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Cover Love Technically Englisch

Endlich kann sich Michelle ihren großen Traum erfüllen: Sie zieht von ihrem kleinen Heimatort in Iowa in die große Stadt Chicago. Sie konnte einen Job bei LiteWave, einem der erfolgreichsten IT-Unternehmen der USA, ergattern. Ihre erste richtige Stelle. Zwar hat sie nur einen High School Abschluss, den Job im Call Center sieht sie aber als Sprungbrett.
Auch privat scheint ihr das Glück hold, denn schon in ihrer ersten Woche im Büro lernt sie den leicht nerdigen, aber dennoch sehr attraktiven Sark kennen, der ihr bei einem technischen Problem hilft. Zwischen den beiden funkt es auf Anhieb.

Was Michelle allerdings nicht weiß ist, dass sich hinter Sark niemand anderer als Noah Frellish, der Gründer und CEO von LiteWave, verbirgt. Eigentlich wollte Sark das Missverständnis sofort aufklären, nach einigen schlechten Erfahrungen mit Frauen, die ihn nur wegen seines Reichtums wollten, ist Michelles ehrliches Interesse an seiner Person allerdings zu erfrischend, um diese Anonymität gleich wieder aufzugeben.

Doch wie wird Michelle die Wahrheit aufnehmen? Und kann es funktionieren, wenn die kleine, unwichtige, neue Angestellte den Boss dated?

Eigentlich fand ich, dass sich die Idee von Love, Technically von Lynne Silver zunächst schon ganz nett angehört hat. Simpel, aber nett. Leider war mir da noch nicht klar, wie einfach dieses Buch tatsächlich gestrickt ist...
Fangen wir mal bei den Charakteren an. Michelle hat es gerade zum ersten Mal aus ihrem Heimatort rausgeschafft, sonst noch nichts von der Welt gesehen und ist hochmotiviert in ihrem neuen Job. Sie ist ein herzlicher und offener Mensch. Und mehr fällt mir jetzt auch schon gar nicht mehr ein, das ich über sie erzählen könnte. Ihre Figur ist absolut eindimensional und mir fehlte jeglicher Bezug zu ihr. Mit Sark/Noah war das nicht viel besser. Zwar ist er durch seinen 'Schwindel' ein bisschen interessanter, aber im Grunde gibt es auch über ihn nicht viel mehr zu sagen. Er ist nett und ein bisschen nerdig. Das war‘s. Beiden Charakteren fehlte es an Schichten und Tiefgang.
Das allein könnte ich allerdings vielleicht gerade noch so akzeptieren. Wirklich genervt hat mich dann aber die komplett unrealistische Entwicklung der Geschichte. Zum einen ist es absolut unglaubwürdig, dass Michelle in den Wochen, in denen sie bei LiteWave gearbeitet hat, nie herausfand, wer eigentlich ihr Chef ist. Vor allem, wenn viele ihrer Mitarbeiter wissen, dass sie ein Paar sind und jederzeit einen Kommentar dazu abgeben könnten. Aber nein, niemand tut es. Sark denkt ab einem gewissen Punkt sogar, sie weiß Bescheid über seine Identität. Wie es dann nicht mal in den folgenden Gesprächen zwischen den beiden zumindest mal erwähnt werden konnte, ist mir absolut unbegreiflich. Zur Folge hatte das nur, dass Michelle furchtbar naiv und fast schon etwas dämlich rüberkam.
Auch was ihre Entwicklung in der Firma angeht, hat sich die Autorin viele Freiheiten genommen. Welche große Firma, die jeden einstellen könnte, wählt einfach so eine junge Frau im heirats-/gebährfähigen Alter ohne jegliche Ausbildung und mit nur ein paar Stunden 'Nachhilfe', um eine Stelle zu besetzen, die viel Fachwissen benötigt? Eben, keine.

Im Endeffekt sind es einfach viele kleine Details, die sich in Love, Technically von Lynne Silver anhäufen und mich in der Summe dann leider doch ziemlich gestört haben. Nett ist es zwar immer noch (gebt mir einen süßen Nerd und schon kann ich ein Buch fast gar nicht mehr ganz schlecht finden :P), aber zu mehr als einer sehr, sehr seichten und realitätsfernen Romanze ohne jeglichen Tiefgang reicht es leider doch nicht.
Love, Technically erscheint am 29.7.2013 in den USA. Über eine deutsche Veröffentlichung ist mir bisher noch nichts bekannt.

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