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Cover Das Wispern der Schatten deutsch

Jillian lebt mit seinen Eltern in einem kleinen baufälligen Haus nahe der Stadtmauer von Gottesgabe. Hier wohnen eigentlich nur jene, die in neu in die Stadt kommen, doch Jed und Maria bleiben lieber abseits der Stadt und leben für sich.
Für Jillian ist es nicht einfach in Gottesgabe zu wohnen, den er ist irgendwie anders als die anderen Kinder. Er kann einfach nicht ohne Fragen dem Prediger Praxis alles glauben, was dieser ihnen jeden Tag aufs neue vorbetet. Eine kleine Stimme in Jillians Kopf bringt ihn dabei immer wieder in Schwierigkeiten.
So auch heute. Er hat schlecht geschlafen und ist kurz davor im Unterricht einzuschlafen, natürlich fällt dem Prediger dies auf und er zitiert Jillian zum Nachsitzen. Hella, Jillians einzige Freundin in Gottesgabe, versucht ihm zur Seite zu stehen und so sitzen sie beide noch nach dem regulären Unterricht im Klassenraum und müssen den Lehren der Erlöser lauschen.

Als sie es endlich überstanden haben, gehen sie einen Teil des Weges gemeinsam nach Hause. Als sie sich trennen, wird Jillian von Corin, dem Sohn des Ältesten, und seinen Freunden angegriffen. Sie wollen ihm eine Tracht Prügel verabreichen doch etwas passiert mit Jillian. Er sieht rot und spürt eine ungeheure Macht in sich aufsteigen. Ehe er richtig merkt was passiert, fliegt explodiert Magie knisternd und entlädt sich gezielt auf Karl. Die Druckwelle reißt alle Kinder von den Beinen, doch einzig Karl rührt sich nicht mehr. Alle sind entsetzt - Jillian am allermeisten. Die restlichen Jungen hetzen davon und rufen um Hilfe, während Jillian wie benommen durch die Straßen der Stadt Richtung Heimat torkelt.
Schließlich findet sein Vater ihn und er berichtet völlig aufgelöst was passiert ist. Zu seinem Erstaunen reagieren seine Eltern gefasst. Sie haben es beinahe schon erwartet und erklären ihm, dass es nicht der Makel ist, der ihn dazu gebracht hat. Diese Verderbtheit, die die Prediger jedem in den Kopf pflanzen um Magie zu etwas schlechtem zu machen. Doch Jillians Eltern sind ursprünglich nicht aus Gottesgabe und auch keine zutiefst ergebenen Jünger den Erlösern gegenüber.
Sie packen Jillians Bündel und schicken ihn über das Nordtor los. Er soll sich auf den Weg nach Erlöserparadies machen und dort nach einem Mann namens Thomas Eisenschuh suchen. Dieser wird ihm lehren, was Jillian wissen muss.

Und so nimmt Jillian Abschied von dem Leben, das er einst geführt hat und macht sich allein auf die gefährliche Reise durch das Land. Schon bald sind ihm der Heilige der Stadt und seine Männer auf den Fersen, doch es kommt noch schlimmer. Der Makel, denn Jillian kennt nur die Lehren des Predigers, flüstert ihm immer wieder ein, wie schön die Macht ist und wie schlecht der Heilige und die Lehren der Erlöser. Jillian ist zerrissen und kämpft sowohl gegen die Wildnis außerhalb der Stadtmauern als auch gegen sein eigenes Inneres. Ob er den Weg nach Erlöserparadies finden wird und ihm dieser Thomas Eisenschuh wirklich helfen kann?

Cover The Empire of the Saviours englisch

Was klingt wie ein wirklich guter Fantasyroman entpuppt sich leider als Geschichte ohne steigende Spannung. Ich habe mir von diesem Buch viel versprochen und wurde leider ziemlich enttäuscht.
Es fing damit an, dass das erste Kapitel nur daraus besteht die Unfehlbarkeit der Erlöser zu preisen. Das ganze Denken eines jeden Bewohners von Gottesgabe, Erlöserparadies und wie die Städte alle heißen, beschränkt sich nur darauf, es den Heiligen und den Erlösern recht zu machen.
Natürlich, in jedem High-Fantasybuch gibt es eine Art höhere Macht, ohne geht es eigentlich nie. Aber in diesem Buch ist dieser Glaube und die Abhängigkeit der Menschen das Allerwichtigste. Die Geschichte um Jillian rückt dabei für mich eher in den Hintergrund. Es werden mehrere Erzählstränge geöffnet, die teilweise parallel laufen und teilweise in einander über gehen. Aber leider ohne den nötigen Spannungsbogen.

Die Geschichte läuft so vor sich hin und als Leser weiß man nie richtig - wer ist denn jett die Hauptperson? Freda, das Mädchen mit der Steinhaut? Prediger Praxis auf seiner heiligen Mission in den Bergen? Oder doch Jillian, der nicht so recht weiß wo er hingehört?
Die Idee hinter diesem Buch ist wirklich gut, es hätte also ein grandioser Trilogieauftakt werden können, doch leider ist der Funke bei mir gar nicht übergesprungen.

Die erdachte Welt an sich ist super gelungen und so schlecht sind die einzelnen Charaktere auch nicht. Doch das Zusammenspiel passt irgendwie nicht. Wirklich schade.

Ich danke dennoch sehr herzlich dem Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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