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Cover Clara und die Granny-Nannys deutsch

Clara Behrens ist zu Besuch bei ihrer Mutter und merkt einmal mehr, dass Else mit dem Alter hadert. Während sie im Kopf noch hellwach ist, macht ihr Körper viele Dinge nicht mehr so einfach mit. Und Else wurmt es um so mehr, dass sie so gern noch etwas erleben wollen würde, es aber nicht mehr kann.
Unbewusst redet sie ihrer Tochter damit ins Gewissen, die mit ihrem Leben als Lehrerin ebenfalls nicht sehr glücklich ist. Zu allem Überfluss fliegt ihr Sohn Leon nun bald für ein Jahr in die USA und sie wird ihn schrecklich vermissen.

Auf dem Heimweg denkt Clara über ihre Mutter und deren Worte nach und plötzlich hat sie die Idee! Eine Agentur für Frauen im besten Alter, die noch etwas erleben wollen und eine Chance erhalten sollen auf ein neues Abenteuer. Zu ihrer Überraschung ist ihr Mann Tommi ebenfalls begeistert und verspricht sie zu unterstützen. Da er bei einer Zeitung arbeitet, sind die Grundsteine schnell gelegt.
Claras Agentur wird in der Zeitung erwähnt und auch ein TV-Sender berichtet über sie. So erreicht sie auch ihre ersten Grannys.

Suse Hartema arbeitet in der Küche im Restaurant 'Die Robbe'. Zusammen mit ihrem Bruder hat sie vor 20 Jahren die Wirtschaft von ihren Eltern übernommen. Eigentlich macht es ihr Spaß in der Küche zu stehen, aber während sie gern eine Gastronomie aufziehen will reicht es ihrem Bruder völlig aus einen Imbiss zu führen. Da prallen regelmäßig Welten aufeinander und so langsam reicht es Suse. Da sieht sie auf der Zeitung, in die der stinkende Fisch eingewickelt ist, Claras Anzeige.
Suse muss nur kurz darüber nachdenken und denkt sich 'Das ist es!'. Als sie ihren Bruder damit konfrontiert ist der mehr als erheitert. Er gibt seiner Schwester keinen Monat, bis die wieder nach Hause zurück kehrt. Er ist davon überzeugt, dass er den Laden mit Links schmeißt. Dann soll er mal zusehen.

Karen Parotat hat es geschafft! Der letzte Arbeitstag liegt hinter ihr und vor ihr ganz viel Ruhe und Entspannung. Ihre Tochter Anne sieht das ganz anders. Jetzt, wo ihre Mutter in den Ruhestand gegangen ist, kann sie sich ja um die zwei Enkelkinder kümmern und Anne karrieremäßig richtig durchstarten. So spannt sie ihre Mutter gleich am ersten Tag ein und erzählt ihr die Babysitterin sei krank. Na das fängt ja gut an. Eigentlich mag Karen ihre Enkelkinder, aber wenn sie eins nicht leiden kann, dann bevormundet zu werden. Weil sie aber nie Nein sagen kann, gibt sie nach und fährt zu ihrer Tochter.
Karen soll sich wohl nicht nur einfach darum kümmern, dass ihre Enkelkinder den Tag überstehen, sie muss ebenfalls einkaufen gehen, denn der Kühlschrank ist leer. Also schnappt sie sich ihre zwei Enkel und fährt einkaufen.
Dort trifft sie unverhofft auf die Babysitterin, die einen erstaunlich gesunden Eindruck macht. Durch sie erfährt sie auch von der Absicht ihrer Tochter sie als regelmäßige Babysitterin einzusetzen. Das kommt ja gar nicht in die Tüte.
Sobald am frühen Abend ihr Schwiegersohn die Haustür aufschließt ist Karen weg. Daheim schmeißt sie sich in den Sessel und sieht beim Durchschalten im TV eine kleine Reportage. Diese Clara Behrens hat eine tolle Idee und Karen denkt sich, warum nicht? Soll Anne sehen wie sie allein klar kommt, Karen braucht dringend einen Tapetenwechsel.

Die letzte im Bunde ist Hanni Wiesinger. Hanni wäre gern an Karens Stelle. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als sich um Enkelkinder zu kümmern. Ihr Sohn Ben und seine Frau Gitta haben es damit aber überhaupt nicht eilig.
Nachdem ihr Ehemann vor 3 Jahren verstorben ist, ist Hanni allein in dem Häuschen und weiß nicht so recht etwas mit sich anzufangen. Der einzige Lichtblick ist der Sonntag, denn da kommt Ben sie besuchen und dann kann sie ihn umsorgen. Ben ist allerdings nicht mehr in dem Alter von seiner Mutter betüttelt zu werden und will ihr vorsichtig einen Vorschlag machen. Er hat von einer Agentur gehört, die Frauen sucht die sich gern um Kinder kümmern und bereit sind mal etwas anderes zu machen. Das wäre doch etwas für seine Mutter. Sie kann schließlich nicht immer nur allein in ihrem Häuschen sitzen und darauf warten, dass er sie besuchen fährt.
Hanni ist entsetzt. Will Ben sie etwa los werden? Wie soll sie sich denn in einer anderen Umgebung zurecht finden?
Einige Tage denkt Hanni über die Anzeige nach. Hat Ben vielleicht doch Recht? Braucht sie mal etwas anderes in ihrem Leben? Nach langem zögern meldet sie sich schließlich bei Clara und meldet sich für die Agentur an.

Ein paar Wochen später erhalten alle drei Damen Post. Für sie sind Gastfamilien gefunden worden - in Berlin! Am 01. Oktober geht es los. Während Hanni glaubt jetzt hat ihr letztes Stündlein geschlagen, freut sich ihr Sohn Ben sehr für sie.
Suse ist schon ganz aufgeregt, aber Bodo belächelt sie und ist sich sicher, dass seine Schwester nicht lange bleiben wird.
Auch Karen ist erfreut und kann es kaum erwarten. Ihre Tochter hingegen nimmt es ihr verdammt übel, dass sie einfach so abhaut um sich um fremde Kinder, statt um ihre eigene Familie zu kümmern.
So landen am Ende alle drei in Berlin und haben keine Ahnung worauf sie sich da bloß eingelassen haben.

Nachdem ich vor einem Jahr Eva und die Apfelfrauen von Tania Krätschmar gelesen hatte und es mir sehr zugesprochen hat, wollte ich Clara und die Granny-Nannys natürlich auch unbedingt lesen. Ähnlich wie auch schon bei Eva und die Apfelfrauen haben mich die Charaktere schnell für sich einnehmen können. Jede der drei Damen hat etwas Spezielles für sich und geht mit der ihr gesetzten Aufgabe anders um. Von allen drei Damen war ich am meisten von der Entwicklung von Hanni überrascht und auch erfreut. Aber alle drei entwickeln sich gut weiter und lernen mit den ihn gesetzten Aufgaben umzugehen. Das hätte nicht jeder geschafft und wahrlich auch nicht jeder gewollt.

Sehr niedlich sind die kleinen Kartentexte über vielen Kapitelüberschriften. Ansonsten bekommt man von Clara nicht viel mit. Sie hat das erste Kapitel für sich und taucht danach nur noch durch diese Texte auf bis zum Ende. Dann gibt es auch noch einen Abstecher zu ihr und ihrer Familie. Das ist auf der einen Seite einfacher für den Leser, weil er sich so auf die drei Hauptpersonen konzentrieren kann, auf der anderen Seite fehlt so ein wenig der Bezug zum Titel. Ich hatte mir dadurch mehr von Clara erwartet.
Man kann sich übrigens sehr gut in die Probleme der Granny-Nannys einfühlen, auch wenn man vielleicht erst die Hälfte der Lenze zählt ^^ Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und ich habe die Zeit in Berlin mit Karen, Suse und Hanni sehr genossen.

Einen lieben Dank an den Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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