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16.

Okt 2016

Cover Siege and Storm

Kleiner Hinweis: Ich habe die Bücher auf Englisch gelesen, weshalb sich einige Eigennamen von der deutschen Version unterscheiden können. Wenn ich den deutschen Begriff wusste, habe ich ihn in Klammern hinzugefügt. Lasst euch also davon nicht irritieren. ;)

Mit Ach und Krach ist es Alina und Mal gelungen, dem Darkling (Dunklen) zu entkommen, als er mit Alinas Hilfe die Fold (Schattenflur) ausdehnen wollte. Dank dem Amplifier (Verstärker), den er ihr kurz zuvor umgelegt hat, um ihre Macht zu kontrollieren, ist es Alina allerdings gelungen den Darkling zu besiegen und gemeinsam mit Mal zu fliehen. Nach einer langen Reise sind die beiden nun in einem fernen Land und versuchen sich weiter ins Landesinnere durchzuschlagen, um dort in Frieden untertauchen zu können.
Doch Alina weiß, dass sie auf der Hut bleiben muss, denn so sehr sie auch hofft, dass der Darkling in der Fold umgekommen ist, ist sie sich ziemlich sicher, dass sie und Mal nicht so viel Glück haben. Und wenn sie ehrlich mit sich ist, weiß sie auch gar nicht, ob sie das wirklich will, denn einige Dinge die der Darkling zu ihr und über sie gesagt hat, waren ein wenig zu nah an der Wahrheit dran...denn Alina liebt ihre Macht. Sie will sie nutzen. Sie MUSS sie nutzen. Und manchmal ist sie sich nicht ganz sicher, wie viel von dem Mädchen, dass Mal kannte, noch übrig geblieben ist.
Doch das wird bald Alinas geringstes Problem, denn auch in ihrem Versteck dauert es nicht lange, bis sie entdeckt wird. Denn wie befürchtet hat der Darkling überlebt - und aus der Schattenflur eine ganz neue Grausamkeit mitgebracht...

In Siege and Storm / Eisige Wellen, dem zweiten Buch der The Grisha / Grischa Trilogie von Leigh Bardugo, geht es eigentlich gleich von Anfang an so spannend und actiongeladen weiter, wie es im ersten Teil aufgehört hat. Alina und Mal wird kaum ein Moment der Ruhe gelassen, bis sie schon wieder in die nächsten Schwierigkeiten geraten, doch dazu will ich gar nicht mehr sagen. Die Geschichte ist einfach zu komplex und spannend um jetzt schon zu viel davon vorweg zu nehmen. Nur so viel: Die Dynamiken werden in diesem Buch komplett durchgemischt. Durch den Versuch des Darklings den König zu Stürzen und die Macht an sich zu reißen, muss sich Ravka neu ordnen und die Grisha und normalen Menschen spalten sich in die verschiedensten Lager. Manche verehren Alina fast wie eine Gottheit, andere halten sie für eine unnatürliche Abscheulichkeit und wieder andere halten sie schlicht und einfach für eine Lügnerin. Leigh Bardugo hat eine sehr spannende, abwechslungsreiche und clevere Geschichte darum gesponnen, die mich die Nacht durchlesen ließ.
Außerdem gibt es eine ganze Reihe von neuen Charakteren, die der Handlung zusätzliche Würze verliehen haben. Einer im Besonderen hat es mir hierbei angetan, von dem ich aber auch noch viel erzählen kann, ohne zu viel vorweg zu nehmen (es ist schon immer ein Kreuz mit dem Rezensieren von Fortsetzungen ;). Er ist aber eine ganz besondere Figur, der Alina dabei hilft, die Karten komplett neu zu mischen und viele neue Türen für die Handlung öffnet.
Cover Grischa Eisige Wellen Was ich aber noch verraten kann ist, dass Alina eine extreme Entwicklung durchmacht - und nicht alles davon ist gut. Sie ist tatsächlich nicht mehr das Mädchen, das sie war, bevor sie ihre Kräfte entdeckt hat. Alinas größtes Ziel ist zwar immer noch Ravka zu retten, allerdings entdeckt sie ganz tief in ihrem Inneren auch ein paar Dinge, die alles andere als ehrenhaft sind. Ihre Macht wird ihr nämlich sehr wichtig und wenn sie ehrlich mit sich ist, will sie mehr davon. Und es gibt immer mehr Dinge, über die sie nicht mit Mal sprechen kann. Unter anderem deswegen entfernen sich die beiden immer mehr voneinander und damit verliert Alina auch langsam aber sicher ihre wichtigste Verbindung zu ihrem alten (und echten? Man weiß es noch nicht...) Ich. Die beiden haben mir mehrfach in diesem Buch das Herz gebrochen und vor allem mit Mal hatte ich mehr als einmal echtes Mitleid.

Trotzdem fand ich Siege and Storm / Eisige Wellen von Leigh Bardugo ziemlich gut. Vermutlich gerade weil es nicht nur von der Handlung her wie gesagt sehr spannend und intensiv war, sondern mich auch gefühlsmäßig wirklich getroffen hat. Es ist kein fröhliches oder glückliches Buch, aber es macht Lust auf mehr und man bekommt absolut nicht das Gefühl, dass es ein bloßer Lückenfüller war, wie es bei den mittleren Büchern manchmal passieren kann. Es ist definitiv gut, dass ich das letzte Buch schon zur Hand habe. ;)

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