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Vielleicht ist es Liebe deutsch

Alice Conque sitzt wie ein Häufchen Elend vor Inspector Picasso. Sie wurde in die Ausnüchterungszelle gesteckt, nachdem sie bei einer bekannten Fotografin die halbe Wohnung demoliert und die Frau an die Badewannenamaturen gefesselt hat.
Alice weiß selbst nicht genau warum sie das getan hat, aber angefangen hat alles mit einem Brief. Sie erhielt einen anonymen Hinweis, dass ihr Mann Vincent sie mit der Fotografin Catherine Hersch betrügen würde. Ohne recht zu wissen warum hat Alice sich auf den Weg zu dieser Frau gemacht und sie zur Rede gestellt. Doch irgendwas lief schief. Erst ging es ihr hundsmieserabel und die vermeidliche Rivalin ist die Fürsorge in Person. Als Alice sich immer seltsamer verhält, bietet ihr Catherine einen Joint an. Danach wird es allerdings nicht besser ...

Als Catherine Alice erklärt, sie würde auf Frauen stehen und es ihr mit einem Kuss beweist, erhält sie dafür Ohrfeigen. Trotz allem bleibt Alice in der Wohnung der Frau und begleitet sie sogar ins Bad um sich mit ihr zu unterhalten, während diese badet. Einem Impuls folgend fesselt Alice die nackte Frau an die Badewanne und verlässt das Haus.
Doch unterwegs meldet sich ihr Gewissen und sie geht zurück. Als sie Catherine befreit hat, ruft diese die Polizei. So landete Alice in der Zelle und nun vor dem Mann ihrer Freundin Hélène. Wie peinlich!

Während der Inspector Picasso dieser ihm beinahe unbekannten Frau lauscht spürt er einen kleinen Sog, der von ihr ausgeht. Er hat sie nie richtig betrachten können und entdeckt nun zum ersten Mal wie schön Alice Conque ist. Und nach ihrer Erzählung her, wie verwirrt. Als sie ihm von dem Brief und auch den vielen anderen kleinen Begebenheiten, in denen ihr etwas Merkwürdiges passiert, berichtet erwacht sein Beschützerinstinkt. Er will ihr helfen und vor allem ihr Nahe sein. Aber darf er das? Immerhin ist er verheiratet - wenn auch eher als Zweckgemeinschaft. Doch auch sie ist verheiratet, und sie beide haben Kinder. Wie soll er sich so auf seine Arbeit konzentrieren? Oder ist diese eigentlich nur Mittel zum Zweck?

Vielleicht ist es Liebe französisch

Das Buch À la recherche d'Alice / Vielleicht ist es Liebe hat mich von der ersten Seite an verwirrt. Ich bin leider überhaupt nicht mit der Hauptprotagonistin warm geworden, den Inspector hingegen find ich ganz drollig. Er ist gefangen zwischen seiner gewohnten Umgebung samt Familie und dem Reiz des Neuen.
Alice ist in diesem Buch für mich ungreifbar gewesen. Man erfährt nicht wieso sie jetzt auf diese Art reagiert und ob das jetzt für sie normal ist oder nicht. Auf einmal springt sie auf jeden Mann an, den sie nicht haben kann und der nicht Familie ist. Schon etwas nervend. Die Autorin weist gerade am Anfang darauf hin, dass Alice in ihrem Mann Vincent ihre Liebe gefunden hat. Wie aber erklärt sich dann Alice Verhalten?
Ab der Hälfte des Buches konnte ich mich als Leser auf den Inspector und Alice einlassen. Es passiert endlich etwas und man lernt mehr über Alice Vergangenheit.

Der Schreibstil der Autorin sagt mir nur teilweise zu. Zwar sind die Sätze kurz gehalten und teilweise einfach zu lesen, dann wiederum bleibe ich an einem Satz einige Minuten hängen, weil er keinen Sinn ergeben will. Als wenn in einigen Sätzen Wörter eingespart werden mussten.
Schlussendlich fand ich das Buch okay. Die Geschichte soll mit Sicherheit eine Botschaft vermitteln, die jeder für sich selbst auslegen kann.

Ich bedanke mich ganz herzlich beim btb-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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