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22.

Mär 2016

Bild Bard-Thranduil losta9view

Mit ein wenig Wohlwollen passt Between the Pines von northerntrash in meine Reihe an kurzen Fanfiction. Das besondere an dieser Geschichte ist aber nicht die Länge (oder Kürze), sondern die mysteriöse und traumhafte Atmosphäre. Doch der Reihe nach. Erst einmal: Worum geht es?

Nach dem Tod seines Vaters ist Bard Bowman mit dem Fahrrad unterwegs zu seinem Onkel, der in einer weit entfernten Stadt lebt. Dabei muss er Berge und Wälder durchqueren. Um Zeit zu sparen, entschließt er sich durch ein verwunschen aussehendes Tal zu fahren, obwohl die Einheimischen dringend davon abraten und sagen, der längere Weg über die Berge sei der einzig sichere. Bard ignoriert die gut gemeinten Ratschläge und macht sich auf den Weg quer durch das ominöse Tal. Einen Tag später muss er feststellen, dass die Warnungen wohl berechtigt waren. Egal in welche Richtung er fährt, er landet immer wieder in demselben verlassen Dörfchen von dem aus man auf einem Pfad zwischen Pinien ein verfallenes, unheimliches Schloss erreicht. Dort begrüßen ihn ein Fuchs, wilde Wölfe und später auch der bleiche, seltsame und ätherisch aussehende Herr des Hauses, Thranduil. Dafür das Bard in sein Reich eingedrungen ist, verlangt er Wiedergutmachung...

Ganz ehrlich, Geschichten über Bard und Thranduil sind keine, die ich aktiv suchen würde. Doch an dieser Stelle sei gesagt, dass Autoren meines Vertrauens mich auch von weniger gängigen Paarungen überzeugen können. northerntrash ist so eine Person und ihre beiden Geschichten um Bard und Thranduil sind absolut fantastisch. An Between the Pines ist vor allem die Stimmung unschlagbar. Verwunschen, düster, traumhaft, wild und magisch sind die Adjektive, die mir als allererstes in den Kopf schießen, um sie zu beschreiben. Bard landet in diesem Schloss, dass zwar heruntergekommen ist, ihn aber auf eine seltsame Weise fasziniert und ästhetisch anspricht. Gleiches gilt für Thranduil, der fadenscheinige Kleidung trägt, sich seit Ewigkeiten nicht um sich selbst gekümmert hat und der Bard trotz aller Schmuddeligkeit anzieht wie ein Magnet. Hinzu kommen die wilden Tiere, die insbesondere tagsüber Bards einzige Gefährten sind, und auch die lebendigen Beschreibungen des Hauses und der rauen Natur drum herum. All das sorgt für eine absolut einzigartige Atmosphere, die mal bedrückend und gefährlich scheint, dann lebhaft und anheimelnd wirkt und bei der man sich fühlt, als würde man einen Wachtraum erleben.

Between the Pines bietet neben den beiden Hobbit-Charakteren eine Verschmelzung von verschiedenen anderen Geschichten. Enthalten sind Elemente von Die Schöne und das Biest und von Angel Carters Die Dame aus dem Haus der Liebe, einer kurzen Geschichte in der Märchensammlung Blaubarts Zimmer.

Ich liebe die Fanfiction von northerntrash: die aufgegriffenen Ideen, den Schreibstil, die Fähigkeit, immer wieder andere Mythen als Inspiration aufzugreifen und sie in eigene Geschichten umzufassen, die den Leser berühren. Das trifft auch auf Between the Pines zu, welches mich ganz ehrfürchtig ob seiner schroffen Schönheit hat werden lassen. Ich kann nur empfehlen, mal in ihrem AO3-Profile zu stöbern oder mal auf ihrem tumblr-Account vorbeizuschauen. Viel Spaß!

Das wunderbare Bild, welches übrigens nicht für diese Geschichte entstanden ist und dennoch wie die Faust auf's Auge passt, stammt von losta9view. Ein dickes Dankeschön, dass ich es hier benutzen durfte.

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