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Aquamarin

Tags: Jugendbuch
06.10.2016
Cover Aquamarin

Australien, 2151: Die junge Saha Leeds hat es nicht leicht. Sie ist mit ihrer Tante Mildred nach Seahaven gekommen, ihre Mutter ist viele Jahre tot und ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Bis heute wundert sie sich, wer er wohl war. Aber auch ihre Tante gibt nichts zu seiner Identität preis.
Saha ist anders als die Anderen in der Stadt - was vor allem daran liegt, dass sie nicht schwimmen kann. Seahaven ist - wie der Name schon sagt - eine Stadt die sich hauptsächlich mit dem Meer, seinen Erzeugnissen und dem Leben darin beschäftigt. Nach dem großen Klimawandel und die Unterteilung der Welt in Zonen, ist es ein Privileg in Seahaven zu leben, aber Saha hat das Gefühl sie gehört hier nicht her.
Ihre Tante Mildred arbeitet als Putzfrau in der Schule und bei einigen reicheren Familien. Sie ist genügsam und glücklich, aber Saha weiß nicht ob ihr das so ausreicht. Was soll sie schon nach der Schule machen?
Aber erst einmal muss sie dieses Schuljahr überstehen.

Carilja ist die Tochter eines der Begründer der Stadt und hält sich für die Königin von Seahaven. Somit glaubt sie, sie kann entscheiden wer an ihre Schule geht und wer nicht. Und Saha will sie einfach nur loswerden. Wie kann es sein, dass jemand in Seahaven lebt und nicht schwimmen kann? Ja sogar vom Schwimmunterricht befreit ist, mit einem ärztlichen Attest. Carilja glaubt ihr nicht und will sie provozieren.
Vor der Schule lauert sie, zusammen mit ihren Freunden, Saha auf. Direkt neben dem alten Fischbecken will sie Saha davon überzeugen noch vor Ende des Schuljahres die Schule zu wechseln. Beim Rumschubsen stolpert Saha und fällt ins Becken. Nun wird sich zeigen, ob sie wirklich nicht schwimmen kann. Carilja und ihre Freunde hauen ab - für Saha scheint es zu Ende zu sein.

Kurz darauf wacht sie in einem Krankenhausbett auf. Sie hat also doch überlebt. Am nächsten Tag weiß jeder in der Schule Bescheid, auch die Direktorin und die steht wutschnaubend in der Klasse. Saha hätte erzählt Carilja hätte sie in das Becken geworfen. Davon abgesehen, dass es die Wahrheit ist, würde Saha niemals auf die Idee kommen. Ihr würde eh niemand glauben und Carilja hat auf Grund ihrer Herkunft eh nichts zu befürchten.
Da meldet sich Pigrit Bonner zu Wort. Er hat alles beobachtet und auch den Notruf abgesetzt. Allerdings wundert er sich immer noch wie es sein kann, dass Saha am Leben ist. Sie war ewig unter Wasser und sitzt doch putzmunter vor ihm.

Wieder zu Hause kommt Saha ins Grübeln. Obwohl sie nicht schwimmen kann, hat sie sich doch nicht unwohl gefühlt im Becken. Außerdem hatte sie beinahe das Gefühl sie könnte Wasser atmen.
Saha hat an ihrem Brustkorb auf jeder Seite dünne Schnitte. Fünf Stück an der Zahl. Angeblich hat sie die Wunden von einem Unfall und darf deshalb nicht ins Wasser. Aber es fühlte sich so richtig an. Auch wenn sie nicht schwimmen kann, ist es doch immer das Meeresrauschen, das sie beruhigt und nicht selten sitzt sie einfach nur da und beobachtet die stürmische See.
Bisher ist sie nie auf die Idee gekommen sich ihre Wunden genauer anzuschauen, aber nun ist der Sprühverband plötzlich unangenehm und stört. Mit einem Handspiegel bewaffnet stellt sie sich vor den Spiegel. Sie kommt sich blöd vor, aber bei genauerer Betrachtung sind ihre Wunden gar keine glatten Schnitte. Vielmehr haben sie eine leicht geriffelte Oberfläche - fast wie ... Kiemen.

Saha ist aufgeregt - und geschockt. Wieso hat sie Kiemen? Wie kann das sein? Wurden ihre Gene manipuliert? Wer weiß davon? In Seahaven ist Genmanipulation verboten. Jeder der sich in irgendeiner Art verändern lässt, wird aus der Zone geworfen. Selbst Kinder, die selbst nichts dafür können, müssen die Zone verlassen. Was wird aus ihr und vor allem Tante Mildred, wenn das jemand erfährt?
Weiß ihre Tante davon? Wie kann es sein, dass ihr das nie aufgefallen ist? Saha braucht Antworten, doch wen soll sie fragen? Da bekommt sie von unerwarteter Seite Hilfe angeboten. Jetzt gibt es kein Zurück mehr - Saha macht sich auf die Suche nach ihrer Vergangenheit und somit auch ihrer Zukunft.

Von Andreas Eschbach habe ich hauptsächlich Thriller im Regal stehen. Bereits auf der Buchmesse bin ich über das Cover zu Aquamarin gestolpert um es dann in der Bibliothek wieder zu entdecken. Die Idee finde ich gar nicht so schlecht und auch die Umsetzung ist eigentlich gelungen. Saha ist ein sympathischer Charakter und hat die üblichen Teenager-Probleme. Durch die Inhaltsangabe auf der Rückseite war von vornherein klar, dass sie anders ist als Andere und auch in welchem Maße das sein wird. Interessant ist ihr Weg dahin und das austesten der eigenen Grenzen.
Was mich ein wenig gestoppt hat, ist der Schreibstil. Während ich seine Thriller fressen kann, habe ich in Aquamarin manche Sätze mehrfach lesen müssen, da sie irgendwie abgeschnitten wirken. Ich weiß nicht so genau warum, aber das ganze wirkte gehetzt und unfertig. Mit ein paar Wörtern mehr hätte das Buch eine viel schönere Sprache kriegen können.

Sahas Geheimnis ist eigentlich glasklar, vielleicht würde ein Jugendlicher der das Buch liest nicht sofort darauf kommen, somit sehe ich es nicht als Kritikpunkt an, dass die Geschichte vorhersehbar ist.
Ab ca. der Hälfte des Buches wurde es dann spannend und gegen Ende recht rasant.

Alles in allem ist Aquamarin eine gelungene Geschichte für Jugendliche die einen Faible für Wasser haben.

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