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Cover Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand deutsch

Allan Karlsson beschließt sein Leben zu ändern. Das Altersheim sagt ihm so gar nicht zu und die Pflegerin Alice gleich noch weniger. Also ist es an der Zeit den Lauf der Dinge zu ändern. Dass sich Allan nun ausgerechnet seinen Geburtstag, und der hundertste dazu, dafür aussucht, kommt für die Gäste unerwartet. Denn diese sammeln sich alle im Gemeinschaftsraum, während der rüstige Rentner aus dem Fenster klettert und verschwindet.
Schon nach Kurzem fällt ihm allerdings auf, dass sein Plan schlecht durchdacht ist. Zwar hat er immerhin seine Brieftasche dabei, aber sein Schuhwerk passt nicht zur Flucht - trägt er doch noch seine Pantoffeln. Nun für den Anfang muss es genügen.
Allan weiß noch nicht so recht wohin es gehen soll, also läuft er erst einmal drauf los. Seine Füße wissen schon was gut für ihn ist und so steht er auf einmal vor einer kleinen Mauer die es zu überwinden gilt. Da Allan in seinem Leben schon ganz andere Dinge gemeistert hat, wie beispielsweise eine Himalaya-Überquerung, klettert er einfach drüber und sieht sein nächstes Ziel vor Augen: ein Reisebüro. Dort fragt er den einzigen Schalterbeamten welcher Bus als nächstes in irgendeine Richtung geht. Der wundert sich ein wenig, aber Allan erhält dann doch die Auskunft, dass in 3 Minuten ein Bus gen Norden fahren würde. Gut.
Allan hat also noch kurz Zeit sich auszuruhen und setzt sich auf eine der Bänke im Reisezentrum. Da wird er von einem jungen Mann angesprochen, ob den Allan auf seinen Koffer aufpassen könnte. Er müsste mal dringend. Natürlich passt Allan auf den Koffer auf. Doch gerade als der Herr verschwunden ist kommt Allans Bus und da er nun nicht weiß, was er mit dem Koffer machen soll, nimmt er ihn kurzerhand mit.
Beim Busfahrer erkundigt er sich, wie weit er wohl mit einem 100 Kronenschein kommen würde und nimmt die passende Station als Reiseziel. Dort angekommen landet er mitten im Wald. Das kann doch nicht richtig sein.
Doch Allan macht sich unbeirrt auf den Weg und landet an einem verlassenen Bahnhofsgebäude, welches gar nicht verlassen ist. Kurz darauf sitzt er mit dem Bewohner Julius in dessen Küche und lässt sich Elchbraten und Schnaps munden.

Derweil gibt es im Reisezentrum einen wahrlichen Tumult. Hier hat der junge Mann bemerkt, dass sowohl sein Koffer, als auch der Alte fehlten. Der einzige weitere Mensch ist der unglückselige Schalterbeamte, der nun die Wut des Mannes abbekommt. Was weder der Beamte noch der hundertjährige Flüchtling wissen: der Koffer enthält ein Vermögen.
Als Allan das dann mitbekommt, ist auch der eigentliche Eigentümer nicht mehr weit und Allan und Julius sehen sich einem gewaltbereiten jungen Mann gegenüber, der nun zu seinem Koffer auch noch Rache sucht.
Allerdings ist Allan nicht hundert Jahre alt geworden um sich jetzt so schnell aus dieser Welt zu verabschieden. So nimmt die Geschichte ihren Lauf, in deren weiterer Entwicklung nicht nur Allan und Julius auf der Flucht sind, sondern auch bald einige weitere Gefährten, mehr oder weniger seriöser Gesinnung.

Jonas Jonason hat seinem Hauptcharakter Allan Karlsson mehr Vergangenheit angedichtet als der Geschichte manchmal gut tut. So habe ich bei den vielen politischen Treffen mit ranghohen Machthabern und Führungskräften bald den Überblick verloren. Nun muss ich aber auch gestehen, dass Politik nicht gerade mein Lieblingsthema ist. Die Geschichten drum herum sind allerdings sehr nett und unterhaltsam geschrieben.
Es beginnt damit, dass der Leser erfährt, wie Allan seine Flucht startet und in wechselnder Kapitelfolge wird dann aus der Gegenwart erzählt und über seine Vergangenheit berichtet. So hat er nicht nur Harry S. Truman zum Freund gewonnen, sondern hat auch mit Stalin gespeist.

Für mich hat sich das Buch nicht sehr leicht lesen lassen, eben wegen der vielen politischen Aspekte, dennoch war es eine ziemlich unterhaltsame Lektüre. Wer sich also gern in die Vergangenheit begibt und schon immer mal wissen wollte wie die USA zu ihrer Atombombe kamen, dem kann ich Hundraåringen som klev ut genom fönstret och försvann / Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand empfehlen.

Der Elefant auf dem Cover kommt übrigens auch vor und ist ein sehr sympathischer Charakter.

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