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Cover Agamemnon Frost and the House of Death Englisch

Liverpool, 1891: Nach dem Krieg schlägt sich der ehemalige Soldat Mason mit Gelegenheitsjobs als Hausangestellter durch. Doch mittlerweile sind viele der Soldaten wieder zurück in England und gute Arbeit wird langsam rar. Als er das Angebot bekommt, für nur einen Abend bei einem Dinner Kammerdiener für einen reichen Londoner Dandy zu sein, kann Mason es sich nicht leisten wählerisch zu sein.
Dieser Dandy entpuppt sich als Agamemnon Frost. Mason hat noch nie zuvor jemanden wie ihn getroffen und ihm wird ziemlich schnell klar, dass sein eingebildetes und verwöhntes Getue nichts weiter als eine Maske ist. Außerdem verfehlt Frosts Charme, dem sich sowohl Frauen als auch Männer nicht entziehen können, auch bei Mason nicht seine Wirkung und so schwirren ihm den ganzen Abend allerlei unangebrachte Gedanken durch den Kopf.
Dabei sollte Mason eigentlich seine gesamte Konzentration auf das Abendessen fokussieren. Denn bei diesem Dinner und seinen Gästen stimmt irgendetwas ganz und gar nicht. Frost scheint allerdings genau zu wissen, was hier vorgeht. Und so stürzt sein enigmatischer, neuer Arbeitgeber Mason in ein grausiges Abenteuer, das beider Leben für immer verändert.

Auch wenn sich das jetzt noch nicht unbedingt danach anhört, so ist Agamemnon Frost and the House of Death von Kim Knox eine der schrägsten Geschichten, die ich je gelesen habe. Es ist eine Mischung aus Steampunk, Science Fiction und Historie (wobei diese natürlich nicht gerade der Realität entspricht) und wartet wirklich mit einigen ungewöhnlichen Einfällen auf.
Dabei fängt alles eigentlich ganz normal an - falls es 1891 normal war, mit rätselhaften Maschinen durch die Welt zu reisen - und Mason ist ebenfalls eigentlich ein ganz normaler Kerl, wenn auch etwas vom Krieg gezeichnet. Merkwürdig wird es erst, als er auf Frost trifft. Aus irgendeinem Grund schafft der es, Mason an jeden einzelnen Partner, den er jemals hatte, denken zu lassen und macht ihn dadurch sehr nervös. Erschwerend kommt hinzu, dass er Frost mit einer Leidenschaft will, die er noch nie erlebt hat. Mir war im Vorfeld nicht bewusst, dass es sich hier um eine m/m-Romanze handelt (wobei man von Romantik noch nicht wirklich viel merkt, denn Frost ist ziemlich viel herumgekommen - bei Männern und bei Frauen), aber es passt unerwartet gut zu dieser Geschichte und spielt sogar eine wichtige Rolle für die Handlung.
Was bei diesem Dinner genau passiert und Mason entdeckt, möchte ich aber gar nicht genau ausführen, ist aber eben eine dieser schrägen Wendungen. Ich musste erst einmal lachen, weil es so absurd war. Was dann aber passiert ist sehr spannend, intensiv und temporeich und hat erstaunlich viel Spaß gemacht.

Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob ich wirklich alles komplett verstanden habe. Manchmal ist es mir ein wenig schwer gefallen, den Entwicklungen wirklich zu folgen bzw. die Dialoge nachzuvollziehen. Das liegt sicher auch daran, dass es sich bei Agamemnon Frost and the House of Death eben nur um eine Novelle handelt und dadurch automatisch Einiges etwas abgekürzt und sogar übereilt wirken kann. Sowohl bei der Handlung als auch bei manchen Beziehungen unter den Charakteren ist das hier der Fall.

Dennoch ist Agamemnon Frost and the House of Death von Kim Knox eine wirklich unterhaltsame kleine Geschichte, die in meinen Augen auch das Zeug zu einem vollen Roman gehabt hätte. Der Leser muss zwar bereit sein, bei so mancher merkwürdigen Idee einfach mitzuziehen, insgesamt funktioniert diese Genre-Mischung aber doch erstaunlich gut.
Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt, wie es in Agamemnon Frost and the Hollow Ships weiter geht. Denn eines ist klar: Masons Abenteuer mit seinem rätselhaften, neuen Boss haben gerade erst angefangen.

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