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Cover Hollywood Dirt Englisch

Im beschaulichen kleinen Ort Quincy in Georgia laufen die Uhren anders. Hier achtet man auf seine Südstaaten-Manieren, geht Sonntags in die Kirche, passt aufeinander auf und hütet die Geheimnisse des anderen - zumindest die, die keinen saftigen Klatsch abgeben. Kaum jemand verirrt sich nach Quincy, doch das ändert sich, sobald ein kleines Buch namens The Fortune Bottle erscheint, das aufdeckt, dass es in Quincy sage und schreibe 67 Menschen gibt, die dank Coca Cola vor Generationen Millionäre geworden sind, und die dort nun still und leise vor sich hinleben.
Als der Hollywood-Superstar Cole Masten Wind von diesem Buch bekommt, investiert er sein eigenes Geld und will das Material unbedingt verfilmen - und zwar am Originalschauplatz in Quincy. Sein Privatleben läuft allerdings gerade alles andere als rund: Seine Ehefrau hat ihn betrogen und verlassen und will ihn auch noch nach Strich und Faden ausnehmen. Andere Frauen sind für ihn von daher - abgesehen von ein paar One Night Stands – erst mal tabu.
Doch als er dannn in Quincy ankommt begegnet ihm Summer Jenkins. Sie ist anders als jede Frau, die Cole zuvor begegnet ist, denn im Gegenzug zu ihnen lässt sich Summer kein bisschen von seinem Hollywood-Lächeln beeindrucken. Im Gegenteil, sie scheint ihn nicht sonderlich leiden zu können. Doch das ist erst einmal nebensächlich, denn eines ist Cole vom ersten Moment klar: Summer ist perfekt für die weibliche Hauptrolle in seinem Film, eine starke, clevere und schlagfertige Frau aus den Südstaaten. Cole ahnt allerdings noch nicht, worauf er sich da einlässt...

Hollywood Dirt ist das erste Buch, das ich von Alessandra Torre gelesen habe und ich weiß jetzt schon, dass es nicht das letzt gewesen ist. Denn Hollywood Dirt ist eine interessante und vielseitige Geschichte über Hollywood, wie es einen verändert und was eigentlich wirklich wichtig im Leben ist. Gleichzeitig ist es aber auch eine extrem unterhaltsame Geschichte über einen Star und das Mädchen von nebenan. Alessandra Torre hat hier eine wirklich gelungene Balance halten können, die dem Buch genau die richtige Stimmung verliehen und beste Voraussetzungen für Cole und Summers Geschichte geliefert hat.
Bis die beiden sich aber begegnen vergeht erst einmal einige Zeit. Zuerst erleben wir hautnah mit, wie Coles Ehe den Bach runter geht und sehen, wie Summer in Quincy lebt und warum sie vor 3 Jahren zur Außenseiterin wurde. Wenn die beiden sich aber erst einmal begegnen, ist es wie Öl auf Feuer - sie können sich nicht riechen. Cole ist zu arrogant und für Summer, die immer ein großer Fan seiner Filme war, ist das schrecklich ernüchternd. Und Cole fragt sich erst einmal - ironischerweise - was mit dieser Frau los ist, weil sie sich ihm nicht vor die Füße wirft, wie er es eigentlich gewohnt ist. Die beiden haben also keinen guten Start. Das wird auch nicht besser, als ihr die Rolle der Ida angeboten wird. Doch nach dem, was vor 3 Jahren passiert ist, will Summer raus aus Quincy und da würde ihr das Geld, das der Film ihr einbringen wird, gerade recht kommen - damit könnte sie sich selbst und ihrer Mutter ein sorgloses Leben ermöglichen.
Summer hat aber natürlich unterschätzt, was es bedeutet, einen Hollywood-Film zu drehen, besonders an der Seite eines Superstars wie Cole. Nicht nur ist ihre Anonymität bald dahin, sie muss auch lernen, wie die Dinge in Hollywood laufen. Man muss allerdings sagen, dass Alessandra Torre auch hier sehr gut die Balance gehalten hat zwischen einer eiskalten Branche, die immer auf den eigenen Vorteil bedacht ist und den Menschen dahinter. Es gab kaum einen Charakter, der einfach nur ein Klischee und schlicht "gut" oder "böse" war, was gerade bei Hollywood-Geschichten eine angenehme Abwechslung ist. Natürlich wird das noch durch die Tatsache unterstrichen, dass Hollywood und das idyllische Quincy nicht gegensätzlicher sein könnten und das obwohl auch in Quincy nicht alles nur eitel Sonnenschein ist, wie eben auch Summer vor 3 Jahren feststellen musste.

Leben tut Hollywood Dirt allerdings natürlich von Cole und Summer. Wie gesagt steht ihr Kennenlernen unter keinem guten Stern und sie können sich zunächst absolut nicht leiden...auch wenn sie sich von Anfang an sehr attraktiv finden. Das macht die ganze Sachen zwischen ihnen aber nur noch schlimmer, denn wie kann man jemanden so dermaßen sexy finden, wenn man ihn eigentlich nicht mag? Das finden die beiden im Laufe des Buchs natürlich heraus. Im Grunde ist das auch eigentlich ziemlich gut, spannend und emotional umgesetzt, leider hat sich Alessandra Torre für meinen Geschmack aber etwas zu viel Zeit mit der Auflösung dieser Antipathie gelassen. Irgendwie kam mir der Gefühlsumschwung dann etwas zu plötzlich und war damit nicht ganz so glaubwürdig, wie er hätte sein können. In der Tat muss man nämlich fast bis zur 90% Marke warten, bis Cole und Summer endlich aufhören sich selbst zu belügen. Mir persönlich war dann die doch recht schnelle Wendung wie gesagt etwas zu plötzlich.

Hollywood Dirt von Alessandra Torre ist dennoch eine sehr schöne, sympathische und humorvolle Geschichte, die ein wenig anders aufgebaut ist, als man vielleicht erwarten würde. Sie war zwar nicht perfekt, hat aber dennoch viel Spaß gemacht und mir eine neue Autorin vorgestellt, die ich definitiv im Auge behalten werde.

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