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14.

Dez 2017

Cover Glück schmeckt nach Popcorn

Martha ist Inhaberin und Betreiberin eines der schnuckeligsten Kinos in Köln. 'Das Lichtspielhaus' hat sie vom vorherigen Besitzer geerbt, zusammen mit allem was dazu gehört. Die nicht zu verachtende Summe zur Reparatur und Instandhaltung hat sie inzwischen entsprechend eingesetzt und auch wenn sie das Kino über alles liebt, wirkt es doch immer ein wenig grau.
Viele Filmposter aus vergangenen Zeiten und auch der gemütliche Kinosaal strahlen nicht mehr im Glanz alter Tage. Auch wenn sie es versuchte, es waren doch immer dieselben Menschen, die zu Besuch kamen. In erster Linie Kritiker und Presseleute, sobald sie wieder einen besonderen Film herausholte und ins Wochenprogramm gab.

In Marthas Liebesleben ist es beinahe ähnlich grau. Seit sie von ihrer großen Liebe Tom verletzt und verlassen wurde, hatte kein Mann mehr Platz in ihrem Herzen gefunden. Den Glauben an die große Liebe hat sie eh nicht und Happy Ends gibt es sowieso nur auf der Leinwand oder im Kitschroman.
Susanna, Marthas Freundin und einzige Angestellte, hingegen hat den Mann fürs Leben gefunden und ist auf dem besten Wege eine wundervolle Mama zu werden. Leider kann sie nun nicht mehr für Martha arbeiten und ganz alleine kann diese den Betrieb auch nicht stemmen. Nach einem nächtlichen Überfall ist sie zudem ängstlich, gerade in den Abendstunden allein im Kino zu sein. Was sie braucht ist ein Mitarbeiter mit Türsteherqualitäten.
Aus einer Laune heraus hängen die beiden einen Zettel im Café aus mit Telefonnummern. Als Martha zur Einsicht gelangt, dass man so keine qualifizierten Mitarbeiter finden kann, ist es allerdings zu spät.

Erik, unverbesserlicher Optimist und Nachwuchsdrehbuchschreiber, hat sich bereits die Nummer notiert. Bis zur Fertigstellung seines ersten Filmes ist es noch ein langer Weg und er braucht dringend einen Job für den Übergang. Was wäre da besser als eine Anstellung in einem Kino?
Erik wählt die Nummer und landet wenig später bei Martha. Er versucht sich Best möglichst zu verkaufen und nach einem kurzen Vorstellungsgespräch ist er auch schon eingestellt. Das hierbei auch seine Statur eine gewisse Rolle spielt lässt seine neue Chefin unter den Tisch fallen. Es ist ja nur für den Übergang, bis sich jemand geeigneteres finden lässt.
Dass bei Martha und Erik grundverschiedene Welten aufeinander prallen ist vor allem Susanna klar, aber sie glaubt das Eriks unerschütterliche gute Laune genau das ist was sowohl Martha als auch ihr Kino brauchen.

Nach nur wenigen Tagen ist Martha von Erik genervt und fragt sich, wie man so naiv durchs Leben gehen kann. Und doch fühlt sie sich in seiner Nähe sicher. Als sie bei einem gemeinsamen Einkauf der Vorräte geradewegs Marthas Ex Tom und seiner ziemlich schwangeren Neuen in die Arme laufen kommt Martha eine blöde Idee, die sie schon bald in Teufels Küche bringt. Aber ist es nicht genau das, was Martha braucht? Ein wenig mehr Leben in ihrem tristen Alltag? Dafür ist Erik in jedem Fall die richtige Person.
Aber auch Stefan, ihr Stammkritiker, versucht Martha für sich zu begeistern.

Ein Kino, zwei Männer und eine Frau - kann es hier ein Happy End geben?

Ich habe Marie Adams im letzten Jahr auf der lit.Love kennengelernt. Da ich bislang nicht dazu gekommen bin mir ein Buch von ihr vor die Nase zu halten, habe ich mich für die Leserunde angemeldet und war gespannt. Ich persönlich liebe ja Filme - sofern sie gut gemacht sind. Der Plot versprach spannend zu werden und das Cover animierte zum nächsten Kinobesuch doch mal eine Portion Popcorn zu kaufen.
Allerdings ist Martha alles andere als begeistert von Popcorn und das hat einen guten Grund. In ihrem Kino gibt es weder eine Popcornmaschine noch Popcornkino. Dafür sucht sie sich altbewährte Klassiker raus und lockt damit vor allem ältere Generationen ins Kino.
In meiner Stadt gibt es vor allem natürlich die großen Kinos mit Blockbuster-Programm, aber auch ein paar Nischenkinos. So laufe ich jedem Tag an einem vorbei und seit ich dieses Buch gelesen habe, schaue ich intensiver auf die Programmankündigung. Ob es dort auch kein Popcorn gibt? ;o)

Marie Adams beschreibt das Kino ziemlich gut und man meint beinahe den leicht staubigen Geruch in der Nase zu haben. Allerdings konnte mich die Autorin überhaupt nicht mit ihren Charakteren begeistern. Susanna ist eine glückliche junge Frau mit Träumen und ausgerechnet sie verlässt Martha, die in ihrer negativen Einstellung allem und jeden gegenüber einfach nur unsympathisch ist. Sie sucht beinahe ständig nach dem Haar in der Suppe und wenn sie keines findet, dann fügt sie es eben selbst ein. Obwohl Martha gerade 30 Jahre alte ist, macht sie den Anschein einer alten, verbitterten Frau die vom Leben gezeichnet ist.
Natürlich spielt hier auch ihre Vergangenheit mit Tom eine große Rolle, aber man könnte meinen, sie ist in der Zeit hängen geblieben.

Und dann ist da Erik. Ein Luftikus, Sonnenschein und beinahe übertriebener Optimist. Erik glaubt fest an die Liebe, an das Leben und an seinen Erfolg als Drehbuchautor. Seine gute Laune tut beinahe weh und fast konnte ich Martha verstehen, dass sie ihn als kindlich und naiv abstempelt. Aber mit der Zeit lernt man Erik besser kennen und fiebert mit, wie es bei ihm weitergeht. Das aus den beiden ein Paar wird ist so ausgeschlossen wie eine Hochzeit im Vatikan.
Die meisten Charaktere machen während der Geschichte eine gewisse Entwicklung durch - Martha nicht. Das nimmt leider sehr die Freude am Buch.

Da die Autorin während der Leserunde dabei war und bereits erwähnte, dass sie das erste Mal eine eher knifflige Hauptprotagonistin in einem Roman verwurstelt hat, werde ich mich an einem anderen Buch aus ihrer Feder versuchen. Eines weiß ich nach diesem Buch - ich brauch einen Hauptcharakter den ich leiden kann. Und wenn es nicht am Anfang ist, dann doch wenigstens nach dem ersten Drittel.

Mein Dank gilt dem Blanvalet-Verlag für das Rezensionsexemplar und der Site www.leserunden.de für die veranstaltete Leserunde. Meine Meinung zum Buch wurde von der Teilnahme in keiner Weise beeinflusst.

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12.

Dez 2017

Cover Santa Claus Junior

Schon wieder Weihnachten. Ute ist genervt. In diesem Jahr macht sie einfach mal nichts. Gar nichts. Nachdem beinahe jeder sprachlos ist, versucht ihr bester Freund sie ein wenig aufzumuntern. Ute ist immerhin gerade wieder Single und vielleicht braucht sie einfach nur mal wieder einen anständigen Mann und was zum Kuscheln für die Weihnachtszeit. Da Ute aber keine Anstalten macht sich nach einem Mann umzuschauen, entschließt ihr Freund sich dazu ihr einen (Schnee)Mann zu bauen. Der vorweihnachtliche Schnee auf dem Balkon wird kurzerhand in einen Minischneemann verwandelt und mit allerlei Dekoration versehen.

Während Ute nun an Heiligabend ganz alleine daheim sitzt und sich einen Film anschauen will, wundert sie sich. Den Schneemann hat sie völlig vergessen. Aber da steht er. Auf dem Balkon. Bei 8°C. Bevor ihr zu gruselig wird, macht sie sich eine Flasche Wein auf. Wer weiß wie der Schnee sich so halten kann.
Als es auf ihrem Balkon einen großen Knall gibt traut sie ihren Augen nicht. Da steht ein Kind. Mit blondgelocktem Haar, in einem Nachthemd und Sternenstaub. Überfordert lässt sie es ins Wohnzimmer und sieht sich dem Christkind gegenüber.
Der Wein muss schlecht gewesen sein! Als das Christkind ihr nun von Santa Claus Junior vorschwärmt als wäre er der letzte Mann auf Erden, wird Ute stutzig. Was sollte das alles? Will das Christkind jetzt ernsthaft Ute und Santa Claus Junior verkuppeln? An Weihnachten?
Dabei hat sie sich doch eigentlich keinen Mann gewünscht ... oder?
Kann es noch merkwürdiger werden? Ja, es kann!

Wie schon mehrfach erwähnt, liebe ich die Comics von Ralf König. Beim Stöbern fand ich dieses kleine Büchlein dann beim Rowohlt Verlag-Verlag und habe es als Rezensionsexemplar bekommen. Wer die Comics von Ralf König mag, braucht definitiv dieses kleine Buch. Wenn man zudem noch ein Weihnachtsfreund ist, passt es noch besser.
Auch wenn Ute ein Weihnachtsmuffel ist - aus gutem Grunde, wie man erfährt - macht es einem das Christkind schwer, sich nicht darauf einzulassen. Spätestens wenn Santa Claus Junior auf der Bildfläche erscheint und so ganz und gar nicht weihnachtlich ist, fiebert man direkt dem Glöckchen Gebimmel entgegen.

Der Erhalt des Rezensionsexemplars hat meine Meinung zum Buch nicht beeinflusst - die hätte gar nicht besser ausfallen können ;o)

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09.

Dez 2017

snowflakes-on-christmas-street

Snowflakes On Christmas Street von Ivy Pembroke ist ein wunderschönes Buch für die Vorweihnachtszeit. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern handelt es nicht von einem Paar, das sich findet, oder von einem Helden oder einer Heldin, die irgendwie mit ihren Problemen in der Weihnachtszeit zurechtkommen müssen. Nein, das Buch handelt von den Bewohnern einer ganzen Straße, eben der Christmas Street (Weihnachtsstraße), und ihrem Hund.

Aber der Reihe nach: Sam ist ein verwitweter Vater und gerade mit seinem Sohn Teddy von Amerika nach London gezogen. Damit kehrt Sam zurück in seine Heimatstadt. Der 8-jährige Teddy findet es aber ganz schrecklich in London. Alle sprechen so komisch und benutzen Worte, die er noch nie gehört hat. Sein einziger Trost ist Jack. Jack ist ein Terriermix, der gerne Eichhörnchen jagt und eigentlich zu der Familie gehörte, die vor Sam und Teddy deren Haus bewohnt haben. Die hat Jack aber schon vor einiger Zeit zurückgelassen und nun kümmert sich eben die ganze Christmas Street um den kleinen Hund.

Die ganze Straße, das umfasst den alten und griesgrämigen Bill Hammersley, der überhaupt nicht davon angetan ist, dass Sam das Gespräch sucht und überhaupt die Menschen um sich herum kennenlernen will. Bills liebste Gesellschaft ist Jack. Mehr braucht er nicht. Denkt er jedenfalls. Dann sind da der Künstler Max und sein Mann Arthur, ein Versicherungsmarkler. Die beiden sind extrem unterschiedlich und doch funktioniert ihre Beziehung. Naja, meistens jedenfalls. Die beiden haben einen Herzenswunsch und gehen unterschiedlich damit um, dass es schon einmal fast geklappt hat und sich dann aber doch wieder zerschlagen hat. Zur Straße gehören auch eine polnischstämmige Familie bestehend aus Anna, Marcel und der trommelspielenden Teenagertochter Emilia sowie die indischstämmige Familie mit Diya, Darsh, dem Teenager Sai und der 8-jährigen Hundeliebhaberin Pari. Zu guter letzt ist da noch die Journalistin und Bloggerin Penelope, die gerne joggt und die übrigen Bewohner beobachtet, wenn sie gerade keine Lust zum Schreiben hat.
Sie alle werden zusammengebracht durch ihre Sorge um Jack und noch ein wenig mehr durch Sam, der seinen Nachbarn ein Willkommensfest bereiten möchte, weil das, so sagt er Teddy, ein Abenteuer sei.

Ivy Pembroke ist mir schon lange als Fanfiction-Autorin earlgreytea68 bekannt. Als ich dann gesehen habe, dass sie mit Snowflakes On Christmas Street ihr erstes Buch veröffentlicht hat, welches auch noch Anfang November, also quasi zum Beginn der Vorweihnachtszeit, herauskam, musste ich es einfach lesen. Was für ein Glück, denn es war einfach fantastisch. Ich habe Tränen gelacht und mich in all die verschiedenen Menschen und ihre Perspektiven verliebt. Das Buch beginnt zum Ende der Sommerferien und endet an Weihnachten und es war für mich - die eher ein Weihnachtsmuffel ist - der perfekte Start in eine besinnlichere Zeit. Dabei ist es in keinster Weise religiös angehaucht oder so. Nein, es zeigt einfach nur, dass man mit Freundlichkeit und Nächstenliebe besser im Leben vorankommt als ohne.

Snowflakes On Christmas Street war ein wirkliches Lesevergnügen. Leider ist das Buch nicht auf deutsch erhältlich, aber jeder der englischsprachige Bücher liebt, sollte zugreifen. Besonders die E-book Version kann man günstiger fast nicht bekommen. In diesem Sinne freue ich mich, mal wieder hier gewesen zu sein (meine letzte Gastrezension ist ja schon ewig her) und wünsche Euch allen ein frohes und Buch-reiches Weihnachtsfest!

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28.

Nov 2017

Cover Weihnachtsküsse in White Cliff Bay

Im kleinen Küstenort White Cliff Bay fristet die Eisschnitzerin Penny Meadows ein recht einsames Leben. In den letzten 8 Jahren leistete ihr lediglich ihr Hund Bernard Gesellschaft in dem alten Cottage und ab und an Josh, der ihr beim Verladen der schweren Eisblöcke hilft.
Ab heute sollen auch Henry und Daisy ihr Leben bereichern. Nachdem sie alleine vergeblich versucht hat Mieter für den Anbau zu finden, war es dem Maklerbüro tatsächlich innerhalb kürzester Zeit gelungen. Das Pärchen müsste eigentlich bald eintreffen.
Penny, durch die vielen einsamen Jahre etwas nervös, hofft, dass es nicht zu aufdringlich erscheint, wenn sie ihre neuen Mieter zum Abendessen bei sich einlädt. Die Lasagne steht bereits im Ofen und verbreitet einen verlockend Duft nach Tomate und Kräutern.

Henry ist genervt. Seit Ewigkeiten fährt er durch die Botanik um den kleinen Ort White Cliff Bay und das gesuchte Fliedercottage zu finden, in das er und Daisy ziehen. Sein Navigationsgerät hat ihn bereits mehrfach falsch geführt und auch der der Möbelwagen befindet sich an einem ganz anderen Ort als geplant. So hatte er sich den Neuanfang für sich und Daisy nicht vorgestellt.
Der gelernte Schreiner hofft in White Cliff Bay endlich einen Ruhepol für sie beide schaffen zu können. Sein neuer Job in der hiesigen Möbelfabrik scheint perfekt geeignet um sich einzuleben.
Er kann es kaum erwarten sein Ziel zu erreichen und endlich den Tag abzuschließen. Hoffentlich ist ihre neue Vermieterin nicht zu aufdringlich. Das kann er nun gerade gar nicht gebrauchen.

Als endlich ein Wagen vorfährt vibriert Penny beinahe vor Neugier und öffnet die Tür noch bevor es klopft. Vor ihr steht ein großer, muskulöser und verdammt gutaussehender Mann in etwa ihrem Alter. Damit hatte sie nun nicht gerechnet.
Verstört bekommt sie kaum ein Wort heraus. Der Gesichtsausdruck ihres Gegenübers verheißt allerdings nichts Gutes und wie sie erkennen kann, ist der Mann alleine. Wo ist denn seine Gattin?

Henry sieht sich einer etwas zerzausten, vor Erwartung glühenden Frau gegenüber. Das ist ihre Vermieterin? Wenn er nicht so unfassbar schlecht drauf wäre, könnte er sich einen Flirt mit ihr ganz gut vorstellen. Jetzt will er aber nur ins Bett und den Tag hinter sich bringen - und zwar alleine.

Penny muss sich mehrfach ins Gedächtnis rufen, dass Henry verheiratet ist und sie eigentlich die Schnauze voll hat von der Männerwelt. Als sie ihm sein neues Heim präsentiert fällt ihr auf wie unfassbar groß er ist. Auch ihm scheint es sehr schnell aufzufallen, denn wirklich glücklich schaut er nicht aus der Wäsche. Penny hat die Befürchtung, dass ihm und seiner Frau der Anbau zu schnell zu eng werden und sie wieder alleine da steht.
Nach nur wenigen Worten verabschiedet er sich von ihr und schließt die einzige Verbindung zwischen Haus und Anbau. Penny ist enttäuscht, so hatte sie sich den Abend nicht vorgestellt. Aber vielleicht wird der nächste Tag, wenn Henrys Frau Daisy kommt, besser.
Als der grummelige Henry dann jedoch kurze Zeit später mit Blumen und einem zerknirschten Gesichtsausdruck vor ihrer Tür steht, ist Penny wieder versöhnt. Die beiden verbringen einen lustigen Abend und merken schnell, dass sie ziemlich gut miteinander auskommen. Und nicht nur das, es knistert gewaltig zwischen ihnen. Warum flirtet Henry mit ihr, wenn doch seine Frau morgen nachkommt? Niemals würde sie sich auf einen verheirateten Mann einlassen. Aber ihr Herz ist verräterisch und ihre Gefühlswelt ist schon nach kurzem in purem Chaos untergegangen.

Christmas at Lilac Cottage / Weihnachtsküsse in White Cliff Bay ist ein wundervoller Weihnachtsroman zum Wohlfühlen. Um die Autorin schleiche ich schon eine Weile herum und nun habe ich die Chance genutzt und dieses Buch von Holly Martin als mein erstes auserkoren.
Henry mochte ich von Anfang an, auch wenn er ein kleiner Choleriker ist. Er hat das Herz am rechten Fleck und steht für seine Familie ein. Auch wenn er häufig über das Ziel hinausschießt, kann man ihm nie lange böse sein.
Penny hatte bei mir allerdings einen schweren Start. Sie erinnerte mich in so vielen Situationen an Bella aus der Twilight Saga / Biss-Reihe-Reihe. Gerade die Selbstzweifel sind etwas nervig. Ja, sie gehören irgendwie dazu, einfach weil Penny ein paar unschöne Dinge erlebt hat und sich selbst nicht so wahrnimmt wie andere, trotzdem habe ich häufiger über sie den Kopf geschüttelt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sie sich allerdings zu einer beeindruckenden Frau die immer mehr aus ihrem Schneckenhaus herauskommt.
Mein kleines Highlight ist Bernard ;o) Auch wenn der Hund immer wieder nur irgendwo in der Gegend rumliegt, ist er irgendwie das Tüpfelchen auf dem I.

Niemand kann das Rad neu erfinden und so ist der Verlauf der Geschichte vorgezeichnet. Allerdings hat die Autorin hier hin und wieder einige Stolpersteine eingebaut, die der Story die gewisse Würze geben. Ich habe mich in White Cliff Bay sehr wohl gefühlt und werde mir jetzt auch die anderen Bücher der Autorin anschauen. So kurz vor Weihnachten passt dieses Buch natürlich perfekt in die Hände von euch Leseratten, also schlagt zu =o)

Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar über NetGalley erhalten, wofür ich mich an dieser Stelle bedanken möchte. Das hat meine Meinung zu dem Buch jedoch in keiner Weise beeinflusst.

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19.

Nov 2017

Cover Novemberschokolade

Lea Winter steht kurz vor dem Aus. Ihre geliebte Chocolaterie wirft nicht genug Gewinn ab um die Miete für den Laden, ihre Wohnung darüber und ihre beiden Angestellten zu bezahlen. Langsam gehen ihr die Vorräte aus und von der Bank bekommt sie ebenfalls keinen Cent mehr.
Sie liebt es Pralinen zu kreieren, in der Schokolade zu rühren und mit geschickter Hand Trüffel zu verzieren. Die Buchhaltung und Planung für einen eigenen Laden allerdings nicht.
So kurz vor Weihnachten hofft sie, dass ihre Vermieterin Frau Obermüller noch einmal nachgibt und ihr Aufschub gewährt, aber diese bleibt hart. Lea hat eine Woche Zeit um aus der Wohnung auszuziehen und sollte sie die Miete für den Laden nicht bald bezahlen, wird es schon bald einen weiteren Lieferdienst in Würzburg geben. Ihr Nachbar, der Italiener Fiurelli, wollte schon lange sein Angebot erweitern und wittert seine Chance.

Abgekämpft und fertig mit der Welt trifft sie auf Alessandro. Sie ahnt nicht, wer er wirklich ist und verliebt sich beinahe augenblicklich in seinen Duft: Orange, Basilikum und ein Hauch Rauch. Sie würde ihn am liebsten sofort in eine Praline verpacken, aber dazu fehlt ihr im Moment der Kopf.
Beim Entsorgen des Altpapieres fällt ein Flyer auf den Boden: Die Schwanenhotels suchen eine Praline für ihre Gäste. Etwas ganz besonders soll es sein und in einem Wettbewerb entschieden werden.
Lea war dieser Flyer gar nicht aufgefallen, aber Alessandro hielt ihr ihn wie eine Trophäe unter die Nase. Als Preis erhält der Gewinner 5.000 Euro. Damit könnte sie gut einen Teil ihrer Schulden bezahlen!
Vielleicht muss sie ihren Traum von der eigenen Chocolaterie doch noch nicht begraben.

Lea, die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, nachdem ihr Vater ums Leben kam, sehnt sich seit frühester Kindheit nach ihrer Mutter. Inzwischen ist es mehr ein leichtes Ziehen im Herzen, doch nach so vielen Jahren hat sie die Hoffnung beinahe aufgegeben. Sie würde zu gerne wissen, warum sie damals einfach abgehauen ist und sie nie besucht hat.
Bei der Suche nach Inspirationen für die Schwanenpraline landet sie auf der Seite einer TV-Show mit einem Spezial zu Hochzeitstorten mit Schwänen. Bingo!
Als sie jedoch das Bild des Teams hinter der TV-Show sieht, stockt ihr der Atem. Neben dem weltberühmten Chocolatier Sébastian Malineau steht die Frau nach der sie schon so lange sucht: ihre Mutter. Sie hatte sie wirklich gefunden.
Ob sie jetzt endlich Antworten auf ihre vielen Fragen finden würde? Lea will sie unbedingt treffen und ausgerechnet Alessandro kann ihr dabei helfen, denn er ist mehr als nur der Sohn des Italieners von nebenan.

Novemberschokolade ist der Debütroman von Ulrike Sosnitza und macht allein optisch schon einiges her. Ich liebe ja diese Haptik bei den gerillten Buchcovern.
Also Schokoladenjunkie musste ich natürlich zu diesem Buch greifen und ich war sehr gespannt wie es wohl sein würde.

Lea ist eine Person, die sich schlecht einschätzen lässt. Sie ist eine spezielle Frau, die ich kaum beschreiben kann. Auf der einen Seite ist sie kämpferisch und lebensbejahend, auf der anderen Seite nicht standhaft genug und schnell verschreckt. Die Liebe zur Schokolade hat sie von ihrem Vater geerbt, den sie bereits im Kleinkindalter verloren hat. Ihre Pralinen sind echte Handwerkskunst und ihr bisheriger Fixpunkt im Leben.
Die Sehnsucht nach ihrer Mutter scheint sie jedoch auszubremsen, was sehr schade ist.

Alessandro will ihr dabei helfen ihr Potenzial zu erkennen und auch einzusetzen, stößt dabei aber immer wieder an seine Grenzen. Bis auf seinen Duft, bleibt er charmant, aber etwas farblos.
Ich mochte am meisten Herlind. Vom Charakter her ist sie bodenständig und eine echte Bereicherung für Lea. Sie packt mit an, wenn es nötig ist, bedrängt aber niemanden.

Über das gesamte Buch ziehen sich immer wieder verführerische Pralinenbeschreibungen die es einem wirklich schwer machen nicht in den nächsten Laden zu rennen und einmal das gesamte Sortiment zu kaufen.
Wer ein kleines bisschen Spaß an Ofen und Herd hat, wird sich hier von ganz alleine Gedanken machen, wie man bestimmte Pralinen herstellen könnte. Die Beschreibungen der einzelnen Schritte sind detailliert genug um Lust darauf zu bekommen und ich renne seither mit einem Zettel durch die Gegend, auf dem ich mir verschiedene Variationen notiere.
Die Geschichte entwickelt sich über verschiedene Stadien und, Gott sei Dank, auch Lea. Sie bleibt sympathisch, findet aber immer mehr zu sich selbst. Das hat mir gut gefallen.

Die Thematik des Buches - Mutter verlässt ihr Kind - ist sehr schwierig. Und auch wenn ich am Ende ungefähr weiß warum Leas Mutter so reagiert hat, kann ich es doch aus menschlicher Sicht überhaupt nicht nachvollziehen. Das Buch regt in jedem Fall das Gedankenkarussell an.

Ich durfte Ulrike Sosnitza auf der lit.Love kennenlernen und finde sie sehr sympathisch. Eine Frau die Schokolade liebt - besser geht es wohl kaum! Ich bin schon sehr gespannt auf ihr nächstes Buch, das im neuen Jahr erscheint.

Einen lieben Dank an den Heyne-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Dies hat meine Meinung natürlich in keinster Weise beeinflusst.

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