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Cover Ten Things Sloane Hates About Tru Englisch

Die 17-jährige Sloane kann nicht glauben, dass sie ihr letztes Jahr an der High School nicht mit ihren besten Freunden an ihrer Kunstschule in New York verbringen wird. Stattdessen wird sie es mit ihrer Mutter in Austin, Texas verbringen - ohne ihre Freunde, ihren Bruder und Vater und, am allerschlimmsten, ohne ihre Inspiration New York. Und es ist alles ihre eigene Schuld, denn nach "Dem Vorfall", der Sloane nicht nur eine Nacht im Gefängnis, sondern auch 500 Sozialstunden eingebracht hat, sahen es ihre Eltern für angemessen, sie aus ihrem "schädlichen Umfeld" zu entfernen, bevor es beim nächsten Mal vielleicht noch schlimmer kommt. Egal, was Sloane auch zu ihrer Verteidigung zu sagen hatte, stieß auf taube Ohren.
Sloane ist wild entschlossen, alles an Austin zu hassen und zunächst ist das auch ziemlich einfach. Nach und nach muss sie aber feststellen, dass ihre neue Kunstschule gar nicht so schlecht ist und es fällt ihr auch erstaunlich leicht Anschluss zu finden. Trotzdem klammert sie sich an nur eine Sache: Wenn sie es schafft, in den nächsten zwei Monaten zu beweisen, dass sie etwas aus "Dem Vorfall" gelernt hat, erwägt ihre Mutter mit ihr zurück nach New York zu gehen. Das bedeutet, dass Sloane ihr bestes Benehmen an den Tag legen und sich von allen negativen Einflüssen fernhalten muss - und das schließt auch ihren Nachbarn und den Sohn einer guten Freundin ihrer Mutter, Tru, ein. Tru ist berühmt-berüchtigt und seine Eltern erzählen Sloanes Mutter schon lange Horrorgeschichten von ihrem unkontrollierbaren Sohn. Doch als Sloane Tru kennenlernt wird ihr ziemlich schnell klar, dass die ganze Welt ein verzerrtes Bild von Tru zu haben scheint, denn der lebenslustige (und ziemlich gutaussehende) Junge ist so gar nicht das, was ihr immer erzählt wurde...

Ten Things Sloane Hates About Tru von Tera Lynn Childs hat mich eigentlich von Anfang an ziemlich gut unterhalten. Sloane hat irgendetwas Schreckliches angestellt, was zu Beginn der Geschichte eben nur als "Der Vorfall" bezeichnet wird und zu ihrem Exil in Texas geführt hat. Ich war erstmal ein wenig besorgt, dass Sloane vielleicht zu zickig und negativ sein könnte, schließlich hat sie überhaupt keine Lust dort zu sein und es vergeht kaum eine Seite, auf der sie nicht von New York schwärmt. Zum Glück lässt sie das aber nur an ihrer Mutter aus und ist zu ihren neuen Mitschülern erstaunlich freundlich und offen, so dass sie mir eigentlich immer recht sympathisch war. New York ist zwar über weite Teile der Geschichte ihre Priorität, aber irgendwann wird ihr klar, dass es wichtigere Dinge - und Menschen - gibt.
Eines dieser wichtigeren Dinge ist Sloanes aufkeimende Freundschaft zu Tru. Sie versucht sich von ihm fernzuhalten, einfach nur deswegen, weil er laut ihrer Mutter nichts als Ärger bringt und einen schlechten Einfluss auf sie darstellt. Das ist allerdings ganz und gar nicht der Tru, den Sloane selbst kennenlernt. Der ist nämlich ein richtig netter, beliebter Kerl, der zwar viele Faxen macht, aber sicher nicht der Bad Boy ist, zu dem ihn seine Eltern machen wollen. Es dauert auch nicht lange, bis Sloane und der Leser herausfinden, dass Trus Leben zuhause alles andere als rosig ist - denn sein Vater nutzt jede Gelegenheit Tru zu disziplinieren. In der Regel mit seinen Fäusten. Ich mochte Tru wirklich, wirklich gerne und mir hat es in der Seele weh getan zu sehen, wie er von manchen Leuten (inklusive Sloane), aber vor allem von seiner eigenen Familie behandelt wird, während sie so tun, als wäre er eine Enttäuschung. Vor allem die Passivität seiner Mutter hat mich wahnsinnig gemacht - besonders, weil sie es dann auch noch wagt, schlecht über Tru vor ihren Freunden zu sprechen.
Überhaupt muss ich sagen, dass die Eltern in Ten Things Sloane Hates About Tru allesamt nicht gerade sympathisch waren. Trus Eltern sind sowieso schon das Schlimmste, was ihm passieren könnte, doch auch Sloanes Mutter ist voll von Vorurteilen und manchmal richtig anstrengend.

Doch gerade diese wirklich harten Seiten an Ten Things Sloane Hates About Tru haben mir eigentlich ziemlich gut gefallen - leider waren das aber auch genau die Punkte, die Schuld daran sind, dass Ten Things Sloane Hates About Tru eine eher schlechte Bewertung von mir bekommen hat. Denn aus irgendeinem Grund hat Tera Lynn Childs die Sache mit der familären Gewalt am Ende vollkommen unter den Tisch fallen lassen. Alle anderen Entwicklungen in der Geschichte sind im Vergleich dazu eher harmlos und auch wenn sie Sloanes Leben beeinflussen, sind sie nichts, was unterm Strich wirklich essenziell wichtig ist. Aber die Tatsache, dass Tru regelmäßig von seinem eigenen Vater gedemütigt und verprügelt wird? DAS ist wichtig und die Autorin sagt im letzten Drittel des Buches absolut GAR NICHTS mehr dazu. Ich konnte es nicht fassen, als ich zur letzten Seite kam und einfach nichts mehr darüber gesagt wurde. Kein Konflikt, keine Aussicht auf die Zukunft und erst recht keine Lösung. Das war der einzige Punkt, der mir in Ten Things Sloane Hates About Tru wirklich an Herzen lag und wie gesagt auch das Einzige, das wirklich "wichtig" in diesem Buch ist. Dass Tera Lynn Childs dazu nichts mehr gesagt hat, lässt es so wirken, als ob die häusliche Gewalt komplett nebensächlich wäre...

Dieser Punkt hat mich wie gesagt so an Ten Things Sloane Hates About Tru von Tera Lynn Childs gestört, dass es mir das ganze Buch vermiest hat. Die Geschichte hatte zwar von Haus aus hier und da den ein oderen kleinen Logikfehler bzw. wurden manche Dinge zu überstürzt abgehandelt, aber damit hätte ich noch leben können. Die fehlende Aufklärung zu Trus Schicksal aber kann ich nicht so einfach übersehen.
Wer weiß, vielleicht führt Tera Lynn Childs ihre Geschichte irgendwann fort. Ich wage es aber zu bezweifeln, denn obwohl Ten Things Sloane Hates About Tru Teil der Creative HeArts Reihe ist, handelt das zweite Buch von völlig anderen Charakteren und ist von einer anderen Autorin.

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