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Cover Wolf's Ascension Englisch

Als die 24-jährige Programmiererin Kari eines Abends alleine von einem Club nach Hause geht, ahnt sie noch nicht, dass sich ihr Leben in den nächsten Sekunden für immer verändern wird. Denn ein riesiger Hund greift sie an und Kari ist bei vollem Bewusstsein, als er sie zu zerfleischen beginnt. Eigentlich hat sie mit ihrem Leben in diesem Moment schon abgeschlossen - bis sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt, mit nichts weiter als ein paar blauen Flecken am Leib. Doch Kari WEISS einfach, dass sie sich die Attacke nicht eingebildet hat...
Als ob das nicht schon genug wäre, wird sie auch noch entführt und in ein abgelegenes Anwesen gebracht, wo sie auf Andreas trifft. Andreas ist der attraktivste und schönste Mann, den Kari je gesehen hat – leider ist er aber anscheinend auch verrückt, denn er versucht ihr weißzumachen, dass er ein Werwolf ist und sich Kari nach der Attacke beim nächsten Vollmond ebenfalls in einen verwandeln wird. Oh, und dass er ihr "True Mate" (in etwa "wahrer Partner") ist und sie im Grunde schon so gut wie verheiratet sind.
Kari ist klar, dass sie so schnell wie möglich von diesen Verrückten weg muss...doch dann sieht sie die Wahrheit mit eigenen Augen...

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich bis jetzt noch nicht weiß, ob ich auch nur ein positives Wort zu Wolf's Ascension von Lauren Dane in dieser Rezension sagen werde. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mir so dermaßen auf die Nerven gegenagen ist. Hier sind ein paar der Punkte, die mich am meisten gestört haben:
Die Charaktere: Ich kann ehrlich bei keinem der Charaktere sagen, dass ich ihn wirklich gern mochte. Andreas hat absolut keinen Tiefgang und scheint manchmal den Intellekt eines 5-jährigen zu haben. Ihm will es z.B. nicht eingehen, wieso Kari ein Problem mit der Entführung haben könnte und wieso sie nicht bereit ist, sofort mit ihm ins Bett zu hüpfen. Auch sonst hat er entweder keinen oder einen sehr schwachen Eindruck hinterlassen und hatte schlichtweg nicht das Potenzial zum Helden. Doch das ist noch gar nichts im Vergleich zu Kari. Sie wird in diese ihr vollkommen unbekannte Welt gestoßen und findet sich sofort in allem zurecht. Sie weiß alles, kann alles, reagiert auf alles mit der richtigen Werwolf-Etikette (vermutlich weil sie vor 500 Jahren mal einen Groß-Groß-Großcousin hatte, der ein Werwolf war), wird von allen sofort geliebt, natürliche sind auch alle Männer im Rudel heiß auf sie und sowieso ist sie das Beste, das dem Rudel jemals passieren konnte. Ich konnte es irgendwann nicht mehr hören, wie alle Loblieder auf sie sangen. Dazu kam, dass sie vollkommen unglaubwürdig reagiert hat, sowohl auf ihre Entführung, als auch die Tatsache, dass sie jetzt ein Werwolf sein soll. Denn natürlich steht sie das alles ganz tough durch und geigt ihren Entführern gehörig die Meinung. Ich fand sie einfach unangenehm und sie ist mir bis zum Schluß unsympathisch geblieben.
Nicht viel besser war der Schreibstil: Simpel, langweilig und furchtbar vollgestopft mit Wiederholungen. Lauren Dane erklärt immer und immer wieder die gleichen Dinge und das auf so penetrante und offensichtliche Art und Weise in ewiglangen Monologen des ein oder anderen Charakters, dass auch das irgendwann sehr genervt hat. Z.B. die Rolle des Alphas wurde mindestens 5 Mal wiederholt und es wurde trotzdem nicht interessanter.
Dialoge: Ernsthaft, jedes einzelne Gespräch, dass die Charaktere führten, hat sich gekünstelt und unnatürlich gelesen. Kein Mensch würde sich so dermaßen albern und übertrieben ausdrücken. Besonders in den Gesprächen fand ich Kari übrigens unerträglich, einfach weil Lauren Dane ihr ständig irgendwelche "Witze" oder "coole" Floskeln in den Mund legt, die einfach nur grauenhaft und unlustig waren. Und lasst mich erst gar nicht mit dem sagenhaft schlechten Französisch anfangen...
Auch mit dem Rudel konnte ich nicht viel anfangen. Es sind viel zu viele Figuren in diesem durchschnittlich langen Buch. Ich konnte mir bei den meisten bis zum Ende nicht merken, wer wer ist und habe deshalb auch keine Möglichkeit gehabt, sie wirklich kennenzulernen. Die Figuren und ihre Charaktere verwischen sich zu einem Einheitsbrei und es gibt kaum individuelle Charakterzüge und Eigenschaften bei ihnen. Das bringt mich auch schon zu dem Punkt, der mich am allermeisten an Wolf's Ascension gestört hat:
Der Sex: Im Prinzip ist die ganze Geschichte nichts weiter als eine Entschuldigung möglichst viele Sexszenen aneinanderzureihen. Und die sind noch nicht mal gut. Der Sex selber war absolut nichts besonderes (obwohl Andreas gutes Stück natürlich das Größte und Dickste und Besteste ist, das Kari je gesehen hat) und der Dirty Talk war dermaßen lächerlich, dass ich der Erotik leider überhaupt nichts abgewinnen konnte und alles eher ins Lächerliche gezogen hat. Ebenfalls ein gefundenes Fressen für die Autorin war die „Rudel-Kultur“ wie sie es gerne nennt. Die ist perfekt dafür geeignet, um im Grunde jeden mit jedem schlafen zu lassen oder zumindest hinterherzuhecheln. Die Tatsache, dass das die Rudelmitglieder auch mal Sex mit anderen haben, obwohl sie feste (und meist sogar diese sagenumwobenen "wahren") Partner haben, sorgt für allerlei Spannungen zwischen Kari und Andreas, was sie aber dennoch nicht davon abhält jemand dritten in ihr Bett zu holen. Hauptsache, die entsprechenden Sexszenen sind da; wenn Karis und Andreas Glaubwürdigkeit darunter leidet und sie am Ende wie absolute Hypokriten dastehen ist das ja eher nebensächlich. Ugh.

Also wie ihr merkt: Ich konnte am Ende kein gutes Haar an Wolf's Ascension von Lauren Dane lassen. Diese Rezension hatte etwas wirklich Therapeutisches für mich, denn das musste ich mir einfach alles von der Seele reden. ;) Vielleicht habt ihr mehr Glück mit diesem Buch, mein Ding war es aber leider überhaupt nicht.

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