem Weg zur Kantine wird sie von jemandem angesprochen. Die Frage nach ihrem macht sie zunächst misstrauisch, aber der Mann scheint ehrlich interessiert ein solches Kleid für seine Schwester zu finden. Nach einem kurzen Gespräch landen beide in einem kleinen Bioladen. Für die Vegetarierin Luisa ist ein Mann, der mit ihr einen Salat zum Mittag ist so etwas wie ein Wunder. Davon abgesehen, dass er viel zu alt für sie ist, findet sie ihn sympathisch und kann endlich ein wenig abschalten.

Björns Jagdtrieb ist entfacht. Die süße Maus in dem leuchtenden Kleid ist ihm noch nie aufgefallen. Es wird Zeit seine Fühler mal aus dem eigenen Gebiet heraus zu bewegen. Offenbar gibt es wahre Schätze in den anderen Bereichen des Verlages.
Er sieht ihr an, dass sie traurig ist. Einer Eingebung heraus folgend, lädt er sie auf einen Salat ein. Vor einem Mann würde eine Frau nie etwas anderes als einen Salat essen. Als sie sich als Vegetarierin outet, ist für ihn alles klar. Diese Kleine wird spätestens in ein paar Wochen in seinem Bett liegen, ihn ein paar Nächte unterhalten und dann aus seinem Sichtfeld verschwinden. Aber so einfach wie er sich das vorstellt, ist es nicht. Da ihr Praktikum bald endet, wird er sie nicht wiedersehen. Da hilft nur eins, er muss ihr einen Job besorgen. Nach dem Gespräch auf der Parkbank während des Mittags macht sie einen cleveren Eindruck. Das könnte was werden.

Luisa ist völlig aus dem Häuschen. Ihr neue Bekanntschaft will ihr bei einem Job helfen. Natürlich weiß sie nicht, dass sie gerade ihre Mittagspause mit Björn Becker verbracht hat. Dem Björn Becker, der als Chefredakteur der 'Monday' dort arbeitet, wo Luisa unbedingt hinwill.
Offenbar hat sie sich nicht völlig daneben benommen, denn er lässt sie zu einem Gespräch kommen und legt ihr einen Vertrag vor die Nase. Luisa ist im siebten Arbeitshimmel, doch die Alarmglocken ihrer beiden besten Freundinnen schrillen. Der will sie doch nur ins Bett kriegen. Niemand bekommt einfach so einen Vertrag.
Björns Ruf eilt ihm weit voraus, was sollte er also gerade von ihr wollen? Und doch, Luisa kommt nicht umhin sich vorzustellen wie es wäre ... mit Björn.
Aber will er wirklich etwas von ihr? Bisher hat er ihr keine Zeichen gegeben. Bei einem gemeinsamen Spaziergang an der Alster knistert es heftig - und doch passiert nichts. Luisa ist gefrustet und verwirrt. Was sollte das?

Ich heirate einen Arsch ist von zwei Autoren gleichzeitig geschrieben und zwei Sichtweise unterteilt. Luisas Kapitel wurden von Kerstin Hohlfeld geschrieben, während sich Leif Lasse Andersson um Björns Sichtweise kümmerte. An die Art musste ich mich beim Lesen erst einmal gewöhnen, da beide Schreibstile unterschiedlich sind.
Die Kapitel sind sehr kurz, so dass man relativ schnell ziemlich weit kommt. Beide Charaktere werden nicht groß und breit erklärt, während des Lesens kommen immer weitere Details der Vergangenheit von beiden ans Licht und formen das Bild beider Personen. Leider konnten mich beide nicht überzeugen.

Sowohl Björn als auch Luisa entsprechen jedem Klischee, dass es gibt. Sie ist jung, hat einen überdurchschnittlichen Notendurchschnitt, ist schüchtern, Vegetarierin und natürlich super in ihrem Job.
Björn ist Chef, im besten Alter, ungebunden und hinter jedem weiblichen Rock hinterher. Natürlich ist er reich, nicht hässlich und wahnsinnig von sich selbst überzeugt.
Und da fingen meine Probleme schon an. Luisa denkt von sich selbst immer nur negativ. Statt zu ihrem Können und Wissen zu stehen und selbstbewusst aufzutreten, macht sie sich immer besonders klein und redet sich dann gern auch noch dummes Zeug ein. Mit so einer Protagonistin kann ich leider nicht mit fiebern, weil sie sich selbst nur Steine in den Weg legt und Probleme sieht wo keine sind.
Björn hingegen hat eindeutig ein zu großes Ego. Immer wieder muss man als Leser sich antun was für eine Erfolgsquote er bei Frauen hat und wie er die Damen danach behandelt. Sorry, aber das brauch ich nun wirklich nicht. Hier täte ihm mal jemand gut, der ihm die kalte Schulter zeigt, aber dann wäre der Titel des Buches ja unpassend.

Das hin und her am Anfang des Buch es war sehr nett zu lesen. Und auch der mittlere Teil hat mich gut unterhalten. Aber dann haben die Fehler der beiden alles ruiniert. Sie flüchtet vor jedem Gespräch, das zwingend notwendig wäre und er nimmt jedes Fettnäpfchen mit Anlauf. So manches Mal hätte ich ihm gern eine Kopfnuss gegeben damit er anfängt zu denken. Die Frage ist, ob das geholfen hätte ...
Schlussendlich hätte die Story an sich wirklich grandios werden können, aber die Charaktere hätten dafür anders sein müssen. Die völlig unlogischen Reaktionen haben mir die Freude an der Geschichte genommen. Schade.
Der Schluss setzt dem ganzen die Krone auf. Sorry, aber ich habe das Ende nicht verstanden. Es ist, als würde hier etwas fehlen. Eine Erklärung zum Beispiel.

Leider kann ich dem Buch nicht mehr als 3 Sterne geben, schade.

Dennoch einen lieben Dank an das Droemer Knaur-Verlagsteam für die Übersendung des Rezensionsexemplars.

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Fancover Control em-anthony

Achtung: Control ist für Leser unter 18 Jahren nicht geeignet. Die Geschichte enthält bildliche Darstellungen von Gewalt in körperlicher und sexueller Form.

Joaquin Castillo ist ein Control-Agent. Bei einem Einsatz gegen einen Sklavenhandelsring bindet er unbeabsichtigt einen Sexsklaven an sich. Der junge Mann trägt ein Halsband, das über sein Rückenmark mit dem Gehirn verschmolzen ist und das aus ihm eine persönlichkeitslosen, aber sehr willigen Sklaven macht. Joaquin will dem armen Kerl, dem er den Namen Misha gibt, helfen, das Halsband loszuwerden und seine Erinnerungen zurückzugewinnen. Diese Idee birgt aber mehr Gefahren und Herausforderungen, als Joaquin jemals für möglich gehalten hätte.

Cordelia Kingsbridge hat es wieder geschafft und mich mit Control vollkommen in ihren Bann gezogen. Diese Geschichte, die in einer fiktiven futuristischen Welt spielt, hat so viele faszinierende Aspekte, dass ich gar nicht weiß wo anfangen mit dem Schwärmen. Zunächst ist da die faszinierende Ausgangnssituation, die es wirklich in sich hat:
Die Agenten bei Control bestehen in der Regel aus Zweierteams, dem Gehirn, Joaquins Partnerin Danica und dem Körper, Joaquin selbst. Danica ist es, die bei dem Einsatz erkennt, dass der tödliche Schuss gegen den Boss des Sklavenhandelrings Rowland auch Misha über kurz oder lang zum Tod verurteilen würde, da Misha ohne einen Meister zugrunde gehen würde. Sie nötigt Joaquin dem toten Rowlands ein Amulett abzunehmen und es sich selbst anzulegen. Mit dem Amulett übernimmt Joaquin die Herrschaft über Mishas Geist und Köper, ohne es auch nur zu ahnen. Und Misha ist nicht ganz einfach zu händeln. Zwar ist seine Persönlichkeit weitestgehend unterdrückt, doch dafür ist er mit einer mehr als nur übertriebenen Sexdrang ausgestattet. Einem Sexdrang, den niemand anderes als sein Meister stillen kann.

Und damit bin ich beim Punkt, der mich an Control so fasziniert hat. Die moralischen Hürden, die die Charaktere in dieser Geschichte zu bewältigen haben. Da ist Joaquin, der, um Misha gesund zu halten, dominanten Sex mit ihm haben muss. Und obwohl er bisexuell ist und BDSM für ihn kein Fremdwort ist, verabscheut er die Handlungen, zu denen das Halsband ihn und Misha zwingt. Tatsächlich funktioniert er nur, weil er chemische Unterstützung von blauen rhombenförmigen Potenzpillen hat. Joaquin hasst das Halsband und was es repräsentiert mit aller Macht. Der zunächst willenlose Misha bekommt als Zeuge von Control Neuroblocker, die langsam aber sicher beginnen, die Wirkung des Halsbandes zu unterdrücken. Control hofft, mithilfe von Mishas Erinnerungen auch Rowlands Hintermänner dingfest zu machen. Je mehr Mishas eigener Charakter hervorkommt, desto deutlicher wird ihm bewusst, was da eigentlich mit ihm geschehen ist. Hinzu kommt, dass er eine alles andere als harmlose Persönlichkeit ist. Später, wenn die Handlung schon ordentlich fortgeschritten ist, kommen Fragen auf wie: Wann heiligt der Zweck die Mittel? Ist es es Wert, kaltblütig ein Leben zu nehmen, wenn dadurch viele andere gerettet werden? Ist es eher gerechtfertig, wenn solch ein Auftrag von einer Regierung kommt oder wenn man seine eigenen, wohlmeinenden Absichten verfolgt? Cordelia Kingsbridge lässt ihren Helden nichts durchgehen. Zusammen mit Joaquin und Misha muss auch der Leser sich mit diesen, auf den ersten Blick einfachen, auf den zweiten Blick aber weit schwieriger zu beantwortenden Fragen auseinandersetzen. Alleine wegen diesen ganzen psychologischen Aspekten hat Control mir wirklich unglaublich gut gefallen.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass es sich natürlich auch um eine erotische Geschichte handelt, in der Sex, Unterwerfung und Dominanz eine große Rolle spielen. Und wenn die Szenen am Anfang heiß sind, einen aber dazu bringen, sich zu winden und unangenehm berührt zu sein, dann ist das genauso beabsichtigt. Später, wenn Misha und Joaquin ebenbürtige(re) Partner sind, ändert sich das. Tatsächlich fand ich am allerbesten eine Szene, die gar keine richtige Sexszene ist, aber die Welt in Control so wunderbar präsentiert: Um an einen Informanten ranzukommen, muss Joaquin in einem Luxus-BDSM-Club einen Mann aufreißen und dabei ähnlich unterwürfig agieren, wie es Misha durch das Halsband gezwungenermaßen machen musste. Oh, in diesem Moment in Joaquins Kopf zu stecken, war wirklich ein Fest.

Genau wie Close Protection war auch Control von Cordelia Kingsbridge ein echtes Lesevergnügen. Von der ersten Sekunde an war ich fasziniert und bekam die Geschichte nicht mehr aus dem Kopf. Ich kann jedem mit dem entsprechenden Lesegewohnheiten nur empfehlen, sich die Geschichte runterzuladen. Allerdings solltet ihr euch beeilen. Da Cordelia Kingsbridge im Oktober ihr erstes käuflich erwebliches Buch herausbringt, nimmt sie ihre bislang frei verfügbaren Geschichten zum 13. Juni 2016 offline. Das betrifft Control samt Ficlet, Close Protection plus Close Protection Ficlets (keine Rezension), sowie ihre Geschichten um die Protagonisten in Blood Red und die in Hearthkeeper. Die letzt genannte Story findet sich auf ihrem AO3-Profil, die übrigen auf ihrem Fictionpress-Account. Einzig ihre Geschichten aus dem Boston Universe bleiben online. All dieses Wissen habe ich dankbarer weise direkt von Cordelia Kingsbridge via Tumblr bekommen, die eine wirklich charmante Onlinepräsenz hat und gerne bereit ist, ihren Lesern Fragen zu beantworten.

P.S.: Ach ja, um die Fictionpress-Geschichten auf einen E-Reader herunterzuladen, ist das kleine, handliche Tool Fanfictiondownloader sehr hilfreich (funktioniert auch mit Fanfiction.net und anderen Ficarchiven). In diesem Sinne frohes Downloaden.

P.P.S.: Das Fanart-Cover stammt von em-anthony, deren Tumblr leider deaktiviert ist. Trotzdem Ehre, wem Ehre gebührt.

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Wenn Amor nicht zuhört

Tags: Romantik
28.05.2016
EmpfehlungEmpfehlung
Cover Wenn Amor nicht zuhört

Laura hat heute Geburtstag, aber die Feierlaune ist ihr gehörig vergangen. Als sie aus ihrem Briefkasten den Umschlag der Eliteschule fischt, an der sie sich als Lehrerin beworben hat, ist ihr klar, sie hat die Stelle nicht bekommen. Wer eine Anstellung erhält, wird telefonisch informiert, aber ein Brief bedeutet nichts Gutes.
Weder ihre Eltern noch ihr Bruder teilen ihren Pessimismus und müssen sich dann doch geschlagen geben, Laura hat die Stelle wirklich nicht bekommen.
Was nun? Sie ist 26, hat ihr Studium mit Bravur abgeschlossen und steht jetzt vor dem Nichts. Da bringt ihr Vater sie auf eine Idee: ein Auslandsjahr. Vielleicht war das der Grund für ihre Absage. Und wenn nicht jetzt, wann dann?
Ihr Traum ist es nach New York zu gehen und glücklicherweise kann ihr da jemand helfen: Caro.

Nur wenige Wochen später sitzt Laura aufgeregt im Flieger und kann es kaum erwarten ihre neue Gastfamilie kennen zu lernen. Sie soll auf die Kinder von Vanessa Sutton aufpassen und sie unterhalten. Insgeheim hofft sie allerdings auch, dass sie den Kindern ein wenig das wahre Leben nahebringen kann.
Noch vor dem Abflug kann sie ihre Geduld erproben, als ein Herr ziemlich übellaunig von einer aufgeregten Stewardess neben ihr platziert wird. Er macht seinem Ärger am Telefon lautstark Luft und unterhält damit den halben Flieger. Laura kann es nicht fassen, wie kann man nur so drauf sein? Die Unterbringung in der 'Holzklasse' ist eine 'Zumutung' und wird 'Konsequenzen' haben.
Während das Flugzeug sich in die Luft bewegt, beschließt Laura sich abzulenken. 10 Stunden Flug könnten sonst sehr lang werden. Aber so einfach wird es nicht. Ihr Sitznachbar achtet überhaupt nicht auf sie und breitet seine Zeitung über ihr aus. In Laura brodelt es eine Weile, bis sie, ganz auf Diplomatie bedacht, ihren Nachbarn auf sein Fehlverhalten hinweist. Als Lehrerin weiß sie schließlich, wie sie mit derlei Menschen umzugehen hat.
Nach einer hübschen Ansprache und wenig Gegenwehr ist endlich Ruhe.

Adrian Anger kann es nicht fassen. Da sitzt dieses junge Ding neben ihm und liest ihm die Leviten. Ihm! Adrian Anger! Offenbar hat sie überhaupt keine Ahnung wer er ist, sonst würde sie schmelzend in ihrem Sitz liegen.
Der Tag fing schon schlimm an und drohte in einer Katastrophe zu enden. Als ihm die Frau auch noch Kaffee über die Hand kippt, weil sie ein Kind auffängt, ist alles vorbei. Er rastet aus, was ihm im Nachhinein dann doch peinlich ist. Aber er wird sie eh nie wiedersehen, also was soll's.
Zu allem Überfluss hatte sein bald Ex-Assistent vergessen den Fahrdienst zu buchen. So musste er sich ein Taxi nach Hause nehmen, während Ms. Neunmalklug von einem Chauffeur abgeholt wird. Komisch, dabei sieht sie gar nicht nach Geld aus.

Laura ist angekommen und will sich auf ihre neue Rolle stürzen. Schnell merkt sie, das Vanessa ihre Kinder zwar liebt, mit ihnen aber eigentlich nichts anfangen kann. Einen Vater gibt es nicht und der derzeitige Lebensgefährte scheint so etwas wie ein Ersatz zu sein. Die beiden Kinder Elise und Henry haben in den letzten Jahren viele Erzieherinnen in die Flucht gejagt, erfährt Laura von der Haushälterin Maria, aber Laura lässt sich nicht einschüchtern. Sie merkt allerdings bald, dass sie sich ihren Stand erst erkämpfen muss.

Adrian musste immer wieder an diese Frau aus dem Flieger denken und plötzlich steht sie vor ihm. Als er zu seiner wöchentlichen Geigenstunde zu Elise und Henry Sutton kommt, steht sie plötzlich vor ihm. Na sowas. Dann ist sie wohl die neue Angestellte und sie werden sich jetzt häufiger über den Weg laufen. Es scheint ganz so, als wäre Laura das überhaupt nicht recht, aber dummerweise wohnen sie nun im selben Haus. Da begegnet man sich zwangsweise.
Diese Frau fasziniert ihn. Offenbar scheint sie kein Interesse an Musik zu haben, sonst würde sie ihn ja wohl kennen und sich nicht so abweisend verhalten. Oder tut sie es gerade deshalb?

Der letzte Liebesroman von Elke Becker den ich noch ungelesen auf meinem Reader hatte, musste nun endlich mal dran glauben. Und natürlich konnte er mich wieder begeistern. Lediglich am Ende ging es mir etwas fix, aber dazu später mehr.
Laura ist jung und motiviert die Welt zu verbessern. Sie sprüht vor Energie und man kann sie einfach nur mögen.
Adrian hingegen ist eher reserviert und hat in seiner Beschreibung starke Ähnlichkeit mit einem anderen, durchaus bekannten Geiger ;o) Woher das wohl kommt ...?
Er scheint es gewohnt zu sein, dass alles nach seiner Pfeife tanzt, schließlich ist er der große weltberühmte Geiger. Gerade dieses Getue hat mich etwas genervt, denn man merkt sehr wohl, dass er einen sehr weichen und liebevollen Kern hat. Er ist in der Rolle des Stargeigers gefangen und versucht immer wieder sich selbst zu präsentieren.
Nach dem ersten Zusammentreffen im Flugzeug ist klar, da wird es spannend werden und das wird es auch. Laura will keine Beziehung oder sonstiges. Sie ist in New York um das Leben der zwei Kinder zu verändern. Ein wenig hat es mich an 'Eine zauberhafte Nanny' erinnert ^^ Wer den Film kennt und das Buch liest, wird wissen was ich meine.

Henry hat sich schnell in mein Herz geschlichen. Der kleine Mann ist goldig. Er versucht trotzig alles abzublocken und braucht doch nur ein wenig Zuwendung und Liebe.
Bei Elise habe ich mir so manches Mal gedacht, ein Internat wäre sicherlich keine schlechte Idee. Aber auch hier wird schnell klar, sie braucht jemanden der sie leitet. Ihre Mutter kümmert sich den Tag über um sich selbst und erlaubt ihren Kindern ab und an Zeit mit ihr zu verbringen. Das ein Mädchen in der Pubertät da rebellisch wird ist ganz normal.

Natürlich geht es bei Adrian und Laura heiß her. Sie motzen sich an, sie fühlen sich zueinander hingezogen, sie flirten was das Zeug hält und ... ob's klappt? Das müsst ihr schon selbst lesen.
Am Ende gab es eine Entscheidung von Laura die ich irgendwie überschnell empfand und so nicht ganz nachvollziehen konnte. Und dann folgte die zweite auf den Fersen. Ich weiß nicht, da hatte ich irgendwie kein rundes Gefühl bei.

Was ich sehr mochte war die Botschaft, die mir das Buch vermittelt hat. Es geht nicht immer darum was man will und sich ersehnt, man sollte mit dem was man hat einfach das Beste machen. Schenke dem Leben ein Lächeln und manchmal hat man Glück und das Leben lächelt zurück.

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Cover Damned If You Do Englisch

Abaddons Leben ist die Hölle - buchstäblich. In seinem menschlichen Leben hat er seine Seele an einen Teufel verkauft und nun, nach seinem Tod, ist er selbst ein Teufel und muss gemeinsam mit seinen Mit-Dämonen die Seelen von Menschen sammeln. Wirklich viel Freude hat Abaddon daran aber nicht, was auch seine Quote zeigt. Er muss dringend mehr Seelen zusammenbringen, um seinen Platz in seinem Großraumbüro und sein Recht, weiterhin auf die Erde gehen zu können, zu behalten. So wenig Spaß er auch an dem Papierkram und bürokratischen Schnickschnack eines Seelensammlers hat, der Job ist immer noch besser, als sich um die Haufen der Höllenhunde zu kümmern, was ihm drohen könnte, sollte er nicht schnellstmöglich ein paar Seelen finden.
Für seine Situation reichen aber nicht irgendwelche Seelen, es müssen besonders reine, bedeutsame Seelen sein. Und so verschlägt es Abaddon in den Bible Belt, irgendwo in den Südstaaten der USA. Was er dort findet haut Abaddon allerdings um: Er trifft auf Seth, einen jungen blinden aber ungemein talentierten Musiker, der Teil einer kleinen reisenden religiösen Gruppe ist, die im ganzen Land gemeinsame Predigten feiert. Als Abaddon Seths Seele zum ersten Mal sieht, ist sie wie ein Leuchtfeuer für ihn - er kann sich einfach nicht fernhalten. Seth hat für jede Situation den passenden Bibelvers und ist der ehrlichste Mensch, der Abaddon jemals begegnet ist - er ist also die perfekte Seele, um Abaddons Quote doch noch rechtzeitig zu erfüllen und ihm obendrein noch ein bequemes Polster zu verschaffen.
Doch es stellt sich als schwieriger heraus als gedacht dem jungen Mann seine Seele abzuschwatzen, denn Seth kennt seinen Weg und zweifelt würde niemals auf so einen Deal eingehn. Doch Abaddon kann nicht aufgeben. Je näher er dabei Seth aber kennenlernt umso klarer wird ihm, dass er nur allzu leicht sein Herz an den jungen Musiker verlieren könnte...und dass Seth mehr zu sein scheint, als ein normaler Mensch...

Im ersten Moment klingt Damned If You Do von Marie Sexton sicher ein bisschen skurril - und das ist es auch, aber auf eine wirklich süße und schöne Weise.
Abaddon ist tatsächlich ein ziemlich sympathischer Kerl für einen Teufel. So ganz wohl war ihm beim Gedanken an das Sammeln von Seelen nie, aber da er sich an sein eigenes sterbliches Leben nicht mehr erinnern kann und keine Ahnung hat, was er sonst tun soll, hat er sich eben mit seinem Schicksal wohl oder übel abgefunden. Trotzdem, gern tut er es nicht, was aber mittlerweile wie gesagt auch seine Vorgesetzten mitbekommen. Doch selbst als er Seth - das perfekte Opfer - kennenlernt ist er eher halbherzig bei der Sache, wenn es darum geht ihm bei einem Deal seine Seele abzuknöpfen. Abaddons Drang, weiter bei Seth zu sein hat völlig andere Gründe. Es war wirklich süß, wie er langsam aber sicher beginnt Seth Schicksal und Wohl vor sein eigenes zu stellen und wieder aufs neue zu beweisen, dass er einfach nicht zum Teufel gemacht ist.
Auch Seth ist sehr sympathisch, auch wenn seine ständigen Bibel-Zitate manchmal ein bisschen nerven. In dem jungen Mann steckt mehr, als es zunächst den Anschein hat, denn während der Predigten geschehen immer wieder merkwürdige Dinge und sie alle fokussieren sich auf ihn. Er selbst hat sich allerdings mit diesem Schicksal abgefunden - das hält Abaddon aber nicht davon ab ein bisschen genauer nachzuforschen und er kann selbst kaum glauben, was er da herausfindet...
Die Geschichte von Damned If You Do ist zwar im Grunde relativ einfach gehalten, trotzdem gibt es die ein oder andere Wendung, mit der ich kein bisschen gerechnet hätte und die das Buch immer unterhaltsam gehalten haben. Außerdem fand ich natürlich den Kontrast zwischen Abaddons und Seths Hintergrund sehr interssant. Abaddon ist Religion ziemlich egal und ein besonders großer Freund Gottes ist er auch nicht. Seth dagegen lebt ein komplett devotes Leben und sein Glaube ist das Wichtigste für ihn. Ich selbst mag religiöse Geschichten ja eigentlich überhaupt nicht. Es gibt nur eine handvoll Bücher, die mir trotz ihres religiösen Themas gut gefallen haben. Damned If You Do ist eines davon, aber sicher auch deswegen, weil die ganze Gott-Teufel-Glaube Sache eher ein fantastisches als ein religiöses Element war.
Damned If You Do ist außerdem wirklich lustig. Marie Sexton hat sich einige sehr süße und humorvolle Ideen einfallen lassen und sowohl die Hölle als auch der Himmel haben ein paar lustige und clevere Eigenheiten. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass das Buch auch eine sehr gefühlvolle Seite hat, die mich sogar einmal zu Tränen gerührt hat. Es war wirklich ein überraschend abwechslungsreiches und gelungenes Gesamtpaket.

Es gibt aber dennoch zwei Dinge, die ich an Damned If You Do nicht ganz perfekt fand. Zum einen ist es nämlich sehr kurz. Mit nur gut 120 Seiten ist es eher eine Novelle, als ein echter Roman. Daraus resultiert mein zweites Problem, denn für meinen Geschmack haben sich die Gefühle zwischen Abaddon und Seth einfach zu schnell entwickelt. Hätte Marie Sexton ihren Figuren ein paar Seiten mehr gegeben, in denen sie sich wirklich kennenlernen hätten können, würde die Sache schon ganz anders aussehen. So hatte Damned If You Do aber immer ein wenig diesen märchenhaften Insta-Love Touch.

Ich kann Damned If You Do von Marie Sexton aber dennoch empfehlen, einfach weil es mal etwas anderes war und wirklich Spaß gemacht hat.
Damned If You Do erscheint am 14. Juni 2016.

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Cover Beta Test Englisch

Tristan hat es geschafft und sich seinen Traumjob geangelt: Er arbeitet für eine renommierte Gaming Firma, die Space Villager, eines der beliebtesten Online Spiele überhaupt, erfunden hat. Seine Familie ist zwar der Ansicht, dass er sein Potenzial mit dieser „Spielerei“ verschwendet, doch Tris könnte nicht glücklicher mit seiner Wahl sein.
Tristan ist eigentlich ein eher zurückgezogener Typ, der seine Ordnung liebt und alles gerne von vorne bis hinten durchplant. Dumm nur, dass nicht alle seine Kollegen eine ähnlich strukturierte und effiziente Arbeitsweise haben. Vor allem sein Kollege Ravi hat eine frustrierend chaotisch Art, weshalb die beiden regelmäßig aneinander geraten, denn auch Ravi kann mit dem steifen und ungeselligen Tris recht wenig anfangen.
Und nun müssen ausgerechnet diese beiden zutiefst unterschiedlichen Persönlichkeiten gemeinsam auf einen Roadtrip gehen, um das hochgeheime Material ihrer neuesten Spielerweiterung von Los Angeles nach Seattle für eine Convention zu bringen. Beide machen sich auf die schlimmste Reise ihres Lebens gefasst und wollten die Fahrt nur so schnell wie möglich hinter sich bringen. Womit allerdings keiner der beiden rechnet, ist wie viel die beiden eigentlich gemeinsam haben, wenn sie sich mal die Zeit nehmen genauer hinzusehen - und wie attraktiv sie sich gegenseitig in Wirklichkeit finden...

Mit Beta Test ist Annabeth Albert wieder eine sehr charmante und süße kleine Geschichte gelungen. Wie schon der Vorgänger Status Update ist auch in diesem Buch das Spiel Space Villager die eine Sache, die die Figuren gemeinsam haben. Tristan und Ravi arbeiten zwar an völlig unterschiedlichen Enden des Spektrums (Tris arbeitet im Sales und Ravi ist Grafiker), trotzdem werden sie immer wieder gezwungen zusammen zu arbeiten. Wie gesagt kostet das beide einige Nerven, denn sie könnten wirklich kaum unterschiedlicher sein. Dass sich daher keiner von beiden auf den Road Trip freut ist klar. Ich fand es sehr schön zu erleben, wie sich diese beiden grundverschiedenen Typen langsam aber sicher öffnen und einander annähren und nach und nach ihre Gemeinsamkeiten erkennen. Vor allem ihre Familiengeschichte weist einige Parallelen auf. Ravi kommt aus einer teilweise sehr traditionellen indischen Familie und Tristans Mutter ist eine erfolgreiche und sehr konservative Politikerin. Beide Familien können gar nichts mit dem..."unangemessenen Lebensstil" (also der sexuellen Orientierung) ihrer Söhne anfangen. Tris und Ravi gehen allerdings völlig unterschiedlich mit dieser Situation um, was für einige sehr spannende Szenen gesorgt hat und der Knackpunkt der Geschichte ist.
Natürlich hat Beta Test aber auch jede Menge romantische Szenen. Insgesamt war die Liebesgeschichte sehr schön gestaltet und auch glaubhaft. Beta Test ist auch nicht mehr ganz so kitschig wie Status Update , auch wenn natürlich auch hier gegen Ende ein, zwei sehr süßliche Szenen dabei sind. Trotzdem hat sich diese Geschichte von Annabeth Albert etwas erwachsener und stimmiger angefühlt.
Richtig gut gefallen hat mir auch, dass Annabeth Albert ihre Figuren dieses Mal ein wenig nerdiger sein ließ. Es gibt LAN Parties und Conventions und man spürt, wie viel Freude die Charaktere an ihren Jobs haben.

Allerdings ist auch Beta Test nicht wirklich etwas Besonderes. Es ist wie gesagt eine süße Geschichte, aber es gibt kaum etwas, das ihr dabei hilft, sich wirklich von der Masse abzuheben. Außerdem habe ich vor nicht allzu langer Zeit ein Buch gelesen, dass einige thematische Parallelen aufweist (Come What May), wie z.B. einen politisch ambitionierten Elterteil, doch dieses Buch konnte mich irgendwie eher packen und das Thema besser transportieren. Daraus will und kann ich Beta Test keinen Strick drehen, aber es hat eben auch gezeigt, dass es sein Potenzial nicht ganz ausgeschöpft hat.

Eine süße und unterhaltsame Geschichte ist Beta Test von Annabeth Albert aber allemal, vor allem für Leser die ein Herz für Nerds haben.
Beta Test erscheint am 30. Mai 2016.

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