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Cover Filthy Rich

Als Caleb Blackstone, Milliardär und Frauenmagnet, Brooke Casterleyn zum ersten Mal sieht, ist es um ihn geschehen. Er bekommt die hübsche junge Frau mit dem britischen Akzent einfach nicht mehr aus dem Kopf und ist sich ziemlich bald sicher, dass sie die EINE für ihn ist. Sie hat Witz, Charme, lässt sich von ihm und seinem Reichtum kaum beeindrucken und steht auf eigenen Füßen. Kurzum, all das, was sich Caleb bisher nur von einer Frau erträumen konnte. Doch er muss auch bald feststellen, dass in Brooke eine große Traurigkeit schlummert, die sie sehr belastet und wegen der sie ihn ein wenig auf Distanz hält. Caleb hat allerdings vor, den letzten Rat, den ihm sein Vater vor seinem Tod gegeben hat, zu befolgen: Wenn du das findest, was dich glücklich macht, halte mit beiden Händen daran fest.

Als der gutaussehende Milliardär Caleb beginnt, Brooke den Hof zu machen, weiß sie nicht so recht, was sie davon halten soll. Was will ein Mann, der alles und jeden auf der Welt haben kann, schon von jemandem wie ihr? Mit der Zeit wird Brooke allerdings klar, dass Caleb es wirklich ehrlich mit ihr zu meinen scheint.
Doch kann sie ihm trauen? Brooke ist schon einmal an den falschen Mann gekommen und sie ist sich nicht sicher, ob sie sich und ihr Herz noch einmal so riskieren kann. Caleb macht es ihr allerdings sehr schwer, ihm zu widerstehen...

Filthy Rich ist das erste Buch, das ich von Raine Miller gelesen habe und ich muss zugeben, dass ich in erster Linie wegen des Covers, das mir nach wie vor ziemlich gut gefällt, dazu gegriffen habe. Die Geschichte selber bietet im Grunde nicht wirklich etwas Neues. Es ist die klassische Geschichte von Aschenputtel, die ihren reichen Prinzen findet. Gut, dieses Aschenputtel muss keine Böden schrubben, aber sie hat dennoch Geldsorgen und bereits einige schlimme Dinge in ihrem Leben durchgemacht. Jetzt, da Caleb in ihr Leben tritt, könnte sich das aber alles ändern. Vor allem, wenn es nach ihm geht und wie gesagt fällt es Brooke bald sehr schwer nein zu ihm zu sagen.
Wenn ich Filthy Rich mit einem Wort beschreiben müsste wäre es "süß" - und zwar so süß, dass man Zahnschmerzen bekommt. Es ist ein klassischer Fall von Insta-Love, denn Caleb verliebt sich wirklich im Prinzip auf den ersten Blick und auch Brooke ist schnell hin und weg. Wenn man aber die Hintergründe von beiden bedenkt (also Brookes schlechte Erfahrungen und Calebs Reichtum) ist das natürlich alles andere als realistisch. Die Figuren sind außerdem durch die Bank perfekt; sie sagen und tun immer das Richtigen (mit ein paar wenigen kleinen Ausnahmen) und finden stets die richtigen Worte. Auch im Schreibstil selbst findet sich diese Süßlichkeit wieder. Ich habe selten so kitschige und übertriebene Dialoge wie in diesem Buch gelesen. Neben ständigen Liebesbekundungen sind sie auch dermaßen pseudophilosophisch, dass ich mir das ein oder andere Augenrollen nicht verkneifen konnte. Außerdem gibt es eine Sache, die mich schier in den Wahnsinn getrieben hat: Die Figuren sprechen sich ständig mit Namen an. Selbst wenn Caleb und Brooke alleine sind, fällt in jedem zweiten Satz der Name des anderen. Das hat die gesamten Dialoge furchtbar steif und unrealistisch gemacht.
Auch das Tempo der Handlung hat irgendwie nicht so richtig gestimmt. Wie gesagt wäre da die Tatsache, dass sich die beiden viel zu schnell verlieben. Allein deswegen entwickelt sich alles viel zu schnell. Aber wenn man bedenkt, dass sich die Handlung über nur wenige Wochen erstreckt, die aber vollgestopft mit allerlei Drama sind, so zieht sich das zu hohe Tempo durch das gesamte Buch hindurch. Da hat es auch hier einfach an Realismus gefehlt.

Gab es auch etwas, das mir an Filthy Rich gefallen hat? Ja, tatsächlich fand ich die ersten paar Kapitel ziemlich unterhaltsam. Wir lernen Brooke und Caleb und ihre Hintergründe kennen und zu diesem Zeitpunkt hat alles eigentlich sehr vielversprechend ausgesehen. Brooke wirkte taff und stark und nicht so, als ob sie sich schnell einwickeln lässt. Caleb hatte zwar die typischen "Ich-bin-Millionär-und-Playboy"-Züge, war aber auch sehr sympathisch und vor allem bei seinem ersten Treffen mit Brooke war er wirklich sehr niedlich. Doch leider ging es ab diesem Zeitpunkt wie gesagt bergab.

Deshalb glaube ich, dass Filthy Rich vorerst das einzige Buch bleiben wird, dass ich von Raine Miller lesen werde. Es war nicht vollkommen schrecklich, denn trotz aller Kitschigkeit ist der Schreibstil schon sehr durchdacht und flüssig, aber mein Fall ist es einfach trotzdem nicht. Zu süß, zu übertrieben und zu simpel.
Für alle, die Filthy Rich trotzdem eine Chance geben möchten: Es erscheint am 12. November 2016.

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