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Cover Thief of Hearts

Nachdem sie ihren Mann Mark durch eine schwere Krankheit verloren hat, ist Andrea auch vier Jahre später noch nicht über diesen Verlust hinweggekommen. Sie lebt zwar ihr Leben, aber wirklich erfüllt ist es nicht. Sie arbeitet als Lehrerin für Erwachsene, die ihre Schulbildung nachholen möchten, und tut ihr Bestes, die Schulden, die sie für die medizinische Betreuung ihres Mannes auf sich nehmen musste, auszugleichen.
In ihrem Leben passiert nie etwas Spannendes und das ist - so redet sie sich ein - auch ganz gut so. Doch das ändert sich schlagartig, als plötzlich Stu in ihrem Klassenzimmer auftaucht. Stu ist gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden und muss nun als Teil seiner Bewährungsauflage wieder die Schulbank drücken. Auch wenn Andie versucht, den Ex-Sträfling unvoreingenommen zu betrachten, fällt es ihr nicht immer ganz einfach. Denn auch wenn Stu so ziemlich der bestaussehendste Mann ist, der Andrea jemals begegnet ist, muss sie auch zugeben, dass sie nicht so richtig weiß, wie sie sich in seiner Gegenwart fühlen soll. Auf der einen Seite flirtet er auf Teufel komm raus mit ihr und Andie würde lügen, wenn das nicht etwas ihr aufweckt, bei dem sie eigentlich dachte, es wäre mit ihrem Mann gestorben. Doch auf der anderen Seite spürt sie auch, dass an seinem Interesse an ihr irgendetwas nicht stimmt...
Es dauert nicht lange, bis Stu ein wichtiger Teil in Andies Lebens wird...doch als die Wahrheit über ihn ans Licht kommt, muss sie sich entscheiden, ob sie ihr Herz noch einmal hergeben kann, oder auf Nummer sicher geht und den ersten Mann, der seit Mark ihr Interesse wecken konnte, gehen lässt...

Ich habe mich schon lange Zeit sehr auf Thief of Hearts von L. H. Cosway gefreut. In erster Linie deswegen, weil wir Stu bereits in King of Hearts kennengelernt haben und er da noch alles andere als Heldenpotenzial hatte. Tatsächlich hat es L. H. Cosway aber geschafft zu zeigen, dass mehr in dem bis dahin eher teilnahmslos und dümmlich wirkenden Stu steckt, als bisher angenommen.
Das muss auch Andie feststellen, als er in ihrer Klasse austaucht. Auf den ersten Blick könnten die beiden nicht unterschiedlicher sein, denn Andie hat noch nie etwas Verbotenes in ihrem Leben getan und ist einfach eine ehrliche Haut, was man von Stu natürlich nicht gerade sagen kann. Trotzdem hat mir die aufkeimende Beziehung zwischen den beiden sehr gut gefallen. Stu holt Andrea aus ihrer Schale und zeigt ihr, dass ihr Leben noch lange nicht vorbei ist, und im Gegenzug wird Stu durch Andie klar, dass er nicht der hoffnungslose Fall ist, für den er und so ziemlich jeder andere ihn immer gehalten haben. Tatsächlich hat Stu nämlich ein Talent, das bisher weitgehend unentdeckt blieb und bei dem es mich mehr als nur gefreut hat, dass er es endlich ausleben durfte. Außerdem ist er trotz seiner Vergangenheit einfach ein ziemlich guter Kerl, den ich nach einer Weile wirklich ins Herz geschlossen habe und es ist kein Wunder, dass auch Andrea ihm auf Dauer nicht widerstehen kann. Natürlich sieht die Sache aber erst mal wieder ganz anders aus, als Andie hinter Stus Geheimnis kommt...
Thief of Hearts ist definitiv ein Buch mit echter Handlung, das nicht nur von der Romantik gestützt wurde. Entsprechend spannend bleibt die Geschichte auch. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich am Ende eher das Gefühl hatte, es ist ein Happy For Now als ein echtes Happily Ever After. Zum Ende der Geschichte kennen sich Andie und Stu schon einige Monate, trotzdem fühlt es sich alles irgendwie noch sehr frisch und fragil an. Dazu kommt, dass ich immer noch das Gefühl hatte, als würde Mark zwischen ihnen stehen und dass Stu absolut keine Chance gehabt hätte, wenn Mark noch am Leben wäre. Auf der einen Seite ist das natürlich alles sehr schwer festzulegen und zu beurteilen. Trotzdem kam mir Stu ein wenig wie das Trostpflaster vor und das hat er einfach nicht verdient.

Das ist besonders schade, dem im Grunde ist Thief of Hearts von L. H. Cosway einfach eine tolle Geschichte, die nicht nur durch Stu und Andie, sondern auch durch die tollen Nebencharaktere (allen voran Andreas Cousin Alfie und dessen bester Freund Jamie, die fast ein eigenes Buch verdient hätten) und natürlich die Handlung an sich zum Leben erweckt wird. Lesenswert ist Thief of Hearts aber auf jeden Fall und kann unabhängig von den anderen Büchern der Hearts Reihe gelesen werden (auch wenn man sich die anderen Bücher keinesfalls entgehen lassen sollte).

Vielen Dank an WordSmith Publicity für das Rezensions-Exemplar!

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