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Das Drachenlied

19.09.2015

Im Wirtshaus 'Wolfswinkel' kehren seit jeher die gleichen Gesellen ein. Doch schon lange hat man Alberich, den Horthüter, nicht mehr gesehen. Seit er von Siegfried von Xanten überwältigt wurde und dieser ihm seine Tarnkappe nahm, ist Alberich noch verschlossener als sonst. An diesem Tag jedoch kündigt eine Wolke Rauch sein Kommen an. Völlig überrumpelt versucht Obbo, der Wirt, sein Kochfeld zu erhitzen. Denn Alberich kommt nur aus einem Grund aus seiner Höhle - er will bei Obbo 'Eier-im-Schmalz' zu essen gedenkt. Der Stein aber will und will nicht heiß genug werden.
Auch Mütterchen Mitternacht hat sich zu diesem Grund wieder im Gastraum eingefunden. Seit jeher ist es Brauch im 'Wolfswinkel' dass der Gast sein Mahl mit einer guten Geschichte bezahlen kann. Gerade zur jetzigen Zeit hat kaum noch jemand Geld übrig und so kommt es, dass gerade als Mütterchen Mitternacht eine ihrer spannenden Geschichten zum Besten gibt, die Tür aufgeht. Ein Riese von einem Mann steht im Rahmen und Obbo weiß kaum wohin mit seiner Angst. Doch der Hüne stellt sich als friedlich und vor allem freundlich heraus. Ein Hunne, ja, zum Teil. Löwenzahn, so ist sein Name, ist auf der Durchreise und auf der Suche nach einem Abenteuer. Das soll er bei Obbo finden.

Während nun Mütterchen Mitternacht versucht ihre Geschichte zu Ende zu bringen, und Obbo immer ein Auge auf den Bratstein hat, geht die Tür ein weiteres Mal auf - Alberich steht darin. Im Vergleich zu Löwenzahn ein winziger Geselle, jedoch an Gram und Kampfeslust dem jungen Mann ebenbürtig.
Er zürnt Obbo, der erst keine Eier für den hungrigen Horthüter hat und sie dann glatt verbrennen lässt. So kommt Alberich jedoch ins Gespräch mit Löwenzahn und Mütterchen Mitternacht und sie erfahren von seiner Gram. Nachdem Siegfried ihm seine Tarnkappe genommen hat, ist Alberich kaum noch als Horthüter zu gebrauchen. Wie soll er denn auch ungesehen ohne seine Kappe an die Feinde sich schleichen oder gar in den Hort hinein?
Mütterchen Mitternacht und Löwenzahn glauben ihm helfen zu können und versuchen ihn davon zu überzeugen, dass er sich seine Tarnkappe zurück holen müsse. Aber wie soll er gegen den unbesiegbaren Xantener bestehen?
Ganz einfach - dafür muss er nur, wie Siegfried selbst - in Drachenblut baden. Mütterchen Mitternacht hat bereits einen Plan, doch Alberich ist nicht überzeugt.

Eine Nacht grübelt er vor sich hin - was hat er zu verlieren? Eigentlich nichts. Und so packt er seine Sachen und macht sich zurück auf den Weg zum Wirtshaus. Dort wird er bereits von zwei abmarschbereiten Bekannten angetroffen. Die Räuberin und der Hünne wussten wohl schon vor ihm, das sie auf die Reise gehen werden.
Aber wird es ihnen gelingen Alberich in Drachenblut baden zu lassen? Die Wälder sind tückischer als noch zu Mütterchen Mitternachts Glanzzeiten.
Unverhofft erhalten Sie schon nach kurzer Zeit Gesellschaft - und nicht nur wohlgesonnene.

Durch Zufall bin ich in einer Kramkiste auf dieses Buch gestoßen und habe es gleich adoptiert. Zwar bin ich nicht so der große Sagen-Leser, aber das Buch klang unterhaltsam. Und genau das ist es auch. Schon nach sehr kurzer Zeit habe ich alle Hauptcharaktere ins Herz geschlossen und fand sie einfach nur drollig. Allen voran Alberich, der immer am Meckern ist. Das Büchlein ist nicht sehr umfangreich und durch die etwas größere Schrift (im Taschenbuch) sehr leicht weg zu lesen.
Natürlich kennt jeder Siegfried von Xanten und weiß auch was ihn ausmacht. Das der Zwerg Alberich nun versucht ebenfalls zu Ruhm zu gelangen ist da nur verständlich. Schließlich ist sein Volk sehr ehrgeizig. Oder sollte ich sagen stur?

Auf der Reise der drei so grundverschiedenen Gefährten passiert einiges und es wird nie langweilig. Das Buch gehört zur Nibelungen-Saga, die sich über viele Bücher von unterschiedlichen Autoren zieht. Natürlich ist es auch einzeln lesbar.

Ich hatte viel Freude mit Kai Meyer und glaube das mir gerade seine älteren Bücher zusagen, da ich mit den neueren etwas Schwierigkeiten habe.

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