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Cover Outcome Englisch

Outcome ist der 2. Band der Aftermath-Reihe und enthält Spoiler für den 1. Band Aftermath.

Drei Jahre ist es her seit Chase Gallardo und seine Freunde Austin Huntley und Cam Nash ihrem irren Kidnapper in Aftermath entkommen konnten. Austin und Nash sind seitdem ein glückliches Paar, doch Chase hat so seine Probleme mit der Vergangenheit. Er hat schon lange keine Therapiesitzung mit Grace mehr gehabt und ist eigentlich permanent auf der Flucht. Auf der Flucht vor sich selbst und seinen Gedanken.
Zum Glück hat er seine Bar, die mehr oder weniger seinen Lebensinhalt darstellt. Eines Tages ruft seine Angestellte ihn um Hilfe, weil dort ein tätowierter, wild ausschauender Mann in Boxershorts aufkreuzt und nach Alkohol fragt. Als wären die Umstände nicht schon verrückt genug, handelt es sich bei dem Mann um Remy Stahl - den jüngeren Bruder des Kidnappers, genau den Remy Stahl, den Chase im Keller darstellen musste.

Remys Leben ist in den letzten drei Jahren ebenfalls nicht besonders gut verlaufen. Seit er erfahren hat, dass sein verrückter Bruder jemanden an seiner statt in einem Keller gefangen gehalten hat, befindet er sich in einer Abwärtsspirale aus Alkohol und anderen Drogen. Seine Internet-Start-up Firma hat er gegen gutes Geld verkauft und somit kann er sich seine Sucht auch ohne Probleme leisten. Seine beiden besten Freunde denken aber nicht daran, seine Selbstzerstörung weiter zu tolerieren und entführen ihn kurzerhand, um ihn zum Entzug zu zwingen. Als er seinem Gefängnis nur in Boxershorts entkommt, macht er sich auf den schnellsten Weg in die nächste Bar. Remy ist sich nicht bewusst, dass diese Bar Chase Gallardo gehört und noch weniger, dass Remys Freunde kurze Zeit später ausgerechnet Chase um Hilfe bitten...

Outcome ist eine wirklich interessante Weiterentwicklung von Aftermath gewesen. Nachdem Cam und Austin ihr Leben relativ zügig wieder in den Griff bekommen haben, weil sie sich ja aufeinander stützen konnten, sieht die Welt für Chase und Remy auch nach drei Jahren noch nicht besonders rosig aus. Dass sie sich gegenseitig tatsächlich helfen können, ist erst mal gar nicht so leicht nachzuvollziehen, doch wenn man beide erst mal näher kennengelernt hat, begreift man Cara Dees Intentionen schon besser. Und ehe es man sich versieht, ist man wieder völlig in der Geschichte versunken.

Der Schreibstil der Autorin war genauso spannend und interessant wir auch schon im ersten Band der Aftermath-Reihe. Besonders Remys Alkoholsucht war eindrücklich dargestellt. Und jedes Mal, wenn er einen Rückfall hatte, konnte man nicht anders als laut "Nein, nein, nein!" zu rufen. Wer schon einmal mit einem ehemaligen Alkoholiker zu tun hatte, weiß, dass der Lockruf immer da ist und besonders, wenn das Leben seine rauhen Seiten zeigt, wird der Sirenengesang lauter und lauter und für den Betroffenen fast unmöglich zu ignorieren. Ja, ich habe das schon erlebt und beide Male sind die Personen dem Drang auf Dauer nicht entkommen. Alleine schon deshalb konnte ich Remys schweren Kampf hier wirklich gut nachvollziehen.

Dennoch vergebe ich an Outcome aber einen halben Stern weniger als an Aftermath, weil mich tatsächlich etwas anderes gestört hat. Und zwar hatte ich so meine Schwierigkeiten mit Chase, der seine Homosexualität so weit in den tiefen seines Geistes verborgen hat, dass er mir schon wie eine Karikatur erschien. Diese Tatsache wurde sehr betont und ich fand es einfach doch zu unglaubwürdig.
Schließlich sind Chases beste Freunde Austin und Cam: zwei verständnisvolle Männer, von denen der eine selbst mit seinem Outing zu kämpfen hatte, der andere bisexuell ist und damit offen für die Identitätsfindung anderer ist. Warum nur hatte Chase dann solche Probleme, seine Gefühle für Remy zu akzeptieren? Nur wegen seiner Bar in der hauptsächlich Rocker und andere harte Kerle ein- und ausgehen? Ernsthaft? Das war mir irgendwie zu wenig, beziehungsweise ich konnte diesen Teil des Problems einfach nicht so recht nachvollziehen.

Dennoch war Outcome ein spannendes Buch und ich habe es sehr gerne gelesen. Besonders die Rettungsaktion, bei der ich mich halb in einen Cowboy- und halb in einen Gansterfilm versetzt gefühlt habe, hat mir sehr viel Lesefreude bereitet. Ganz sicher nicht das letzte Buch, dass ich von Cara Dee gelesen habe.

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