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Cover Blush Englisch

Wenn es darum geht, die grausamsten Kriminellen und perversesten Bösewichte auszuschalten, ist Cruz Barcelona der Beste für den Job. Der Auftragskiller hat seinen ganz eigenen Ehrenkodex und übernimmt erst dann einen Auftrag, wenn er sich selbst vergewissert hat, dass das Ziel sein frühzeitiges Ableben auch wirklich verdient hat.
Doch langsam aber sicher, möchte er seine Karriere an den Nagel hängen. Einen letzten, lukrativen Aufrtag will er noch erledigen und sich danach irgendwo in Brasilien an den Strand legen. Doch dieses letzte Opfer wird er sich nicht entgehen lassen: Mia Hayward aka Amelia Wellington-Wentworth. Sie ist die Erbin und CEO des Multimillionen-Dollar Kosmetik-Konzerns Blush. Sie betreibt unter anderem ein Werk in China, in dem Kinder unter schlimmsten Umständen arbeiten und wo es kürzlich zu einem schweren Unfall mit vielen Toten kam. All das nur wegen der Profitgier dieser eiskalten Geschäftsfrau. Cruz wird garantiert keinen Schlaf verlieren, wenn er sie ausgeschalten hat.
Doch als er Mia, die sich aus irgendeinem Grund in einem heruntergekommenen Haus mitten im Sumpf von Louisiana versteckt, endlich aufspürt, ist sie so gar nicht, was er erwartet hat. Statt einer kühlen Geschäftsfrau trifft er auf eine sympathische und merkwürdig unschuldige junge Frau. Cruz weiß, er sollte sich nicht von einem hübschen Gesicht ablenken lassen. Schließlich hat er bereits gesehen, dass das Böse viele Masken tragen kann. Doch sein Bauchgefühl sagt ihm, dass irgendetwas faul an der Sache ist und Mia nicht das ist, was sein Auftraggeber ihm weiß machen will - und das macht seinen Job um einiges schwieriger...

Eigentlich fand ich die Geschichte um Mia und Cruz in Blush von Cherry Adair gar nicht so schlecht. Die beiden sind nicht wirklich das, was man nach den ersten paar Seiten des Buchs erwartet. Mia ist weder arrogant und künstlich, noch profitgeil und Cruz ist nicht der gefühllose Killer, für den er sich eigentlich hält. Im Laufe der Geschichte lernen sich beide selbst und gegenseitig ganz neu kennen und das hat großen Spaß beim Lesen gemacht. Vor allem bei Mia war es immer wieder interessant zu sehen, wie viel von ihr Amelia Wellington-Wentworth und wie viel Mia Hayward ist. Als Mia kann sie viele Dinge tun, zu denen sie bisher nie die Möglichkeit oder Zeit hatte. Sie had sich sogar eine Art Bucket List gemacht. Die ist sogar ziemlich lang und enthält so banale Dinge wie Autofahren oder kochen lernen, aber auch etwas riskantere Punkte wie Sex mit einem Fremden oder in der Öffentlichkeit. Es war wirklich schön zu sehen, wie Mia sich selbst entdeckt und feststellt, was ihr in ihrem Leben bisher eigentlich gefehlt hat. Auch an Cruz geht Mias charmante Art natürlich nicht spurlos vorbei. Die beiden gehen zwar sehr früh eine sexuelle Beziehung ein, aber es ist alles nur körperlich. Zumindest versucht er sich das hartnäckig einzureden. Die Gewissensbisse, die er verspürt, flüstern ihm aber etwas anderes ins Ohr. Sein Kopf sagt ihm, dass seine Recherche korrekt ist und Mia ihm mit ihrer netten Art nur etwas vorspielt, doch sein Bauch ist da ganz anderer Meinung. Es bieten sich Cruz jede Menge Möglichkeiten, seinen Auftrag durchzuführen, wodurch sich immer mal wieder sehr spannende Momente ergeben, denn er ringt ernsthaft mit sich und seiner Entscheidung. Aber das eigentlich interessante ist, wie Cruz nach und nach aufdeckt, was es wirklich mit Mia und der Fabrik in China auf sich hat.
Eigentlich ist die Geschichte also nicht schlecht gelungen. Es gibt viel Romantik, einige erotische Szenen und eine relativ gelungene, wenn auch etwas simple Handlung. Leider gibt es aber auch immer wieder ziemlich langweilige Passagen. Irgendwie war Cherry Adairs Schreibstil manchmal sehr repetitiv. Sie wiederholt ständig gewisse Details; z.B. beschreiben Cruz und Mia gleich mehrmals das Aussehen des anderen und jedes Mal dachte ich mir "Das weiß ich doch schon längst über sie/ihn". Auch in den Sexszenen wiederholt sie sich sehr oft, was die entsprechenden Szenen künstlich in die Länge zieht und irgendwie auch sehr den Lesefluss stört.
Außerdem gibt es die ein oder andere unlogische Stelle, in der Cherry Adair es sich doch manchmal etwas zu leicht gemacht hat. Z.B. lernen Mia und Cruz sich auf sehr...ungewöhnliche Weise kennen, verlieren jedoch nie wieder ein Wort darüber und das, obwohl eigentlich noch eine andere Person involviert ist, die aber nie wieder erwähnt wird. Aber auch später im Verlauf des Buchs gibt es immer wieder Momente, die nicht wirklich glaubwürdig und ziemlich vorhersehbar sind.

Deswegen kann ich Blush von Cherry Adair nur bedingt empfehlen. Es hat durchaus Potenzial und einige wirklich gelungene, nette Szenen, doch leider wiederholt sich die Autorin zu oft und macht es sich mit manchen Entwicklungen zu einfach.

Blush erscheint am 7. April 2015.

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