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Cover Agamemnon Frost and the Hollow Ships Englisch

Enthält Spoiler zu Agamemnon Frost and the House of Death.

Mit Ach und Krach konnten Frost und Mason den als reichen Sir Randolph getarnten Marsianer Pandarus besiegen und einige seiner technischen Gerätschaften in ihren Besitz bringen. Doch nun ist er untergetaucht und da sich die Agenten und Station X sicher sind, dass er Sir Randolphs Körper mittlerweile abgelegt hat, kann der Außerirdische jetzt so ziemlich jedes andere Gesicht tragen.
Doch Station X konnte durch eine abgefangene Kommunikation der Marsianer eine Spur auftun, durch die Frost und Mason Pandarus finden könnten. Sie hoffen, dass er noch nicht dahinter gekommen ist, dass etwas bei Frosts und Masons merkwürdiger Transformation in einen halbmaschinellen Körper schief gegangen ist und sie nicht seiner Kontrolle unterliegen. Vielleicht können sie sich dadurch weiter als seine Diener ausgeben, um so von innen heraus die Invasion der Marsianer aufzuhalten.
Doch gerade für Mason, der mittlerweile als Kammerdiener bei Frost angestellt ist, kann das äußerst gefährlich werden. Seit seiner Transformation spürt er ständig Pandarus Präsenz in seinem Kopf, die ihm zuflüstert, dass er gerade seinen echten Meister verrät. Das einzige, was Mason noch bei Verstand halten kann, ist seine unglaubliche Anziehung zu Frost. Er scheint immer genau zu wissen, wenn Masons Gedanken wieder abdriften und hält ihn mit einer Berührung oder einem heißen Blick im Zaum. Doch Mason ist sich nur zu bewusst darüber, dass sich Frost nur wegen seiner Schuld- bzw. Verantwortungsgefühle auf ihn einlässt und mittlerweile geht Mason das sehr an die Nieren. Besonders, als dann auch noch Frosts totgeglaubte Verlobte Theodora plötzlich wieder auftaucht...

In Agamemnon Frost and the Hollow Ships, dem zweiten Abenteuer von Agamemnon Frost und Edgar Mason, schickt Kim Knox die ihre beiden Hauptfiguren auf eine ähnlich ungewöhnliche Reise, wie schon in ihrem ersten Buch. Wir befinden uns immer noch in Liverpool im Jahr 1891 und die Welt geht langsam vor die Hunde. Das Augenmerk liegt in diesem zweiten Buch noch deutlicher auf Steampunk, doch anstatt in technischem Luxus, leben die meisten Menschen in verrußter Armut. Kim Knox hat sich wieder einige neue Maschinerien und Gemeinheiten ausgedacht, mit denen die Außerirdischen versuchen, endlich die Herrschaft über diese erbärmliche und schwache menschliche Rasse zu erlangen. Manchmal muss der Leser allerdings auch dieses Mal wieder allerdings alle Viere grade sein lassen und einfach akzeptieren, was die Autoren wieder für abgefahrene Dinge ausgeheckt hat. Gerade das gefällt mir an dieser Reihe aber so gut: Die Dinge laufen hier anders und man muss sich einfach drauf anlassen.
Dennoch, so ganz wollte der Funke zwischen Agamemnon Frost and the Hollow Ships und mir nicht überspringen und das hängt leider auch ein bisschen mit diesem 'anders sein' zusammen. Denn manche Entwicklungen und Ereignisse kommen so überraschend oder plötzlich, dass ich nicht mehr ganz folgen konnte und oft nochmal nachlesen musste. Das war stellenweise sehr verwirrend und chaotisch. Auch die 'marsianischen Fremdwörter' häufen sich. Automata, mechane, kardax, koile, thyreos, pezos und viele mehr. Manche kann man sich gut merken, mit anderen hatte ich allerdings so meine Probleme. Gerade bei den Kreaturen, die die Außerirdischen schaffen, ist die Unterscheidung manchmal recht schwierig und wird hier nicht nochmal wirklich erklärt.

Dass mir Agamemnon Frost and the Hollow Ships dann doch noch ganz gut gefallen hat, ist zum Großteil Frost und Mason und ihrer merkwürdigen Fähigkeiten zu verdanken. Nach wie vor ist die Anziehungen zwischen den beiden unbestreitbar und Frost weiß ganz genau, welchen Einfluss er auf Mason hat. Dieser ist durch die kleine verräterische Stimme in seinem Kopf auch bitter nötig, denn sonst hätte Mason vermutlich schon längst aufgegeben und sich seinem marsianischen Herren ergeben. Doch genau das wirft auch einen Schatten auf ihre Beziehung, denn Mason ist sich sicher, dass sie für Frost nur ein Mittel zum Zweck ist, um Mason bei Verstand zu halten. Auch als Leser war ich mir nie ganz sicher, was in Frost wirklich vor sich geht, denn da wäre ja immer noch Theodora...

Auch wenn Agamemnon Frost and the Hollow Ships nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, so ist Kim Knox ungewöhnliche kleine Reihe um Marsianer, Steampunk, einen sehr modebewussten Dandy und seinen ernsten Kammerdiener schon eine sehr unterhaltsame Mischung. Es wird sicher nicht für jeden Leser funktionieren - dafür sind manche Dinge einfach zu knapp, skurril und unstrukturiert - wer aber mal etwas wirklich anderes lesen will, der könnte mit dieser Reihe auf seine Kosten kommen.

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